Von Bonn in die Welt: 40 Jahre Don Bosco Mondo

Seit 1980 ist ein Verein Starthelfer ins Leben für zahlreiche benachteiligte Kinder und Jugendliche.

Wer Taten will, muss Träume haben und Brücken bauen, von Mensch zu Mensch.
Don Bosco
Konterfei Don Bosco

Von der Gemeindeinitiative zur Schaltzentrale

Mit unserer Gründung in den 1980er Jahren gehörten wir förmlich zum klassischen Mainstream. Es ist die Zeit, in der sich bundesweit in zahlreichen Gemeinden Eine-Welt-Gruppen bilden. Auch in St. Winfried. Doch was sich aus dem rein ehrenamtlichen Engagement entwickelt hat, ist alles andere als klassisch und lässt uns stolz auf die vergangenen 40 Jahre zurückblicken.

Gewachsenes Engagement

„Ich wuchs in engem Kontakt zur alten Pfarrgemeinde St. Winfried auf und war vom ermutigenden und zupackenden Geist von Missionsprokurator Pater Karl Oerder sehr angetan", erinnert sich Daniel Trutwin an seine Zeit als jugendlicher Austräger der Kirchenzeitung. Als Schulsprecher setzt er diese Ermutigung damals in Taten um: "Mit dem Bonner Hungermarsch 1985 haben wir selbst tausende Bonner Schüler für die weltweite Arbeit Don Boscos begeistert. Ich selbst durfte die Arbeit vor Ort eindrücklich auf einer Reise nach Südindien kennenlernen.“ Ihr folgten zahlreiche weitere Reisen und Aktionen, die mich immer wieder neu begeisterten. Don Bosco ist mit seinen Angeboten sehr nah bei den Anliegen und Nöten junger Menschen. Als Vorsitzender des Kuratoriums und des Hauptausschusses von Don Bosco Mondo versuche ich, einen bescheidenen Beitrag zu leisten, dass sich die Zusammenarbeit mit wichtigen Multiplikatoren positiv entwickelt und der Geist von Don Bosco lebendig bleibt.“

Gemeinsam.

Das sind unsere 13 Gründungsmitglieder:

  • Diemut de Haar
  • Helmut Geiger
  • Dr. Claus und Karin Geißler
  • Augusta Globke
  • Marion Jansen
  • Ilse und Fritz Köble
  • Hildegund Linnartz
  • Dr. Anton Nakazi
  • Pater Karl Oerder
  • Anselm Verbeek
  • Jürgen von Danwitz

Lerne hier unsere Don Bosco Familie kennen!

Zukunft.

Weltweit wachsen Kinder und Jugendliche in einem freien und familiären Umfeld auf, geborgen und ohne existenzielle Ängste. Angeregt zu selbstständigem Denken und Handeln entwickeln sie ihre Fähigkeiten und haben Zugang zu Bildung und Ausbildung. Sie nehmen ihre Rechte wahr, lernen, ihr Leben eigenständig zu gestalten und übernehmen selbstbewusst Verantwortung auch für andere. 

Lern hier unser Jubiläumsprojekt in Makululu kennen!

Ärmel aufkrempeln, anpacken, ausbilden, fördern – und vor allem: Leben ermöglichen.
Pater Oerder

Von Bonn in die Welt

Das Herz des Vereins schlug und schlägt auf dem Don Bosco Campus rund um die Pfarrei und Kirche St. Winfried. Wie ein gallisches Dorf behauptet sich die kleine Gebäudegruppe im ehemaligen Bonner Regierungsund heutigem Wirtschaftsviertel. Unweit des Bundestages wird 1968 die Gemeinde St. Winfried auf Initiative engagierter Bewohner gegründet. Die seelsorgerische Betreuung übernehmen die Salesianer Don Boscos und machen sie zum Sitz der Missionsprokur. 1978 wird Pater Karl Oerder zum Pfarrer berufen und die Reise beginnt. Jürgen von Danwitz, Gründungsmitglied des Vereins, erinnert sich schmunzelnd an eine der ersten Sitzungen des Kirchenvorstands mit Pater Oerder. Mit seiner hemdsärmeligen Art hatte er die Gemeindemitglieder schnell erobert und man war sich einig: Das Gemeindeleben und die Arbeit der Missionsprokur müssen stärker verzahnt werden, am besten durch einen Förderverein, der die weltweiten Projekte der Salesianer Don Boscos unterstützt. Gesagt, getan. 1980 wird „JUGEND DRITTE WELT. Freunde und Förderer  der Missionsprokur der Salesianer Don Boscos in Bonn e.V.“ gegründet.

So überschaubar wie die Zahl der zu Beginn geförderten (drei) Projekte, ist auch die Verwaltungsarbeit. Komplett ehrenamtlich werden auf der Schreibmaschine der Gemeindesekretärin Briefe an Partner und Spender getippt. Überweisungsträgern und Buchhaltung rückt man mit Stift und Papier zu Leibe. Die Korrespondenz ins Ausland braucht Wochen. Entsprechend beschaulich ginge es im Pfarr- und Gemeindebüro zu, wäre da nicht Pater Oerders Umtriebigkeit. Er lässt keine Gelegenheit aus, für die Sache Don Bosco und den Förderverein zu werben. Das Schicksal von benachteiligten Kindern und Jugendlichen weltweit muss zum Guten gewendet werden. Das Gemeindeleben und die Lage bieten ihm dazu viele Chancen. Monatlich kommen katholische Bundestagsabgeordnete, Ministerinnen und Minister zum Gottesdienst mit anschließendem Mittagessen. Auch durch die Seelsorge für die ausländischen Diplomaten kommt hier zusammen, was Rang und Namen hat. Zudem ist er viel unterwegs, knüpft Kontakte, sammelt Ideen und denkt groß. So groß, dass es bald professionelle Strukturen braucht. Ein großzügiger Spender ermöglicht 1984 die Anstellung des ersten hauptamtlichen Mitarbeiters.

Einzigartig: Über eine Million Euro für Don Bosco gesammelt

„Jungen Menschen in armen Ländern eine Chance auf Schul- und Berufsausbildung zu geben, ist der beste Weg zu Frieden und Gerechtigkeit. Das verbindet mich seit fast 30 Jahren mit der Don Bosco Familie.“, das sagt Dorothea Hahn nicht nur so, sondern meint es auch. Sie hat ihren Traumberuf zur Berufung gemacht: Als Lehrerin förderte und bildete sie hunderte Schülerinnen an der Bonner Liebfrauenschule. Als Engagierte mobilisierte sie über die letzten 20 Jahre über eine Million Euro an Spenden für die Arbeit Don Boscos in Ghana. Das Land und seine Menschen haben sie seit ihrer ersten Reise 1996 nicht mehr losgelassen. Vor allem die Förderung von Mädchen ist ihr ein Anliegen. Über 300 konnten sich dank Dorothea Hahns Engagement ein Fundament für ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben legen. „Mir fällt nicht nur ein besonderes Erlebnis ein, es waren in der langen Zeit viele gute Erlebnisse: Begegnungen und gute Gespräche mit Salesianern Don Boscos in Deutschland, Polen, Argentinien und Ghana - das jährliche Don Bosco Forum - die gute Kooperation mit den Mitarbeitenden in Bonn.“

Den Menschen Gelegenheit geben, Gutes zu tun

Jung und Alt wird für die Idee Don Bosco begeistert – bis heute. Sei es die Schülerschaft einiger Gymnasien, die mit den „Bonner Hungermärschen“ Zeichen für mehr Menschlichkeit und Miteinander setzen und sich engagieren. Mit Daniel Trutwin und Martin J. Wilde sind uns zwei der damals engagierten Schüler bis heute verbunden. Oder seien es die zahlreichen Persönlichkeiten, die sich als Stifter ganz persönlich für die gute Sache einsetzen wollen. So kommt es zu zahlreichen Stiftungsgründungen, in deren Satzung die Unterstützung der Don  Bosco Projekte fest verankert ist. Ein Segen für die benachteiligten Kinder und Jugendlichen und neue Arbeit für die Mitarbeitenden in Bonn. Das Team wächst. Heute sind 30 Mitarbeitende auf dem Campus aktiv. Jede und jeder davon baut mit Sachverstand und Herz Brücken zwischen Ländern und Menschen.

Ein Meilenstein besonderer Art wird 1986 erreicht: Erstmalig bekommen wir Gelder vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zuerkannt. Im neuen Jahrtausend wecken wir dann gezielt das Potential von Unternehmen, Verbänden und Kammern für die Sache Don Bosco und erweitern so den großen Kreis der Engagierten um wichtige neue Partner. So geht der „Förderverein“ einzelner Projekte Schritt für Schritt den weiten Weg zu einer professionellen Entwicklungszusammenarbeit.

Kinder haben Rechte

Pater Jorge Crisafulli SDB ist gebürtiger Argentinier und lebt seit über 20 Jahren in Afrika. Seit 2016 leitet er in Freetown das Schutzzentrum „Don Bosco Fambul“.

"Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Don Bosco für Afrika und Afrika für Don Bosco gemacht ist. Afrika ist jung, es ist ein Kontinent der Hoffnung. Es liegt eine glänzende Zukunft vor uns, wenn wir weiterhin als eine Familie zusammenarbeiten. Don Bosco in Sierra Leone ist ein Traum und ein Wunder. Der Traum von Don Bosco ist heute Wirklichkeit geworden. Ein Wunder Gottes, das durch unsere Partner und Wohltäter ermöglicht wird. Danke, dass Sie Teil dieses schönen Traums und dieses wunderbaren Wunders sind."

Aus_Bildung wird Zukunft – immer und überall

Mit diesem Wortspiel drücken wir aus, wovon Ordensgründer Don Bosco genauso überzeugt war, wie wir es heute noch sind. Lebensnahe schulische und berufliche Bildung ist der richtige Weg, um benachteiligten Kindern und Jugendlichen ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Denn es ist ihr Weg aus der Armut, egal ob Schulabbrecher, Kindersoldat, Straßenkind, Waisenkind oder minderjähriges Bandenmitglied. Jede und jeder hat die Chance auf einen Neustart ins Leben verdient. Egal wo auf dieser Welt. Ob in den trubeligen Slums der Großstädte oder den einsamen Höhen der Anden, wir stehen mit unseren starken Partnern, den Salesianern Don Boscos und den Don Bosco Schwestern, verlässlich an ihrer Seite. Gemeinsam wecken wir die Talente und Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen, geben ihnen Mut und Selbstvertrauen und vermitteln Werte wie Toleranz, Respekt, Kreativität und Teamgeist. So reifen sie zu verantwortungsvollen und engagierten Persönlichkeiten heran, die mit uns selbstbewusst die Stimme für ihre und die Rechte  anderer erheben. Bis heute sind alle Don Bosco Einrichtungen weltweit erfüllt vom Geist der ganzheitlichen Don Bosco Pädagogik. Die Zentren sind ein Zuhause. Hier dürfen Kinder Kinder sein. Hier wird gelernt und hier wird an sie geglaubt, an alle.

Selbst wenn einige der Kinder, die das harte Leben auf der Straße gewöhnt sind, den Schritt in die neue, strukturierte Welt nicht sofort schaffen, stehen ihnen die Türen weiter offen. Sie bekommen die Zeit, die sie brauchen, um Vertrauen zu fassen und die nächste Stufe auf dem Weg in eine Zukunft mit Perspektive zu erklimmen.

An welches besondere Erlebnis erinnerst Du dich?

Auf einer Projektreise nach Angola hat mich ein Ereignis sehr berührt. Im riesigen Slum Lixeira der Hauptstadt Luanda leben hunderttausende Menschen in informellen Hütten auf einer ehemaligen Mülldeponie. Don Bosco unterhält hier Gesundheitsposten, Alphabetisierungskurse und einfache Ausbildungskurse. Man sieht dem Slum die ehemalige Mülldeponie noch deutlich an – überall übelriechende schwarze Rinnsale und Berge von Müll. Das machte mich traurig und wütend. Niemand sollte so leben müssen! An einer Abbruchkante, über die sich die Menschen über einen glitschigen, gefährlichen Pfad kämpfen mussten, waren gerade einige junge Menschen dabei, eine Holztreppe zu bauen. Ich erfuhr auf Nachfrage: Das seien Azubis des Don Bosco Ausbildungszentrums. Sie bauten die Treppe hier, damit nicht mehr so viele Unfälle geschehen.

Wir schreiben VERTRAUEN groß

Gegenseitiges Vertrauen ist die Basis, die es uns gemeinsam mit den Engagierten möglich macht, gerade in Krisenzeiten an der Seite der Schwächsten zu sein. Wenn Dürre, Fluten und Erdbeben Leben zerstören oder Kriege und Pandemien ganze Gesellschaften bedrohen, ist Don Bosco bereits vor Ort verwurzelt, kennt sich aus und weiß, was zu tun ist. Kaum haben wir hier in Bonn erfahren, was es für das Überleben der Menschen braucht, reicht oft ein Anruf aus, um die nötigen Mittel dafür zu besorgen und Spendenaufrufe zu starten. Das Netz der Engagierten und das gewachsene Vertrauen zwischen allen Partnern ist unser großes Glück und die Grundlage für unser erfolgreiches Wirken.

Jugend. Hilfe. Weltweit. Wir sind mit dem Verständnis von Entwicklungszusammenarbeit gewachsen. Daher ist es nur richtig, dass aus „Jugend Dritte Welt“ im Jahr 2012 „Don Bosco Mondo e.V.“ wird. Das drückt das vertrauensvolle Verhältnis auf Augenhöhe zu den Projektpartnern und unsere Verantwortung in der Einen Welt aus. Oder um es mit den Worten Don Boscos zu sagen: „Das Beste, was wir auf der Welt tun können, ist Gutes tun, fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen!“ 

Unsere Ehrenmitglieder

Pater Karl Oerder, 2004
Dr. Helmut Geiger 2018
Archivbild: Gruendungsvorstand mit Richard von Weizaecker
Günther Herms, 2017
Wolfgang Seibt, 2017
Hans-Michael Heitmueller Hauptausschuss Don Bosco Mondo
Hans-Michael Heitmüller, 2019
Juergen von Danwitz Vorstand Don Bosco Mondo
Jürgen von Danwitz, 2021
Manfred Peter Vorstand Don Bosco Mondo
Manfred Peter, 2021
Helmut Merkel Kuratorium Don Bosco Mondo
Helmut Merkel, 2021

Ein Unikat für ein Unikat

Pater Oerder und Hans-Jürgen Dörrich „müssen“ den von Luise und Joachim Müller geschenkten 1928er Ford regelmäßig bewegen. Er wird 1995 für 46.000 DM versteigert und ermöglicht den Bau des Straßenkinderzentrums in Itaquera / Sao Paulo in Brasilien. Hier ist seitdem Padre Rosalvino SDB die treibende Kraft hinter dem Erfolg – und ein Unikat. Mit wehendem weißem Arbeitskittel eilt er durch das Viertel und braucht sich nicht vor den einschlägigen Gangs zu fürchten. Seitdem er hier wirbelt, verwandelte sich das Viertel in einen Ort der Solidarität und des Aufbruchs. Er mobilisiert die Viertelbewohner, die Öffentlichkeit und die Politik, organisiert Demonstrationen und wird nicht müde, innovativ zu denken. Heute ist das Sozialwerk Dom Bosco Itaquera mit 400 Mitarbeitenden und 17 Bildungs- und Sozialprogrammen eine der größten Jugendhilfe- und Sozialeinrichtungen des Landes. 5.000 bis 6.000 Kinder und Jugendliche aus armen Verhältnissen nutzen täglich die Angebote.

Miriam Zoeller und Andrea Schorn Spenderservice

Noch Fragen? Wir sind gerne für dich da!

Miriam Zöller und Andrea Schorn Spenderservice

02285396545
info(at)don-bosco-mondo.de