Interview: Hilfe in der Ukraine

Die Situation in der Ukraine wird immer dramatischer. Die Salesianer Don Boscos bleiben vor Ort. Silvia Cromm koordiniert die Nothilfe von Bonn aus. Im Interview erklärt sie, wie Don Bosco den Menschen in der Ukraine hilft.

"Sie warten auf den Frieden"

Der Krieg in der Ukraine dauert an. Millionen Menschen sind auf der Flucht. Die Zahl der Todesopfer steigt - auch viele Kinder sind darunter. Die Jungen und Mädchen, die im Kriegsgebiet bleiben oder flüchten müssen, sind traumatisiert. 57 Kinder aus dem Kinderhaus konnten in die Slowakei evakuiert werden. Silvia Cromm berichtet, wie es diesen Kindern jetzt geht und welche Hilfe dringend benötigt wird.

Wie geht es den Kindern in der Slowakei?

Den 57 Kindern aus Lemberg geht es gut. Sie sind in Sicherheit und haben ihre Ängste zum Teil überwinden können. Fünf Erzieherinnen aus dem Familienhaus in Lemberg haben sie begleitet. Das hat ihnen Sicherheit vermittelt. Für die Erzieherinnen war es allerdings nicht einfach, denn sie mussten ihre Familien in der Ukraine zurücklassen. Die Kinder möchten gerne nach Hause zurück und warten auf den Frieden.

Wie sieht die Hilfe von Don Bosco aus?

Die Salesianer Don Boscos helfen im ganzen Land. Ein Beispiel hierfür ist die Hilfe in Lemberg und Dnipro. An beiden Orten erhalten Menschen in Not Lebensmittel, Wasser und Medikamente. In Dnipro werden Familien aus gefährdeten Regionen evakuiert. Ihnen wird auf der Flucht geholfen. In Lemberg ist die Versorgungslage im Moment noch recht gut. Außer Medikamenten kann alles beschafft werden. Von Lemberg aus können auch Lebensmittel in andere Regionen verteilt werden. Auch in Dnipro ist die Versorgung noch einigermaßen gewährleistet.

Die Solidarität und Spendenbereitschaft in Deutschland ist sehr groß. Dafür sind wir zutiefst dankbar!
Silvia Cromm, Geschäftsführung Programme & Projekte
Silvia Cromm

Wie ist die Situation in Kiew?

In der Hauptstadt Kiew ist die Hilfe am schwierigsten. Es gibt Versorgungsengpässe. Durch die Ausgangssperren und häufigen Bombenalarme müssen auch die Helfer die Schutzräume aufsuchen. Aktuell klären wir, ob es möglich ist, Lebensmittel nach Kiew zu transportieren. Zudem versuchen wir Medikamente aus Deutschland ins Kriegsgebiert zu liefern. Die Salesianer bleiben vor Ort, um den Menschen beizustehn - trotz der hohen Risiken.

Was hat Sie persönlich besonders bewegt?

Das Kinderhaus in Lemberg habe ich mehrfach besucht. Die wunderbare, familiäre Atmosphäre dort hat mich sehr berührt. Die Kinder waren sehr behütet und wirkten glücklich. Die Bombardierungen haben ihre Spuren hinterlassen. Nachts mussten die Jungen des Hauses im Keller schlafen. Auf einem Video unserer Partner ist zu sehen, wie sie still und diszipliniert ihre Rucksäcke gepackt haben. Das hat mich sehr traurig gemacht. Kein Kind sollte Kriegssituationen oder auch Krieg erleben. 

Wie ist die Reaktion der Menschen in Deutschland?

Die Solidarität und Spendenbereitschaft in Deutschland für die Ukraine ist sehr groß. Dafür sind wir zutiefst dankbar! Auch die Menschen, die für den Frieden auf die Straße gehen, setzen ein wichtiges Zeichen. Egal ob Spende, Zeichen der Solidarität oder auch ein Gebet. Jede Hilfe zählt!

Interview vom 7. März 2022.

Miriam Zoeller und Andrea Schorn Spenderservice

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Miriam Zöller und Andrea Schorn Spenderservice

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