Hoffnung und Zukunft für Straßenkinder auf Haiti

Don Bosco gibt obdachlosen Kindern und Jugendlichen Schutz, Bildung und die Chance auf eine Zukunft.

Endstation Straße?

Edgar* gehörte bis vor kurzem zu den tausenden Waisen und Straßenkindern, die in Haitis Großstädten ums Überleben kämpfen. Die Gemeinschaft seiner Gang war sein Familienersatz – und eine Achterbahnfahrt zwischen Hass, Verzweiflung, Glück und Angst. Körperliche Arbeit, Dreck, Hunger, Kriminalität und Gewalt gehörten zu seinem Alltag. "Was mir besonders wehtat, war die Verachtung und Missachtung, die uns entgegengebracht wurde", erzählt Edgar rückblickend. Denn auf Haiti gilt: Einmal Straßenkind, immer Straßenkind.

Kein Kind darf verloren gehen!

Edgar und die vielen anderen Straßenkinder träumen eigentlich von einem besseren Leben abseits der Straße. Aber wie sollen sie das schaffen?! Ohne Schulbildung, ohne Job, als Drogenabhängige oder Vorbestrafte und vor allem ohne eine echte Chance? Don Bosco weiß von dieser Sehnsucht nach einem echten Zuhause und bietet Straßenkindern wie Edgar einen Ausweg. Respekt und Geduld sind die Grundlagen, damit kein Kind verloren geht. 

1. Schritt: Streetwork

Streetworkerinnen und Streetworker knüpfen erste Kontakte zu den Kindern und Jugendlichen auf der Straße ("La Rue", die Straße). "Ich putzte gerade ein Auto, da wurde ich von einer jungen, lächelnden Frau angesprochen. Und zwar nicht, weil sie mich wegjagen wollte! Sie fragte, wie es mir geht. Sie kam wochenlang immer mal wieder vorbei und redete einfach mit mir. Irgendwann erzählte sie mir von einem Ort, den sie "Lakou" Don Bosco nannte. Es sei ein geschützter Ort, wo die Kinder kommen und gehen könnten, wann sie wollen. Das wollte ich mir mal anschauen“, erinnert sich Edgar. 

Ärmel hochkrempeln für Kinder in Not

Haiti: Pater Stra SDB mit Schützlingen

1988 übernahm Pater Attilio Stra SDB die Leitung einer Don Bosco Berufsschule in Port-au-Prince. Tagtäglich musste er bettelnde Kinder abweisen. Er beschließt, diesen Zustand nicht länger hinzunehmen und den Kindern und Jugendlichen zu helfen und sie von der Straße zu holen. Mit einer warmen Mahlzeit öffnet er die Herzen der Straßenkinder: Für viele ist das der Startschuss in ein neues Leben. Pater Stra SDB legt den Grundstein für die Straßenkinderprogramme "Lakay" in Haiti. Seitdem wird die Arbeit für benachteiligte Kinder und Jugendliche kontinuierlich und nachhaltig ausgebaut.

2. Schritt: erstes Zuhause

„Lakou“ (der Hof) ist eine erste Anlaufstelle für die Straßenkinder Haitis. Hier können sie sich waschen, etwas essen, spielen und handwerklich aktiv werden – aber jederzeit auch wieder gehen. Über 300 kommen jeden Tag hierher. Edgar ist schnell einer davon. Seine Besuche werden regelmäßiger. Er beginnt, den Mitarbeitenden zu vertrauen und auch wieder zur Schule zu gehen. Es ist ungewohnt für ihn, sich an feste Regeln und strukturierte Tagesabläufe zu gewöhnen. Aber Tag für Tag fällt es ihm leichter. 

3. Schritt: endlich angekommen!

Edgar hat es geschafft und dem Leben auf der Straße den Rücken gekehrt! Er macht gerade seinen Schulabschluss nach. Zusammen mit 59 anderen Jungen lebt er im Don Bosco-Wohnheim "Foyer Lakay" (das Zuhause). Er möchte eine Ausbildung anfangen. Wahrscheinlich als Tischler, „weil es so schön ist, mit den eigenen Händen etwas Stabiles zu bauen.“ Wenn er das durchzieht, bekommt er nach bestandener Prüfung einen passenden Werkzeugkoffer von Don Bosco geschenkt – als Starthilfe in sein neues Leben!

*Zum Schutz der Jugendlichen sind die Namen geändert und dies beispielhafte Geschichten.

Viele der Jungs haben es zurück in die Gesellschaft geschafft! Manche haben sogar studiert und sind Pädagogen geworden, die nun ebenfalls mit Straßenkindern arbeiten.
Pater Pierre Lephène SDB, Leiter eines der Don Bosco Straßenkinderzentren
Andrea Schorn

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