Kolumbien: Jugendlicher am Waschplatz

Offene Türen

Regierung und Rebellen haben während des 50 Jahre andauernden, brutalen Bürgerkriegs in Kolumbien unsägliches Leid über zehntausende Jungen und Mädchen gebracht.

Geraubte Unschuld, geraubte Zukunft?!

Die geschundenen Mädchen und Jungen stehen vor der großen Hürde, den langen Weg zurück in die Gesellschaft zu meistern. Jahrelang bestand ihr Leben aus Gewalt, Disziplin, Gehorsam, Missbrauch und Waffen. Sie haben nicht gelernt, Konflikte gewaltfrei auszutragen. Zu früh wurden sie aus der familiären Geborgenheit gerissen oder haben selbst diese nie erlebt: Armut, Schläge und Hunger sind zu oft der Alltag, aus dem sie auf die Straße fliehen und leichte Beute für kriminelle Banden oder bewaffnete Gruppen werden. Es ist ein Teufelskreis, der keinen Traum von Zukunft zulässt.

Die Jungen wurden ausgebildet, um Schmerzen zuzufügen, zu töten und Leichen zu zerstückeln. Die Mädchen wurden von den Offizieren missbraucht, und viele hatten Abtreibungen. Diese Traumata müssen sie erst bewältigen, bevor sie die Chance auf ein neues Leben haben ergreifen können.
Pater Rafael Bejarano SDB Direktor der Ciudad Don Bosco in Medellín

Das Leben wieder lernen

„Puertas Abiertas“ heißt übersetzt „Offene Türen“ und genau das sind sie für ehemalige Kindersoldaten im Don Bosco Zentrum in Cali. Die jährlich bis zu 30 Mädchen und Jungen finden hier im Schutzhaus ein stabiles Zuhause. Behutsam werden sie auf den Weg zurück ins Leben gebracht: Mit psychologischer, pädagogischer und medizinischer Betreuung und mit einer flotten Aufholjagd ins Leben – denn es gibt viel nachzuholen, was sie als Kindersoldaten verpasst haben! Sie lernten Disziplin, Gehorsam und den Umgang mit Waffen anstatt Lesen und Schreiben. Ihre Kindheit verbrachten sie in militärischen Lagern und nicht in der Wärme einer Familie. In Cali haben sie nun viel Zeit, ihre Persönlichkeiten und Talente zu entdecken – damit sie mit neuem Mut ins Leben starten. Don Bosco begleitet die Jugendlichen Schritt für Schritt, damit die seelischen und körperlichen Wunden heilen und jede einzelne Persönlichkeit gestärkt wird. Im Schnitt bleiben sie zwei Jahre, in denen sie die Schule nachholen und eine Ausbildung machen können. Und auch nach dem erfolgreichen Abschluss, bei der anschließenden Arbeitssuche und wenn nötig auch darüber hinaus, lässt Don Bosco seine Schützlinge nicht allein. 

Die Mischung macht‘s!

Das „Don Bosco-Gesamtpaket“ macht die Arbeit in Kolumbien zu einer echten Erfolgsgeschichte: Die besondere Mischung aus ganzheitlicher pädagogischer und psychologischer Betreuung, von Schule über Ausbildung bis hin zur Jobsuche; viel Zeit; dem ein oder anderen stillen Moment; Humor sowie einer gehörigen Portion Respekt und Nächstenliebe bringen rund 80 Prozent der ehemaligen Kindersoldaten zurück ins Leben. Als frischgebackene Kfz- und Industriemechanikerinnen, Gastronomen, Schweißerinnen, Elektriker, Schneider, Buchhalterinnen oder Lagerlogistiker schaffen viele von ihnen die Rückkehr in ein geregeltes, selbstbestimmtes und ziviles Leben. Sie werden wieder aktive und vollwertige Mitglieder der Gesellschaft jenseits von Gewalt und so zu Friedensstiftern für die Zukunft. 

Don Bosco vor Ort:

In Kolumbien helfen die Salesianer Don Boscos jungen Menschen am Rand der Gesellschaft seit 1892 zurück ins Leben. Sie schaffen Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung für Straßenkinder, Schulabbrecher sowie Kinder und Jugendliche aus unvollständigen Familien und diskriminierten Bevölkerungsgruppen. Jährlich werden durch die breit gefächerten Maßnahmen in unterschiedlichen Einrichtungen insgesamt ca. 21.000 junge Kolumbianerinnen und Kolumbianer erreicht und in ihrer schulischen und beruflichen sowie der Entwicklung ihrer Persönlichkeit gefördert. 

Santiago Ferreiro

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