Kinderrechte sind Menschenrechte

Kampf für Kinderrechte in Indien

190 Staaten haben 1989 die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben – mehr als jede andere UN-Konvention! Auch Indien hat sich damals verpflichtet, die Rechte aller Kinder zu schützen und zu pflegen – unabhängig von Herkunft, Religion oder Geschlecht. Aber Papier ist geduldig.

Denn nach wie vor leiden zu viele Kinder und Jugendliche in Indien unter Misshandlung, Missbrauch und Diskriminierung. CREAM (Child Rights Education and Action Movement) gibt diesen Kindern eine Stimme und eine Lobby. Das Projekt der Salesianer Don Boscos lehrt und praktiziert die Rechte der Kinder, fördert den Austausch der Jüngsten in Kinderrechtsclubs, etabliert ihre Ansprüche und setzt ihre Rechte durch.

Kinderrechte lernen und leben

Kinderehen, Kinderhandel, Kinderarbeit, Kinderprostitution, Kindesmissbrauch und Diskriminierung sind immer noch Alltag für Kinder in Indien, vor allem für Mädchen. Aus Angst oder Unwissenheit setzen sie sich nicht zur Wehr.

Denn die meisten der Kinder haben keine Ahnung, dass ihr Körper und ihre Seele ein Recht auf Schutz haben, dass ihnen Bildung zusteht und ein unbeschadetes, gesundes Leben in einer intakten Umwelt. Die Kinder Indiens müssen ihre Rechte kennen, damit sie sie einfordern und solidarisch dafür kämpfen können.

Gebt den Kindern das Kommando

Dazu gehören Kinderrechtsclubs an Schulen, die untereinander vernetzt sind. So verbreiten sich die Botschaften und Aktionen nach und nach über das ganze Land. In der ersten Phase haben 80.000 Kinder erstmals bewusst davon erfahren, dass sie ein verbrieftes Recht auf Leben, Gesundheit, Ernährung, Schutz, Bildung und Mitbestimmung haben. Sie haben allein in Bangalore 35 Kinderehen, über 1.000 Fälle von Kinderarbeit und 225 Fälle von Kindesmissbrauch verhindert oder gestoppt. Damit Kinderschutz in allen Köpfen ankommt, müssen Kleine und Große informiert und die Öffentlichkeit sensibilisiert werden. Eltern, Lehrer, Sozialarbeiter, Gemeindeleiter und Projektangestellte werden geschult und unterstützen die Kinder und Jugendlichen. Denn ohne die Mitwirkung von Erwachsenen ist ein wirkungsvoller Einsatz für Kinderrechte in Indien nicht möglich.

Die Jüngsten bekommen damit nun endlich eine Stimme und Gehör, sie entwickeln ein Gefühl für gerechte und ungerechte Behandlung.

Beeindruckendes Engagement

Das Kürzel BREADS steht für Bangalore Rural Educational and Development Society (übersetzt: Gesellschaft für ländliche Bildung und Entwicklung in Bangalore). Im indischen Bundestaat Karnataka sorgt BREADS seit 25 Jahren dafür, dass die Rechte der Kinder verbreitet, verteidigt und gelebt werden. Wir sind stolz darauf, dem Team seit 1995 – und seit 2012 mit der Unterstützung des BMZ – zur Seite zu stehen.

Seit 1993 fokussieren sich die Salesianer Don Boscos mit ihrem Team auf „Youth at Risk“: Das sind Straßenkinder, Kinderarbeiter, Schulabbrecher, Waisen, vernachlässigte oder diskriminierte Jungen und Mädchen. Mit zahlreichen Angeboten werden sie aufgefangen, behutsam zurück in ein geregeltes Leben geführt, durch Bildung gestärkt und starten dann selbstbewusst in ein neues Leben! Die Zahlen sprechen für sich!