Corona - eine globale Krise

Gemeinsam gegen Corona - Weltweit

Wir befinden uns in schwierigen Zeiten. Die Nachrichten über das Corona-Virus beunruhigen uns alle. Jetzt ist unser aller Zusammenstehen und ein gemeinsamer Kraftakt gefragt: Für die Schwächsten unter uns – und in der Ferne. Denn Viren und hochinfektiöse Krankheiten machen nicht Halt vor Ländergrenzen – und gefährden das Leben der Kinder und Jugendlichen in den Don Bosco Straßenkinderzentren weltweit. Die meisten der Jungen und Mädchen dort sind bereits vom Leben auf der Straße geschwächt. Sie brauchen besonders viel Fürsorge – damit sie sich weiterentwickeln und eine Stütze für die Gesellschaft werden können.

Bitte helfen Sie, damit die Salesianer Don Boscos weltweit die Vorsorgemaßnahmen zum Schutz von Kindern weiter verstärken können!

Don Bosco startet weltweit Hilfsprogramme

Father Roger – ein jugendlicher Held der Jugend

Father Roger – ein jugendlicher Held der Jugend

Father Roger im Fluechtlingscamp Palabek

Father Roger SDB ist für die Kinder im Flüchtlingscamp in Palabek im Norden Ugandas sowas wie ein Held: Corona hat auch hier das Leben lahmgelegt. Essen ist knapp, zur Schule gehen, Freunde besuchen und Spielen, oft die einzigen Ablenkungen im tristen Alltag, sind nicht möglich. Selbst die sehr improvisierten Klassenzimmer mussten ihre Pforten schließen. Doch der junge Salesianer Don Boscos aus der Demokratischen Republik Kongo weiß zu helfen: Seit dem Lockdown organisiert er täglich Aktivitäten und schart fünf- bis 22-Jährige mit großen Augen um sich. Im Angebot hat er dabei reine Freizeitaktivitäten genauso wie einkommensschaffende und nachhaltige Projekte – unter Einhaltung aller Corona-Schutzbedingungen: Gemeinsam säen die Jugendlichen Rasen auf Spielplätzen, pflanzen Bäume, legen Küchengärten an, malen, spielen, tauschen Bücher und kümmern sich um ihre erkrankten Freundinnen und Freunde. Besondere Aufregung herrschte bei den Proben und Dreharbeiten kleiner Videos, Tänze und Songs, mit denen sie bei der Aufklärung über Hygienemaßnahmen helfen – denn die wurden dann sogar im örtlichen Fernsehen und Radio gespielt! Nach den anstrengenden Einsätzen in den Gärten und Flächen des Camps, essen die Fleißigen abends gemeinsam Reis mit Hühnchen. Das ist schon ein kleines Festessen für die jungen Leute, deren tägliche Mahlzeit oft nur aus Maismehl und Bohnen besteht.

Fast die Hälfte der rund 50.000 Zufluchtsuchenden in Palabek sind Kinder unter dreizehn Jahren. Sie leiden sowieso schon unter den Folgen ihrer Flucht, sind oft unterernährt und traumatisiert. Das Corona-Virus hat ihre Lage verschlimmert und sie Stress ausgesetzt, den sie bisher nicht kannten und auch nicht so richtig artikulieren können. Die Salesianer Don Boscos fokussieren sich daher darauf, ihnen eine Stütze zu sein und möglichst viel Struktur und Alltag für sie zu schaffen – damit ihr Leben gelingt.

Indien: Hilfe für eine Million Menschen

Das Don Bosco Network hat in Indien mehr als eine Millionen Menschen mit einer Mahlzeit versorgt und rund 150.000 Lebensmittelpakete verteilt. Dem globalen Netzwerk gehören 354 Don Bosco Nichtregierungsorganisationen an.

"Don Bosco Solidarity COVID 19”

Don Bosco Mitarbeitende und Freiwillige verteilten bis Mitte Mai mehr als 400.000 Schutzmasken. Im Rahmen der Kampagne “Don Bosco Solidarity COVID 19” wurden zudem die verwundbarsten und ärmsten Menschen für Schutzmaßnahmen sensibilisiert und medizinisch versorgt. Zu den Gruppen gehören Flüchtlinge, Obdachlose, Wanderarbeiter, Slumbewohner, Rischkafahrer und Tagelöhner mit ihren Familien. Auch psychologische Hilfe wurde angeboten. Die Don Bosco Organisationen arbeiten bei ihrem Einsatz eng mit den lokalen Behörden zusammen.

Don Bosco Network ist ein globales Bündnis von Don Bosco Nichtregierungsorganisationen (NRO). In Nothilfefällen werden Projekte gemeinsam geplant und umgesetzt.

Paraguay: Solidaritätsaktionen für arme Familien

Schülerinnen und Schüler starten Solidaritätsaktionen

Schuelergruppe mit Hilfspaketen

Schülerinnen und Schüler des Don Bosco Colleges in Villaricca verteilen Lebensmittelspenden an arme Familien.

Im ganzen Land haben Don Bosco Schülerinnen und Schüler Solidaritätsaktionen für arme Familien gestartet. Denn diese leiden besonders unter den staatlichen Quarantäneauflagen zur Eindämmung des Coronavirus. Viele der Eltern arbeiten im informellen Sektor, haben keinen festen Job und finden nun gar keine Arbeit mehr, weil sie ihre Häuser nicht verlassen können und ihre Arbeitskraft so nicht anbieten können. 

Lebensmittelspenden für Kinder

In der Universitätsstadt Villaricca im Süden Paraguays gehen die Schülerinnen und Schüler des Don Bosco Colleges mit guten Beispiel voran. Sie sammeln Lebensmittelspenden für Kinder von armen Familien und verteilen die Hilfspakete dann in den Armenvierteln der Stadt.

Mittagessen für 700 Familien

Die Lehrenden des Berufskollegs haben zudem ein kostenloses Mittagessen für bedürftige Familien im Stadtviertel organisiert. Ehemalige Schülerinnen und Schüler versorgen rund 700 Familien des Ortes mit einer Mahlzeit – immer im notwendigen Sicherheitsabstand. Für die Zukunft sind weitere Solidaritätsaktionen geplant.

Honduras: Lebenswichtige Spenden für tausende Familien

Honduras: Lebenswichtige Spenden für tausende Familien

Verteilung von Lebensmittelpaketen in Honduras

Die Erzdiözese von Tegucigalpa, viele Privatleute und Unternehmen unterstützen den Einsatz der Salesianer Don Boscos für benachteiligte Menschen am Rande der Gesellschaft. Sie spenden Nahrungsmittelpakete, die Don Bosco Mitarbeitende an tausende arme Familien rund um die Hauptstadt Tegucigalpa verteilen. Ohne diese Grundnahrungsmittel könnten die Familien sonst nicht überleben. 

Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps

Covid-19 ist auch in dem mittelamerikanischen Land angekommen. Aktuell sind die Infiziertenzahlen noch nicht so hoch, aber das Gesundheitssystem ist mangelhaft und droht zu kollabieren. Denn seit Jahren wird die staatliche Unterstützung in diesem Bereich heruntergefahren.

Extreme Armut und Gewalt

In den vergangenen Jahren ist der Anteil der Armen in der Bevölkerung auf rund 65 Prozent gestiegen. Das mittelamerikanische Land leidet stark unter den Auswirkungen von Korruption und Gewalt. Unzählige Menschen versuchen das Land zu verlassen und sich in den USA ein neues Leben aufzubauen.

Indien: Corona-Kampagne in den Slums Delhis

Indien: Corona-Kampagne in den Slums in Delhi

Don Bosco Mitarbeitende verteilen Schutzmasken in den Slums Delhis

Zum Schutz der Ärmsten führen Don Bosco Mitarbeitende in den Slums Delhis Präventions- und Sensibilisierungsmaßnahmen gegen Corona durch. Denn die Bewohner der Slums zählen zu den gefährdeten Bevölkerungsgruppen: Sie sind arm und können sich weder Masken noch Wasser leisten. Ärzte aus Delhi begleiten die Don Bosco Mitarbeitenden bei ihrem Besuch in den Slums. Sie erklären den Bewohnern, wie sie eine Infizierung verhindern können. Zudem verteilen sie Schutzmasken, Seife und Desinfektionsmittel. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie haben die Salesianer Don Boscos so mehr als 5.000 Masken an Bedürftige verteilt.

Luxusware Wasser

Die Situation in den Slums ist schlimm. Wasser ist in den meisten Elendsvierteln Delhis Mangelware, Händewaschen ein Luxus, den sich hier fast keiner leisten kann. Durch die Ausgangssperre können viele Menschen zudem nicht mehr arbeiten und haben Schwierigkeiten, ihren Familien Essen zu kaufen.

Philippinen: Don Bosco lebt weiter in den Herzen der Magone Boys

Turin 1854

Angst geht in den Straßen um, denn Cholera wütet in der Bevölkerung. Die Straßen sind leer, Geschäfte geschlossen, es gibt keine Heilmittel gegen das Leiden. Während die einen die Flucht ergreifen, bleiben andere sich selbst überlassen und sterben – allein. Don Giovanni Bosco zeigt keine Angst und stellt sich den Herausforderungen. Gemeinsam mit den Schützlingen aus seinem Wohnheim leistet er Hilfe, pflegt, verteilt Essen, kümmert sich, gibt Kraft und Hoffnung.

Cebu 2020

Angst geht in den Straßen um, denn Corona wütet in der Bevölkerung. Die Straßen sind leer, Geschäfte geschlossen, es gibt noch kein Heilmittel gegen das Leiden. Während die einen sich verschanzen, bleiben andere sich selbst überlassen, haben keinen Zufluchtsort und leiden – allein. Don Bosco zeigt keine Angst und stellt sich den Herausforderungen. Gemeinsam mit den Schützlingen aus den Einrichtungen leistet Don Bosco in vielen Ländern der Welt Nothilfe, verteilt Lebensmittelpakete und Hygieneprodukte, kümmert sich, gibt Kraft und Hoffnung.

Don Bosco lebt weiter in den Herzen der Magone Boys

Auch in den Herzen der ehemaligen Straßen- und Knastkinder im Magone Home Aftercare Program (MHAP) in Cebu auf den Philippinen ist Don Boscos Dienst am Nächsten lebendig. Die Jungs zwischen 17 und 20 Jahren, die hier wohnen, können zwar nicht direkt den Menschen helfen – aber die von ihnen gefertigten Schutzvisiere können es. „Es ist wundervoll zu sehen, wie die Jungs vorbehaltlos die Ärzte und das medizinische Personal, aber auch die Behörden – also die Kämpfenden in den ersten Reihen gegen COVID 19 – unterstützen möchten. Und das, obwohl sie selbst sehr schlechte Erfahrungen mit den staatlichen Autoritäten und dem Gesundheitssystem gemacht haben. Schließlich war es die Polizei, die die Straßenkinder wegen kleiner Delikte in die überfüllten und schlecht geführten Gefängnisse brachte“ berichtet Abby Banuag, Psychologe im Wohnheim.

Im Magone Home sind Jugendliche untergebracht, die als Straßenkinder straffällig geworden und im Gefängnis gelandet sind – eine Einbahnstraße, aus der kaum ein Weg in ein normales Leben zurückführt. Durch Schul- und Berufsbildung sowie pädagogische Programme bekommen sie bei Don Bosco die Chance, neu ins Leben zu starten.

Stolz und Vorurteil

Den Jungs gibt es ein einzigartiges Gefühl, wenn sie hören, dass die von ihnen gebauten Schutzvisiere bei Ärzten, Pflegenden und auch der Polizei im Einsatz sind! „Sie lernen, nicht nur an sich zu denken – und gehen damit den ersten Schritt zu einer tiefgreifenden, positiven Veränderung. Sie haben verstanden, dass sie aus dieser Erfahrung sehr viel lernen und mitnehmen können“, so der Psychologe weiter. Ganz nebenbei ist das Bauen der Masken eine willkommene Beschäftigung, denn auch im Don Bosco Boys Home sind die Bildungs- und Freizeitangebote stark eingeschränkt sowie Besuche verboten. So erzählen die Jugendlichen ihren Familien stolz per Telefon, welch wichtigen Dienst an der Gesellschaft sie gerade leisten. Viel wichtiger ist aber, dass die Menschen sehen: Auch ehemalige Knastkinder können etwas leisten und zur Gemeinschaft beitragen. Das Selbstbewusstsein der Jugendlichen und ihr Ansehen in der Gesellschaft wachsen dabei stetig und Vorurteile werden abgebaut. Gute Bedingungen, für einen Neustart ins Leben!

Indien: Neue Wege für neues Leben

Neue Wege für neues Leben

Nach vielen Jahren des Versuchens werden Zulfath und ihr Mann Safeek endlich Eltern. Zulfath ist im achten Monat schwanger und möchte zu ihrer entfernt lebenden Familie, um dort zu entbinden und die Freude mit allen zu teilen. Und dann kommt die Corona-Pandemie dazwischen. Der öffentliche Nahverkehr ist eingestellt, Ausgangssperren und Einschränkungen beherrschen den Alltag. In großer Sorge und Angst vor der anstehenden Geburt in diesen Zeiten sucht das Paar Hilfe. Aber unter diesen Umständen kann ihnen niemand beistehen. In seiner Verzweiflung wendet Safeek sich an die Salesianer Don Boscos, deren Arbeit für Straßenkinder er als Englischlehrer an einer Schule kennt. Und er hat Glück: Es werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, mit lokalen Autoritäten und einer anderen NGO verhandelt. Heraus kommt eine Passiererlaubnis für die werdenden Eltern, die mit ihrem Auto und unter Einhaltung strenger Regeln den Weg von Karnataka nach Kerala (über zwei Bundesstaaten hinweg) antreten dürfen. Sie warten nun im Kreis ihrer Familie auf die Geburt des Wunschkindes. Don Bosco hat hier erfolgreich mit einer Organisation zusammengearbeitet, die sich um Wanderarbeiter, Migranten und deren Familien kümmert. Diese bietet nun anderen Schwangeren und werdenden Eltern ähnliche Hilfe an. So finden sich neue Wege für neues Leben – und das ganz ohne finanziellen Aufwand!

Kolumbien: Ehemalige Kindersoldaten nähen Schutzmasken

Beitrag zum Gemeinwohl

Normalerweise tummeln sich tagtäglich mehrere Hundert Auszubildende der verschiedenen Sparten auf den Gängen und in den Unterrichtsräumen des Don Bosco Berufsbildungszentrums in Cali. Aktuell findet kein regulärer Unterricht statt – und doch rattern die Nähmaschinen in den Ausbildungsräumen der Schneiderei. Denn die jungen Menschen hier wollen ihren Beitrag zur Bekämpfung der Corona Pandemie in Kolumbien leisten. „Die Auszubildenden kommen mehrmals am Tag zu uns und nähen mit Begeisterung“, erklärt Pater Jesús Bolaño. Unter den engagierten Jugendlichen sind auch ehemalige Kindersoldaten. Sie alle nähen Schutzmasken und verteilen diese an Bedürftige , die sich sonst gar nicht schützen könnten. „Diese Jugendlichen, die einst Waffen getragen haben, sind jetzt Überbringer von Licht und Hoffnung“, so Pater Jesús. "Mit ihrer Hilfsinitiative unterstützen sie die Ärmsten und tragen entscheidend zum Gemeinwohl bei.“

Äthiopien: In Quarantäne mit Straßenkindern

Äthiopien: In Quarantäne mit Straßenkindern

Der Straßenjunge in Äthiopien freut sich, dass er bei Don Bosco bleiben darf.

Während der Ausgangssperre ist das Don Bosco Zentrum in Addis Abeba ein Zufluchtsort für rund 400 Straßenkinder geworden. „Wir mussten unsere Einrichtung aus Präventionsgründen schließen und auch unsere Lehrerinnen und Lehrer nach Hause schicken. Die Straßenkinder aber dürfen glücklicherweise bleiben, denn sie können ja nirgendwo anders hin", sagt Pater Angelo Ragazzo SDB. Seit mehr als 30 Jahren werden Straßenkinder in dem Don Bosco Zentrum mit einer Mahlzeit und medizinisch versorgt und können am Schulunterricht teilnehmen.

Don Bosco hätte genauso gehandelt!

Pater Angelo und seine Mitbrüder gehen von vielen Wochen Quarantäne aus. Hierfür haben sie verschiedene Programme auf den Weg gebracht: Es findet eingeschänkter Unterricht statt und handwerkliche und sportliche Aktivitäten werden gefördert. "Don Bosco hätte genauso gehandelt!“, ist Pater Angelo überzeugt. Zutritt zum Zentrum haben nur das Wachpersonal, die Köche und Sozialarbeiter. Alle müssen sich strikt an die Sanitär- und Abstandsvorschriften halten.

Ecuador: Brot für Arme – Don Bosco hilft 2.000 Familien

Ecuador: Brot für die Ärmsten

In Ecuador verteilen die Salesianer Don Boscos Lebensmittelgutscheine an extrem arme Familien. Mit der Gutschrift über umgerechnet 60 US Dollar können sich die Familien in den Supermärkten in der Nähe versorgen. Ihr Überleben ist damit für die kommenden zwei bis drei Wochen gesichert. Bis zu drei Mal kann eine Familie einen solchen Gutschein erhalten. Zudem sind Vereinbarungen mit lokalen Geschäften getroffen, in denen die Familien frische Lebensmittel zu einem günstigen Preis bekommen. Denn mit der gesunden Ernährung stärken sie ihr Immunsystem und verhindern eine Infizierung mit dem Corona-Virus.

Tausende Familien kämpfen ums Überleben

„Von den 60 Dollar können meine Familie und ich eine Woche lang überleben,“ sagt eine Frau, die aufgrund der Ausgangssperre nicht mehr arbeiten gehen kann und die Alleinverdienerin der Familie ist. 2.000 Familien versorgen die Salesianer Don Boscos zurzeit landesweit. Die meisten könnten sich ohne die Unterstützung noch nicht mal ein Brot leisten.

Kampagne der Solidarität

„Wir werden uns immer für die armen Menschen einsetzen. Mit dieser Kampagne der Solidarität wollen wir viele Personen und Institutionen ermutigen, den bedürftigen Menschen zu helfen“, so die Salesianer Don Bosco in Quito. Ecuador gehört zu den Ländern Lateinamerikas, die am meisten unter den wirtschaftlichen Folgen des Corona-Virus leiden. Der Großteil der Bevölkerung lebt in extremer Armut.

Angola: Brot der Nächstenliebe

Angola: Brot der Nächstenliebe

Ein Bild aus Zeiten vor Corona: Diese Jungs spielen auf dem Hof eines Don Bosco Zentrums in Luanda - sie haben hier ein neues Zuhause gefunden.

Ein Zuhause für Straßenkinder

Seit Jahrzehnten sind die Salesianer Don Boscos in der angolanischen Hauptstadt Luanda tätig und kümmern sich um Straßenkinder. Bis zu 300 Minderjährige finden jeweils in einem Don Bosco Zentrum eine neue Familie, haben hier einen Platz zum Schlafen, können sich waschen und bekommen etwas zu Essen. Normalerweise können sie auch zur Schule gehen. Doch momentan ist nichts normal: Denn auch in den Schutzhäusern gelten die Hygiene- und Verhaltensregeln, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Auf Bitten der angolanischen Regierung haben die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern weitere hundert Straßenkinder aufgenommen. Sie alle müssen versorgt werden.

Brot der Nächstenliebe

Omar Mohamed, ein muslimischer Bäcker, hilft dabei. Der gebürtige Mauretanier spendet seit der Ausgangssperre sein Brot an Don Bosco. Für ihn ist das ein Akt der Nächstenliebe: “Gott wird mich bezahlen” , so der Bäcker. Und er geht mit seinem kleinen Laden auch weiter mit gutem Beispiel voran: Das Brot bei ihm ist deutlich billiger als in den anderen Bäckereien der Stadt. So können es sich auch arme Familien leisten.

Indien: „Straßenkinder sind durch Corona besonders gefährdet“

Die Corona-Krise stellt unsere Partner in Indien vor große Herausforderungen. Father Joy Nedumparambil SDB ist seit 2012 Direktor der Nichtregierungsorganisation BREADS in der indischen Metropole Bangalore. BREADS koordiniert mehr als 40 Sozialprojekte, vor allem für Frauen und Kinder. Im Interview erklärt er, warum Straßenkinder durch die Corona-Krise besonders gefährdet sind.

Wie geht es den Kindern und Jugendlichen in den Don Bosco Einrichtungen?

Den Kindern in den Zentren geht es soweit gut. Falls Verdachtsfälle von Corona-Infizierungen vorliegen, ergreifen wir im Haus sofort die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen. Wir sorgen dafür, dass einfache Erkältungen und Husten sofort behandelt werden. Zudem achten wir auf eine gesunde Ernährung, um das Immunsystem zu stärken. Wir haben nur wenig Platz, deswegen ist es schwierig, den notwendigen körperlichen Abstand einzuhalten. Alle Kinder tragen zum Schutz Atemmasken, die Frauen in Selbsthilfegruppen für sie genäht haben.

Was ist mit den Kindern, die noch auf der Straße leben?

Kinder, die jetzt noch auf der Straße leben, sind in einer besonders prekären Situation. Die meisten von ihnen sind körperlich geschwächt, haben Vorerkrankungen und können sich nicht vor dem Virus schützen. Wo wir konnten und uns sicher sind, dass sie gut untergebracht sind, haben wir die Kinder zu ihren Familien zurückgebracht. Manche sind in der Obhut der Polizei und in Notunterkünften. Diese sind allerdings in einem miserablen Zustand: Meistens ohne fließend Wasser und medizinische Versorgung. Da die Kinder nicht auf die Straße dürfen, können sie sich auch kein Essen besorgen. Sie sind auf Hilfe von außen angewiesen.

Dürfen die Sozialarbeiter noch auf die Straße gehen?

Wir haben Passierscheine von der Polizei bekommen, um Kindern und Jugendlichen auf der Straße in Not zu helfen und sie auch medizinisch zu versorgen. Und wir dürfen Essen und Hilfspakete zu bedürftigen Familien bringen. In Notfällen meldet sich die Polizei oder eine andere Anlaufstelle bei uns. Denn unsere Sozialarbeiter können ihre täglichen Erkundungsgänge zu den Bahnhöfen, Busbahnhöfen oder auf Märkten nicht mehr machen. Die Sozialarbeit auf der Straße ist praktisch vollends zum Erliegen gekommen. Wir versuchen vor allem sicherzustellen, dass keine minderjährigen Kinder alleine auf den leer gefegten Straßen unterwegs sind.

Was wird jetzt am Nötigsten gebraucht?

Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Ausgangsperren verlängert werden und dadurch noch mehr Menschen unsere Hilfe brauchen: Daher benötigen wir mehr Grundnahrungsmittel, Hygieneartikel und Material für Atemschutzmasken, um den nötigsten Bedarf der Familien zu decken. Mit finanzieller Hilfe könnten wir auch einen Thermoscanner anschaffen, um mögliche Infizierungsfälle früh zu erkennen und zu behandeln. Wir könnten auch sehr armen Menschen die Corona-Tests bezahlen. Je länger die Ausgangssperre dauert und Corona uns gefangen hält, umso wichtiger wird auch die psychologische Unterstützung.

Langer Weg zur Normalität

Die seelische Belastung, die Ängste und Unsicherheiten sind enorm. Deshalb werden viele Menschen psychotherapeutische Hilfe brauchen. Und wir möchten die Online-Angebote für die Kinder und Jugendlichen in den Schutzzentren ausbauen. Sie sollen auch in dieser Zeit weiterlernen können. Viele Menschen haben schon ihre Jobs verloren. Auch sie brauchen Unterstützung, damit sie überleben können. Der Wiederaufbau und Weg zur Normalität wird sehr lange dauern und viel Zeit kosten.

Das Interview wurde im April 2020 geführt.

Uganda: Schutzmasken für Geflüchtete

Uganda: Schutzmasken für Geflüchtete

Pater Ubaldine Andrade SDB mit Schülerinnen der Don Bosco Berufsschule, die im Flüchtlingslager Palabek Corona-Schutzmasken nähen. Übrigens: #quedateencasa ist das spanische Äquivalent zu #zuhausebleiben.

Schülerinnen und Schüler der Don Bosco Berufsschule nähen Schutzmasken für die Menschen im Flüchtlingslager Palabek im Norden Ugandas. Pater Ubaldino Andrade, Leiter der Don Bosco Einrichtung in Palabek, freut sich über dieses Engagement. Viele von den Jugendlichen sind selbst Geflüchtete und möchten so ein Zeichen der Solidarität setzen. Täglich sitzen sie nun an den handbetriebenen Nähmaschinen, um die Masken herzustellen.

40.000 Flüchtlinge leben in Palabek

Palabek ist mit mehr als 40.000 Menschen das große Flüchtlingslager im Norden Ugandas, nah an der Grenze zum Südsudan. Die meisten Geflüchteten stammen aus dem bürgerkriegsgebeutelten Südsudan. Vor allem Frauen und Kinder haben sich hierhin in Sicherheit gebracht. Allerdings ist es sehr schwer, aktuell die medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten und notwendige Hygienemaßnahmen durchzuführen. Eine Verbreitung des Virus könnte daher katastrophale Folgen haben.

Seit 2017 sind die Salesianer Don Boscos an diesem unwirklichen Ort an der Seite der schutzsuchenden Menschen. Sie betreiben vier Kindergärten und eine Berufsschule und bieten Freizeitaktivitäten sowie pastorale Hilfe an.

Indien: Fischerfrauen nähen Schutzmasken

Indien: Fischerfrauen nähen Corona-Schutzmasken

Die Fischerfrauen haben sich freiwillig gemeldet und arbeiten unentgeltlich um zu helfen.

Um die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen, nähen Fischerfrauen im indischen Bundesstaat Kerala Mundschutzmasken. Tausende haben die Fischerfrauen als Zeichen der Solidarität bisher genäht. Sie alle haben sich freiwillig bei der Don Bosco Organisation BREADS gemeldet und arbeiten unentgeltlich. In der Gemeinde Kollam konnten bereits 1.800 Masken verteilt werden: kostenlos und vor allem dort, wo sie am nötigsten gebraucht werden, etwa in Krankenhäusern. Die Nachfrage ist riesig: Zehntausende von Bestellungen sind bereits eingegangen – Tendenz steigend. Problem für die Produktion sind die alten handbetriebenen Nähmaschinen. "Wir haben deshalb noch mehr Frauen in unserer Gemeinde angefragt, ob sie uns mit ihren Nähmaschinen unterstützen," so Pater Joy Nedumparambil, Direktor von BREADS. „Zudem bräuchten wir dringend finanzielle Unterstützung, um neue Nähmaschinen und mehr Material einzukaufen“.

Sierra Leone: Präventionskampagne für Straßenkinder

Ein Brief aus Sierra Leone

In der letzten Woche haben wir einen Brief von Pater Jorge Crisafulli bekommen, dem Leiter des Don Bosco-Straßenkinderzentrums „Fambul“ inmitten Freetowns, der Hauptstadt von Sierra Leone.
Pater Jorge ist ein ausgesprochen liebenswerter Mensch, der immer dort anpackt, wo eine helfende Hand gebraucht wird. Für „seine“ Straßenkinder legt er sich auch mit der Politik an – immer mit dem einen Ziel: das Beste für die Mädchen und Jungen, von denen die meisten ihre Kindheit schon früh verloren haben, zu erreichen. Diesen Brief mit beunruhigenden Neuigkeiten möchten wir gerne mit Ihnen teilen.

Pater Jorge schreibt:

Jetzt hat das Corona-Virus auch unser Land erreicht – so, wie wir es erwartet haben. Wir bereiten uns auf das Schlimmste vor, auch wenn wir von ganzem Herzen hoffen, dass es nie eintreten wird.

Das Land ist auf eine solche Epidemie nicht gut vorbereitet – trotz der Erfahrungen mit Ebola. Es gibt zu wenige Krankenhäuser, Labore, Medikamente, Ärzte und Schwestern. Darum befürchten wir viele, viele Infizierte und tausende Tote – vor allen Dingen, weil die Menschen hier arm sind, weil Hunger sie schwächt, weil sie krank sind und an Malaria, TBC, Hepatitis oder HIV leiden. In ganz Sierra Leone gibt es nur drei Beatmungsgeräte.

Deshalb ist unsere größte Sorge: Wie stoppen wir die Infektionen und wie schützen wir unsere Mitarbeiter und die Kinder, die im Zentrum wohnen? Und wie können wir für die tausenden Jungen und Mädchen da sein, die auf den Straßen Freetowns ein elendes Leben fristen? Kinder, die in diesen Zeiten noch verletzlicher sind, als sie es ohnehin schon waren!

Wir benötigen Hygienematerial, wie Seife, Desinfektionsmittel und Masken. Hier ist es schon knapp, und die Preise steigen rapide. Wir brauchen Medikamente, um weiterhin Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose und andere behandeln zu können. Und wir brauchen dringend Lebensmittel! Wir versorgen jeden Tag mehr als 250 Jungen
und Mädchen, die das Ebola-Virus zu Waisen gemacht hat.

Einige der vielen Straßenkinder in Freetown haben wir in einer Grundschule untergebracht, die nach dem Lockdown geschlossen wurde. Dort ist es für sie sicherer als auf der Straße und wir können uns kümmern. Ich musste viel Überzeugungsarbeit leisten, bis das genehmigt wurde. Doch wir haben es geschafft!

Um unsere Kinder aus dem Zentrum zu schützen, bringen wir sie raus aus der engen Stadt. Wir haben außerhalb von Freetown ein neues Zentrum für schwer traumatisierte Straßenkinder gebaut – das „New Fambul“. Dort sollen jetzt unsere Schützlinge aus „Fambul“ wohnen. Sie sind dort sicherer. Auf der Krankenstation betreuen wir die Mädchen und Jungen, die Fieber haben oder andere Symtome zeigen. Covid-19 erkrankte Kinder bringen wir ins Krankenhaus. Das alte Schutzhaus für die Straßenmädchen und das Haus der freiwilligen Helfer werden zur Quarantänestation.

Damit die Mädchen und Jungen auch in den nächsten Monaten genügend zu essen haben, bauen wir Obst und Gemüse an und werden einige Ziegen kaufen. So bereiten wir uns auf die Zeiten des Hungers vor. Zeiten, die kommen werden, weil hier die Lebensmittelpreise so ansteigen, dass wir kaum noch etwas kaufen können.

Alles, was jetzt zählt, ist Zeit. Je schneller Ihr uns helfen könnt, desto besser. Ich weiß nicht, wann hier die Grenzen ganz geschlossen werden und Schiffe mit Hilfsgütern im Hafen liegen bleiben. Es sieht so aus, als würde es in den nächsten sechs Monaten schlimmer statt besser. Deshalb müssen wir schnell handeln.

Danke!
Fr Jorge Crisafulli SDB

Sierra Leone: Präventionskampagne für Straßenkinder

Aus Schutz vor dem Corona-Virus verteilen die Mitarbeitenden von Don Bosco Fambul in Freetown Schutzmasken an Kinder und Jugendliche. Gleichzeitig erklären sie ihnen, wie sie sich schützen und ihr Immunsystem stärken können. Denn viele der Schützlinge von Fambul sind Straßenkinder, Gefängniskinder oder sexuell ausgebeutete Mädchen, oft unter- oder mangelernährt. Für sie könnte eine Atemwegsinfektion schwere bis tödliche Folgen haben. „Wir bereiten uns auf das Schlimmste vor, wie zu Zeiten von Ebola. Und wir beten, dass die Pandemie nicht gerade die trifft, die schwach, unterernährt und krank sind. Das könnte in einer Katastrophe enden. Möge Gott uns beschützen!“, so Pater Jorge Crisafulli, Leiter von Fambul. Bisher hat Sierra Leone noch keinen offiziell bestätigten Fall von Covid-19. Aber da noch keine Tests durchgeführt werden, ist die Dunkelziffer hoch. Das Gesundheitssystem des ehemaligen Bürgerkriegslandes ist extrem fragil: Das Land hat nach Malawi die geringste Fachärztedichte weltweit und leidet immer noch an den Folgen von Ebola.

Brasilien: Schülerkampagne gegen Corona

Grundschueler im Sitzkreis

Die Lehrenden im Don Bosco Institut São José in der Großstadt Natal im Nordosten von Brasilien erklären den Kindern im Kindergarten, warum es so wichtig ist, sich die Hände zu waschen, in die Armbeuge zu niesen oder zu husten und wie man sich richtig desinfiziert. Die Mädchen und Jungen lernen so die grundlegenden Hygieneregeln und erklären sie auch ihren Familien Zuhause. Das gibt ihnen mehr Sicherheit und auch Selbstsicherheit, denn die Kleinen in den Familien werden so zu einer großen Stütze für die ganze Familie!

Gefahren abwehren - jetzt spenden!

Sie möchten in der Not helfen und haben Fragen? Melden Sie sich gern bei uns!

Ihre Christin Suhr und Miriam Zöller


Telefon: 0228-5396545
E-Mail: info[at]don-bosco-mondo.de