Betrieb. „Don Bosco ist für mich ein Ort, an dem ich so sein kann, wie ich bin, und an dem man mich sieht.“ Die Ausbilder unterstützen, wo sie können. Im Gesundheitszentrum ruht sich Sophie ein paar Minuten aus, wenn ihr der Ausbildungsalltag zu viel wird, atmet durch, sammelt Kraft. Auch die Gesprä- che mit der Psychologin helfen ihr, mit ihrer Belastung und Vergangenheit zurechtzukommen. „Ich würde es Jugendlichen empfehlen, zu Don Bosco zu gehen, weil hier auf uns geachtet und uns geholfen wird.“ Kurz vor Feierabend spricht Sophie mit ihrer Sozialarbeiterin über die nächsten Tage und die anstehenden Zwischen- prüfungen. Der kurze Austausch gibt ihr Sicherheit und das Gefühl, nicht allein zu sein. alle da, haben sich an alle Verabredungen gehalten, keiner ist von der Bühne gegangen. Ich freue mich unglaublich, wie toll sie das gemacht haben und glaube, dass das sehr viele Menschen positiv überrascht hat.“ Erfolgserlebnisse, die Flügel verleihen Wichtiger als der Applaus war für Sophie der Motivations- schub fürs Leben. Sie hat ihre Stärken neu entdeckt, Ängste überwunden und gelernt, Vertrauen zuzulassen. Und sie hat sich und anderen gezeigt, was in ihr steckt. Bühne frei Stärke und Mut schöpft Sophie aus Chemnitz MOVES – dem kulturpädagogi- schen Projekt von Don Bosco Sachsen im Rahmen der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025. „Chemnitz MOVES greift Themen der Jugendlichen nicht durch theoretische Auseinandersetzung auf, sondern durch die Kraft des künstlerischen Ausdrucks,“ erklärt Projektleiterin Rita Baus. „Kunst öff- net Jugendlichen den Weg zu sich selbst, verwandelt Gefühle in Ausdruck und kann Leben verändern.“ 7 Sophie liebt Schauspiel und Tanz. Auf der Bühne blüht sie auf, lässt ihre Ängste hinter sich, wächst regelrecht über sich hinaus: „Ich habe über mich selbst gestaunt, was ich hinbekommen habe,“ sagt sie lachend. In der Gruppe spürt sie Zusammenhalt, Anerkennung und das Gefühl, gemeinsam etwas Großes zu schaffen. Sophie beim Graffiti-Workshop Und das haben die jungen Menschen: Der Moment auf der Bühne war für alle aufregend – die Performance musste sitzen. Sophie und die anderen 20 Jugendlichen meisterten ihren Auftritt mit der Jungen Deutschen Philharmonie, Tänzerin Sara Ezzell und Schauspieler Christoph Tomanek. Es gab minutenlangen Applaus und Standing Ovations. „Ich bin wahnsinnig stolz auf die Jugendlichen,“ sagt Regisseurin Anna Drescher nach der Bühnenshow. „Sie waren Wenn Sophie abends ins Bett geht, ist sie geschafft, aber zufrieden. Mit bemerkenswerter Kraft hat sie auch diesen Tag gemeistert, ist wieder ein Stück gewachsen. Und Sophie weiß, wie es weitergeht: Sie möchte den Kontakt zu ihrer Mutter verbessern, ihren Abschluss schaffen, ihr Leben gestalten. Sie hat erschütternde Erfahrungen gemacht – und ist trotz- dem zu einer starken jungen Frau geworden, die stolz auf ihren Weg sein kann. Immer wieder hat sie entschieden, weiterzugehen, auch wenn es schwer war. Und genau das möchte sie anderen Jugendlichen mitgeben: „Glaubt mehr an euch. Ihr seid stärker, als ihr denkt.“