Südsudan: Hilfe in der Not bei Krieg, Hunger und Flucht

Helfen, damit die Kinder eine Zukunft haben

Seit 2013 tobt ein blutiger Bürgerkrieg um Macht, Land und Öl im Südsudan. 2,1 Millionen Binnenflüchtlinge irren schutzsuchend durchs Land. Vor allem Frauen und Kinder suchen Zuflucht und Schutz vor Krieg und Hunger. Tausende von ihnen finden Sicherheit bei Don Bosco in Gumbo, nahe der Hauptstadt Juba. Hier haben die Salesianer Don Boscos ein Flüchtlingscamp errichtet und unterstützen die Menschen mit Lebensmitteln, Gesundheitsversorgung und einem Stückchen Alltag für die Kinder. Doch die seit Monaten anhaltende Dürre verschärft die Situation auch hier.

Zuflucht für die hungernden Vertriebenen

Seit fünf Jahren helfen Pater Shyjan SDB und seine Mitarbeiter auf dem Don Bosco Gelände in Gumbo den Flüchtenden. Aktuell haben 6.500 Menschen im hier errichteten Flüchtlingscamp dauerhaft Zuflucht gefunden. Täglich kommen unzählige Menschen hinzu – denn im Sommer 2016 flammen die Unruhen in der Hauptstadt erneut auf.

Während einige Menschen nach den akuten Kampfhandlungen in ihre Dörfer zurückkehren, gibt es für Talia und ihre kleine Tochter Joyce kein Zuhause mehr. Talia hat ihren Mann und den Sohn durch die Kugeln der Kämpfe verloren, ihr Haus ist zerstört. Sie wollte ihr jüngstes Kind um jeden Preis retten und hat sich mit ihm auf den langen und beschwerlichen Weg in die Sicherheit nach Gumbo gemacht. Doch auch hier bedrohen Hunger und Dürre ihr Leben und das der vielen anderen Frauen und Kinder hier.

Hilfe dringend benötigt

Don Bosco Gumbo kann den Ansturm der Hilfesuchenden nicht allein bewältigen. Jetzt im Sommer sind die Vorräte aufgebraucht, die neue Ernte ist noch nicht eingebracht. „Die Not ist groß. Die Lebensmittelpreise sind explodiert, so dass sich viele nicht einmal das Überlebensnotwendige kaufen können“, berichtet Pater Shyjan. Don Bosco braucht für die Geflüchteten dringend weitere Lebensmittel und Medikamente, um mangelernährte Kinder aufzupäppeln, die zu behandeln und zu impfen.

Normalität in unnormalen Zeiten

Pater Shyjan SDB ist seit vielen Jahren in den Krisengebieten Afrikas für die Salesianer Don Boscos im Einsatz und leitet die Einrichtung in Juba. „Wir geben den Frauen und Kindern Schutz auf unserem Gelände, versorgen sie mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe. Aber die Kinder brauchen mehr – Normalität in unnormalen Zeiten.“ Deshalb hat er Unterricht für die rund 3.560 Kinder auf dem Gelände und 300 Kinder der Region organisiert. Doch mit leerem Magen lernt es sich nicht gut. Auch dafür hat Pater Shyjan eine Lösung: Alle Kinder bekommen vor dem Unterricht eine warme Mahlzeit. Und weil es so viele sind, werden sie im Zweischichtsystem vormittags oder nachmittags unterrichtet. So können die Kinder nicht nur verlorenen Schulstoff aufholen, sondern erleben ein Stück Alltag. Denn auch die Hausaufgaben müssen sie erledigen. Außerdem können die Kinder jeden Tag zum Spielen auf das Don Bosco Gelände kommen, die heiße Luft flirrt dann geradezu vor Kinderlachen und -geschrei. Dann gleicht dieser Teil des sonst trostlosen Camps einer lebendigen Oase in der Wüste – und gibt allen Beteiligten Hoffnung.

Kindern eine Zukunft ermöglichen

Seit den 1980er Jahren hilft Don Bosco den Menschen im Sudan und im Südsudan. Selbst während der brutalen Kämpfe ist Don Bosco als eine der wenigen Organisationen im Land geblieben. Die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern betreiben an verschiedenen Orten Gesundheitsstationen, Schulen und Berufsbildungszentren – damit die Menschen in dem bürgerkriegsgschüttelten Land eine Chance auf Zukunft bekommen.

Don Bosco gibt Hoffnung zwischen Dürre und Krieg

Mehrere Millionen Ostafrikaner aus dem Südsudan, Kenia und Äthiopien fliehen vor Krieg, Dürre und Hungersnot. Die Vereinten Nationen schätzen, dass etwa 23 Millionen Menschen von Durst und Hunger bedroht sind. Die traurige oberste Priorität seit Jahrzehnten, in denen Don Bosco in der Region tätig ist, ist die Nothilfe in Form von Lebensmittelausgaben, Trinkwasser und medizinischer Versorgung. Die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern schenken darüber hinaus Hoffnung durch nachhaltige Hilfe und Bildung. Sie organisieren Schulspeisungen und Unterricht und geben den Jüngsten eine Prise Normalität zurück. Sie bilden Jugendliche in gefragten Berufen aus, bieten Hygieneschulungen und Impfaktionen durch. Für eine starke neue Generation mit Zukunft.

Bürgerkrieg im Südsudan: Flucht und Vertreibung aus der Hölle

Seit 2016 läuft die Nothilfe im Südsudan. Der junge Staat ist seit 2011 unabhängig. Seit 2013 tobt hier ein blutiger Bürgerkrieg um Macht, Land und Öl. 2,1 Millionen Binnenflüchtlinge irren schutzsuchend durchs Land, 1,5 Millionen wollen ihre Heimat ganz verlassen. Es herrscht Hungersnot. Im Süden des Landes, in Gumbo bei Juba, verteilen die Salesianer Don Boscos Lebensmittel an 3.100 Binnenflüchtlinge und auch an die lokale Bevölkerung. 1.600 Schulkinder bekommen dort täglich eine Portion Maisbrei, der sie stärkt, und Unterricht, der sie ablenkt und für die Zukunft rüstet. In vier Gesundheitszentren und Krankenhäusern versorgen die Don Bosco Schwestern mangelernährte Kinder, Schwangere, Mütter und Babys. Während andere Häuser längst geschlossen haben, trotzen die Ordensfrauen allen Gefahren und helfen unermüdlich weiter. Insgesamt erreichen wir so 36.000 Menschen.