Indien: Kinder an die Macht!Interview mit Father Joy

Mit Kinderrechtsclubs verschaffen sich die Jüngsten selbst Gehör!

CREAM (Child Right Education And Action Movement)Der Name ist Programm!

Father Joy Nedumparambil SDB ist seit 2012 Direktor der Nichtregierungsorganisation BREADS in der indischen Metropole Bangalore. BREADS koordiniert mehr als 40 Sozialprojekte, vor allem für Frauen und Kinder. Eins davon ist das Projekt CREAM.  Kern dieses Projekts ist die Stärkung von Kinderrechten - durch die Kinder selbst, die sich in Kinderrechtsclubs organisieren und lautstark für ihre Rechte eintreten. Im Interview erzählt Pater Joy, warum das Projekt so erfolgreich ist.

Was ist das Besondere an dem Don Bosco Projekt CREAM?

Father Joy:

Wir arbeiten mit den Menschen zusammen. Erwachsene, Kinder und Jugendliche  werden von uns dazu befragt, was sie wirklich brauchen. Dieser partizipative Ansatz ist die Grundlage unseres Erfolgs.

Außerdem arbeiten wir präventiv. Wir klären Eltern, Lehrer und Kinder in den Dorfgemeinschaften über Kinderrechte auf. Wir erarbeiten zusammen, welche Ursachen z.B. Kinderarbeit hat und wie man diese ändern kann. Die Erwachsenen sind dann verantwortlich dafür, dass die Kinderrechte in ihrem Dorf auch eingehalten werden.

Genauso wichtig ist auch, dass wir die Kinder und Jugendlichen aktiv in diesen Prozess mit einbeziehen. Sie sollen einen Beitrag zur Lösung der Probleme leisten. In dem südindischen Bundesstaat Karnataka etwa werden 44 Prozent der Mädchen frühzeitig verheiratet. Kinderhochzeiten sind weit verbreitet. Wir sensibilisieren für dieses Thema.

Wie arbeiten die Child Rights Clubs?

Father Joy:

Einmal im Monat treffen sich die Kinder und Jugendlichen in den Clubs an ihren Schulen. Dort halten sie fest, wie viele Kinder arbeiten und nicht zur Schule gehen und wie viele Mädchen zwangsverheiratet wurden.

Diese Zahlen geben sie zum einen weiter an die Regierung und gehen gleichzeitig auch in die Familien. Bei beiden fordern sie lautstark ein, dass Kinder Zugang zu Bildung haben müssen und klären die Eltern über die schädlichen Folgen von Kinderarbeit auf. Ihre Forderungen, die betroffenen Kinder wieder in die Schule zurück zu bringen finden oft Gehör!

Zum Beispiel Bhumika

Bhumika träumt nicht nur von einer Gesellschaft ohne Kinderheirat und Kinderarbeit, sie arbeitet daran mit. Das mutige Mädchen ist die Präsidentin der Child Rights Club auf nationaler Ebene und hat weder Angst vor Ministern noch vor ihren Eltern. Mit Hilfe des Child Rights Club ihrer Schule hat sie sich erfolgreich gegen die arrangierte Hochzeit ihrer eigenen Schwester eingesetzt. Und als Vertreterin im Kinderparlament hat Bhumika der Ministerin für Frauen- und Kinderentwicklung erklärt, wie wichtig das Verbot von Kinderarbeit ist. Sie kümmert sich in ihrem Dorf außerdem darum, dass acht Kinder wieder Anschluss in der Schule bekommen. Unterstützen Sie Bhumika dabei, ihren Traum zu verwirklichen!