Digitalisierung

Digitalisierung als Chance für nachhaltige Entwicklung

Der digitale Wandel schreitet unentwegt voran und durchdringt alle gesellschaftlichen Lebensbereiche. Informations- und Kommunikationstechnologien wie Internet und Mobiltelefon verbreiten sich rasant – in Industrie- wie in Schwellen- und Entwicklungsländern. Sie stellen ein wichtiges Instrument dar, um öffentliche, private und zivilgesellschaftliche Akteure miteinander zu vernetzen – auch in entlegenen Regionen der Erde.

Digitalisierung in Nichtregierungsorganisationen (NRO)

Mit welchen Veränderungen muss der Non-Profit-Sektor durch Digitalisierung rechnen? Antworten gibt die Studie „Digitalisierung in Non-Profit-Organisationen“, die in Kooperation zwischen dem betterplace lab, Capgemini, der Haniel Stiftung, der Stiftung WHU, der CXP Group und fibonacci & friends entstanden ist.

Dazu wurden im Sommer 2017 mehr als 160 Mitarbeiter von Non-Profit-Organisationen online und telefonisch befragt.  Auch Holger Bauer, Leiter Team Private Kooperationspartner bei Don Bosco Mondo wirkte mit und betont in einem Interview beispielsweise das Potential von digitalen Spielen für zukünftige Bildungsprojekte und neue Formen des Lernens: sein Statement im Video.

Ein Ergebnis der Studie: NROs benötigen mehr Digital-Kompetenz und müssen sich tiefgreifend verändern. Dann können die das volle Potential von Digitalisierung ausschöpfen. Digitale Anwendungen bieten eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, um zivilgesellschaftliches Engagement zu fördern, mit Begünstigten zu interagieren, sich weltweit noch besser, schneller und effektiver zu vernetzen und die eigene Entwicklungszusammenarbeit insgesamt wirkungsvoller zu gestalten.

Non-Profit-Organisationen, Digitalisierung, Digitaler Wandel, Entwicklungszusammenarbeit

Die Digitalisierung der internationalen Entwicklungszusammenarbeit erfordert ein gezieltes Eingehen auf Bedürfnisse und Ressourcen der lokalen Partner vor Ort.

Nach der veröffentlichten ersten Studie zur Digitalisierung in Non-Profit-Organisationen schließt sich 2019 ein zweites Publikationsprojekt an: „Lernen. Verstehen. Vernetzen. Perspektiven des digitalen Wandels in etablierten sozialen Organisationen“ (Exzerpt), an welchem erneut Don Bosco Mondo mitwirkte.

Das in Kooperation zwischen Capgemini, der Haniel Stiftung, der Stiftung WHU, der Zivilgesellschaft in Zahlen und fibonacci & friends entstandene Diskussionspapier dreht sich ganz konkret um den digitalen Wandel in NGOs.  Wie adressieren und bewältigen etablierte Organisationen in der Entwicklungszusammenarbeit digitale Veränderungs- und Transformationsprozesse? Umfassende Einblicke  in konkrete Praxisbeispiele und Praxiserfahrungen sollen Aufschluss geben.

Digitalisierung in der Entwicklungszusammenarbeit

Digitalisierung bietet zahlreiche Chancen für nachhaltige Entwicklung. Innovationen im Bereich von Finanzdienstleistungen sind nur ein Beispiel. Die globale Verbreitung von Mobiltelefonen und Internetzugängen ermöglicht die Einführung kostengünstiger mobiler Zahlsysteme. Gesundheitssysteme und -versorgung können durch digitale Krankenakten und andere Datenbanken entschieden verbessert und Patienten effektiver geholfen werden. Digitale Informations- und Kommunikationstechnologien eröffnen gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion innerhalb von Staaten und über Ländergrenzen hinweg. Soziale Medien wie Facebook oder Twitter fördern die Vernetzung von Menschen im privaten Bereich und auch den zwischen politischen Vertretern und BürgerInnen.

Digitale Technologien bergen aber auch neue Herausforderungen. Wie können der Datenschutz und die Einhaltung der Menschenrechte im digitalen Raum, der nur schwer kontrollier- und regulierbar ist, sichergestellt werden? Verkleinert der digitale Wandel die Schere zwischen Arm und Reich oder vergrößert er diese? Zwar wächst die Verbreitung von Mobiltelefonen und Internet kontinuierlich, jedoch sind immer noch knapp vier Milliarden Menschen weltweit „offline“. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) spricht bisher von einer digitalen Kluft – die meisten Menschen ohne Internetzugang leben in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Digitalisierung kann zum Treiber für Entwicklung und zum Erreichen der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der 2030 Agenda beitragen, wenn ihre Technologien für alle nutzbar gemacht werden und niemand zurückgelassen wird.

Digitalisierung in der beruflichen Bildung

Die vierte industrielle Revolution verändert durch hoch automatisierte Produktionsweisen und neue Formen der Vernetzung alle gesellschaftlichen Lebensbereiche – auch und vor allem die Arbeitswelt grundlegend.

Bei den Werkstattgesprächen 2018 war genau deshalb das Thema: „Berufliche Bildung 4.0“.  In sechs Workshops debattierten die Experten und Fachleute über die Fragen: Wie wirkt sich dieser Strukturwandel auf berufliche Bildung und auf Arbeitsmärkte in Entwicklungs- und Schwellenländern aus? Wie steht es um den Bedarf an neuen Kompetenzen in existierenden Berufsbildern? Öffnet der Bedarf an digitalen Skills Chancen für marginalisierte Jugendliche?

Workshop Marx Werkstattgespraeche 2018

Wolfgang Marx von Don Bosco Helenenberg diskutiert die Frage, ob Digitalisierung Chancen für marginalisierte Jugendliche in Deutschland öffnet.

Workshop Becker Werkstattgespraeche 2018

Bei Prof. Matthias Becker wirft ein Licht auf die Frage, wie Digitalisierung die Systeme Beruflicher Bildung verändern kann.

Workshop GIZ Werkstattgespraeche 2018

Dr. Katrin Bornemann und ihr Team aus BMZ und GIZ widmen sich der Frage nach Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung für Arbeitsmärkte.