Nachhaltiger Wiederaufbau auf Haiti nach Hurrikan Matthew

Die Salesianer Don Boscos reagierten nach dem Hurrikan sofort – und nachhaltig.
Nach der akuten Nothilfe gehen sie in weiteren Phasen den langfristigen Wiederaufbau an.

Große Zerstörungen mit langfristigen Folgen

Am 4. Oktober 2016 zerstörte der Hurrikan Matthew mit Windstärken von über 230 Stundenkilometern Teile der Karibikinsel Haiti. Mehrere hundert Menschen starben. Große Teile der Infrastruktur und die „Kornkammer“ des Landes im Südwesten sind zerstört. Die Menschen stehen nach dem Erdbeben 2010 wieder einmal vor dem Nichts. Über 1,4 Millionen Menschen sind nach wie vor auf Hilfe angewiesen.

Verschlimmerte Krise

Die Folgen des Hurrikans wurden teils nur langsam sichtbar, haben aber langfristige Folgen. Es wird dauern, bis die zerstörte Infrastruktur, Straßen, Gebäude und die unterbrochene Energieversorgung wieder hergestellt sind. Schlimmer wirkt aber die Zerstörung der Ernte, des Saatguts, der Vorräte und der Werkzeuge nach. Die Menschen können nicht mehr selbst für sich sorgen. Die bereits vor dem Hurrikan bestehende Hungerkrise des Landes wird sich in den nächsten Jahren dadurch weiter verschlimmern. Nach Daten des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen haben 800.000 Menschen in Haiti nicht genug zu essen.

Zusammenbruch der Landwirtschaft

Father Victor SDB reiste unmittelbar nach dem Hurrikan im Oktober 2016 in den Süden des Landes und berichtet betroffen: „Bei dem Erdbeben 2010 haben viele Menschen ihr Leben verloren, Häuser und Straßen wurden zerstört. Der Hurrikan hat wieder unschuldige Opfer gefordert und die mühsam wiederaufgebaute Infrastruktur erneut zerstört. Nicht ein einziger Baum hat überlebt, die Felder sind zerstört, alle unsere Tiere sind tot. Der Zusammenbruch der Landwirtschaft auf der ganzen Insel wird das größte Problem für alle.“

Die Lebensmittelpakete enthalten das Nötigste: Reis, Bohnen, Nudeln, Fischkonserven, Öl, Milch, Salz, Zucker, Trinkwasser.

Jugendliche und Kleinbauern werden über sechs Monate begleitet und geschult, damit Anbau und Verkauf auf dem Markt gesichert sind.

Junge Auszubildende bei Don Bosco lernen in sechs Monaten aus Bereichen, die für den Wiederaufbau wichtig sind.

Die Salesianer Don Boscos reagierten nach dem Hurrikan sofort – und nachhaltig. Sie gehen nach der akuten Nothilfe schrittweise langfristigen Wiederaufbau an.

1. Nothilfe: überlebenswichtig und umsichtig

Im stark betroffenen Ort Les Cayes unterhalten die Salesianer Don Boscos eine Berufsschule und ein Jugendzentrum. Hier wurden 2.500 Lebensmittelpakete an die Bevölkerung der Stadt und benachbarter Gemeinden verteilt. Sie enthalten das Nötigste, damit sich die Familien selbst Mahlzeiten zubereiten können: Reis, Bohnen, Nudeln, Fischkonserven, Öl, Milch, Salz, Zucker, Trinkwasser. Zusätzlich enthalten alle Pakete Hygieneartikel. Glücklicherweise blieb die Wasseraufbereitungsanlage der Salesianer Don Boscos intakt. So können die Menschen im Umkreis mit sauberem Trinkwasser versorgt werden. Die Schulkantinen wurden so schnell wie möglich für die Versorgung von Schülerinnen und Schülern wieder hergerichtet. 3.000 Kinder und Jugendliche erhielten drei Monate lang täglich eine warme Mahlzeit. Don Bosco Bonn unterstützt diese akute Nothilfe mit 190.000 Euro.

2. Wiederaufbau: geborgen und sicher

In einem zweiten Schritt wurden ab November 2016 Baumaterialien wie Wellblech, Holz und Nägel an 200 Familien verteilt. So können die Menschen die entstandenen Schäden an ihren Häusern selber reparieren und haben wieder ein Dach über dem Kopf.

3. Rehabilitation der Landwirtschaft: grundlegend und fruchtbar

Zusätzlich wird ab Anfang 2017 die am Boden liegende landwirtschaftliche Produktion wieder aufgebaut. Dazu bekommen 500 Kleinbauernfamilien Saatgut und Handwerkzeuge. Sie erhalten zum einen Saatgut und Setzlinge schnell wachsender Gemüsearten, damit kurzfristig Lebensmittel erwirtschaftet werden. Zum anderen wird durch Mais, Reis und verschiedenen Obstbäume die mittel- und langfristige Versorgung sichergestellt. Die Kleinbauern werden über sechs Monate begleitet und geschult, damit Anbau und Verkauf auf dem Markt gesichert sind. So wird auch zur Nahrungsmittelversorgung des gesamten Landes beigetragen.

4. Ausbildung

Father Victor betont eindringlich: "Das größte Problem nach dem Erdbeben 2010 blieb die fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten und Perspektiven für die Jugendlichen im Land. Armut, politische und wirtschaftliche Instabilität sind Folgen, die sich nach dem Wirbelsturm Matthew nochmal verschlimmert haben."
Die Don Bosco Gemeinschaft handelt auch hier. 143 Don Bosco-Auszubildende erhalten Stipendien für zehn Monate.
Zusätzlich können ab Anfang 2017 etwa 300 Jugendliche und junge Erwachsene an Berufsausbildungskursen teilnehmen. Diese Kurse dauern sechs Monate und decken Landwirtschaft, Metallverarbeitung, Bau und Schreinerei ab. Das sind alles Bereiche, die für den Wiederaufbau nach dem Hurrikan von entscheidender Bedeutung sind. Im Sinne der ganzheitlichen Don Bosco Pädagogik wird die fachliche Ausbildung mit sportlichen Aktivitäten, Ausflügen und persönlichkeitsbildenden Maßnahmen ergänzt. Die Auszubildenden bekommen täglich eine warme Mahlzeit und zum Abschluss ein auf sie zugeschnittenes Werkzeugset – damit sie gestärkt in eine selbstbestimmte Zukunft starten können. Durch die Ausbildung wird zudem das Selbstbewusstsein der jungen Menschen gefördert. So haben die Jugendlichen gute Chancen auf eine Anstellung und Aufträge. Gleichzeitig profitieren die Menschen in der Region von gut ausgebildeten Fachkräften, die die Folgen des Hurrikans beseitigen und das Land voranbringen können.

Gerne geben wir Ihnen weitere Informationen zu Fördermöglichkeiten und Projekten!

Andrea Schorn und Christin Suhr


Telefon: 0228-5396545
E-Mail: info[at]don-bosco-mondo.de

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