Don Bosco in Sierra Leone – Fambul bedeutet Familie

Fambul bedeutet „Familie“. Und genau dafür steht das Kinderschutzzentrum, das seit 1998 eine wichtige Anlaufstelle für Straßenkinder,
(Ebola-)Waisen und ehemalige Kinderprostituierte ist.

Don Bosco in Freetown – Seit 20 Jahren aktiv für Kinder und Jugendliche

Tausende Kinder und Jugendliche leben in der Hauptstadt Freetown auf der Straße – auch als Folge von Ebola. Viele Mädchen müssen sich prostituieren. Seit 1998 sind die Salesianer Don Boscos in Freetown aktiv und erreichen die Menschen mit Nothilfe, Aufklärung, Wiederaufbau und Bildung. Sie engagieren sich täglich für die traumatisierten, misshandelten, missbrauchten, verbannten, verwaisten, notleidenden Kinder und Jugendlichen der Stadt.

Nothilfe und Wiederaufbau während und nach Ebola

Seit 1998 ist das Don Bosco Zentrum Fambul in Freetown Anlaufstelle und Zuflucht für Straßenkinder, Ebola-Waisen und ehemalige Kinderprostituierte. Foto: Jonas Völpel

Don Bosco Fambul wurde während des Bürgerkrieges in Sierra Leone (1991-2002) gegründet und hatte das Ziel, ehemalige Kindersoldaten aufzunehmen und zu rehabilitieren. Später verschob sich der Schwerpunkt auf Straßenkinder und Ebola-Waisen. Mit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie 2014 musste das Zentrum über sich hinaus wachsen und dringende Nothilfe leisten.

In jener Zeit war die vertrauensvolle Stellung der Salesianer Don Boscos in einer zutiefst misstrauischen Gesellschaft wichtig, wenn nicht gar lebensrettend. So konnten sie erfolgreich mobile Hygieneschulungen und Aufklärungsarbeit leisten. Während Ebola wütete und fast 4000 Menschen in den Tod riss, richtete das Zentrum ein Nottelefon für anonyme Fragen zur Früherkennung und Behandlung der tabuisierten Krankheit ein. Hygienewaschbecken wurden platziert und betreut, ein provisorisches Auffanglager für Waisen eingerichtet, erkrankte und traumatisierte Kinder gepflegt und die Rückkehr in die eigene Familie oder Pflegefamilie vorbereitet.

Kampf gegen Kinderprostitution

Father Crisafulli SDB und Sozialarbeiter des Zentrums versuchen behutsam Kontakt zu den Mädchen und jungen Frauen auf der Straße herzustellen. Ihr anfängliches Misstrauen ist groß. Foto: Alberto Lopéz / Misiones Salesianas Madrid

Unzählige Mädchen und junge Frauen haben während des Bürgerkriegs oder durch Ebola ihre Eltern und weitere Familienangehörige verloren und leben auf der Straße. Um täglich zu überleben und sich etwas Essen leisten zu können, prostituieren sich viele von ihnen. Sie geraten auf der Straße in einen Kreislauf aus alltäglicher Not, Hunger und Gewalt, aus dem es keinen Ausweg mehr zu geben scheint.

Seit 2016 werden Mädchen und junge Frauen im Rehabilitationsprogramm bei Don Bosco Fambul betreut und versorgt. Doch der raue Ton und Umgang auf der Straße machen sie misstrauisch und vorsichtig. Jeden Tag suchen Father Crisafulli und sein Team aus Streetworkern und Sozialarbeitern den Kontakt zu ihnen und bauen Vertrauen auf. 

Im Rehabilitationsprogramm werden sie dabei unterstützt, traumatische Erfahrungen zu überwinden und sich wieder an einen strukturierten Alltag zu gewöhnen. Bildung ist ihr Schlüssel, um dauerhaft dem Leben auf der Straße fernzubleiben und eine Lebensperspektive zu entwickeln. Im Zentrum können sie eine Ausbildung absolvieren und sich Stück für Stück ein zukünftiges Leben in Selbstbestimmtheit, finanzieller Sicherheit und Würde aufbauen.

Die Mädchen und jungen Frauen werden von Father Jorge Crisafulli SDB und seinem Team auch mit dem Don Bosco Mobil aufgesucht und betreut. Foto: Alberto Lopéz / Misiones Salesianas Madrid

Aminata hat es geschafft, der Prostitution zu entfliehen. Sie ist Protagonistin des Films "Love-Vendersi para comer" von Raúl de la Fuente. Alberto Lopéz / Misiones Salesianas Madrid

Dokumentation "LOVE" über Kinderprostitution

Die Dokumentation „LOVE - Vendersi para comer“ von Raúl de la Fuente berichtet über Kinderprostitution in Freetown/Sierra Leone. Eindrucksvoll wird das Schicksal der 18-jährigen Aminata geschildert, die der Prostitution entflieht und sich eine echte Alternative zum Alltag auf der Straße aufbaut...

Ihr Ansprechpartner für weitere Projektinformationen und Hinweise zu Fördermöglichkeiten

Andrea Schorn und Christin Suhr


Telefon: 0228-5396545
E-Mail: info[at]don-bosco-mondo.de

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