Helfende Hände für Delhis Straßenkinder

Mit zahlreichen Angeboten ist Don Bosco in Delhi an der Seite der Unsichtbaren

 

Der Morgen beginnt früh für Jyoti: Sie plant die tägliche Tour, sorgt für Nachschub, kümmert sich darum, dass alle zur rechten Zeit am rechten Platz sind und hat auch sonst alles im Blick. Sind die Vorbereitungen gemacht und alle an Bord, fädelt sich der Fahrer Vikaram in den trubeligen Verkehr auf den Straßen Delhis ein. Er steuert den Kleinbus sicher durch die verstopften Kreuzungen, über rumpelige Gassen und Wege, vorbei an bereits lebendigen Märkten zum ersten der beiden Stopps heute, Jama Masjid, der größten Moschee des Landes.

Nun heißt es: Alle aussteigen und sich zur Warteschlange gesellen. Aber nicht etwa, um den eindrucksvollen Bau von innen zu bewundern, sondern um kleinen Patienten zu helfen. Denn Jyoiti ist die medizinische Assistentin und gute Seele der mobilen Klinik, mit der Don Bosco seit 2013 zu den Schwächsten und Ärmsten in Delhi fährt. Die Moschee ist einer der Orte, die regelmäßig angefahren werden. Er liegt zentral und der Bus ist hier gut sichtbar für alle, die Hilfe brauchen.

Und so kommt Leben in die Warteschlange, als der Bus endlich steht. Helfende Hände haben die Kinder und Jugendlichen bereits nach Schwere der Erkrankung aufgestellt. Einige kommen in Begleitung ihrer Mütter, andere sind allein. So können Jyoti und Dr. Vijay sofort loslegen, denn es gibt viel zu tun. 

On Tour in Delhi

In einer Früh- und einer Spätschicht werden pro Stopp jeweils um die 30 Kinder behandelt. Oft sind die Erkrankungen ähnlich: Viele kleine Verletzungen, Hundebisse, Hauterkrankungen, Mangelerscheinungen durch Unterernährung, Blutarmut, Wurmbefall oder Magen-Darm- und Ohrenentzündungen. Jyoti hat dafür gesorgt, dass der Vorrat an gängigen Medikamenten und Vitaminen vollständig ist und Dr. Vijay kann auf grundlegendes medizinisches Equipment zurückgreifen. So können die meisten Fälle hier unter freiem Himmel erfolgreich behandelt werden. Diagnose und Medikation werden notiert. In jedem Slum gibt es zudem einen Zuständigen, der sich bei den Ärzten meldet, falls sich der Zustand eines Patienten verschlechtern sollte.

Gegen Mittag bricht das kleine Team zum zweiten Stopp auf, dem Slum Usmanpur am Rand der Großstadt. Täglich kommen hier rund 80 Kinder in einem „Klassenraum“ – der eigentlich eher Verschlag als Raum ist – zusammen, um zu lernen. Einmal in der Woche wird er zum dankbar genutzten Sprechzimmer für die Bewohner des Slums.

Heute ist großer Impftermin für die Kinder. Seit einem Jahr übernimmt dies das Don Bosco Team, da es kein ausreichendes staatliches Gesundheitssystem gibt. Gegen Abend hat es die Kleinbus-Besatzung für heute geschafft. Während der Fahrer Vikaram wieder das Steuer übernommen hat, notiert Jyoti, was aufgefüllt werden muss und bespricht mit Dr. Vijay noch den ein oder anderen Fall. Erschöpft aber froh, so vielen Kindern geholfen zu haben, verabschieden sie sich voneinander.

Einziger Stopp morgen: Das Don Bosco Wohnheim Ashalayam. Die Waisen und Straßenkinder, die hier ein Zuhause gefunden haben, bekommen den jährlichen Check Up.

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Immer im Blick: Straßenkinder

Während Delhis Straßenkinder für viele Passanten und die Behörden unsichtbar oder gar ein lästiges Übel sind, verliert Don Bosco sie im pulsierenden Trubel der Großstadt seit 1997 nicht aus den Augen. An den großen Bahnhöfen sowie den einschlägigen Treffpunkten der Straßenkinder, sind die Salesianer Don Boscos und die Sozialarbeiter in kleinen Teams unterwegs. Sie unterhalten eine Telefonhotline, sind mit der mobilen Klinik im Einsatz und im ständigen Dialog mit den lokalen Behörden.
Bahnpersonal und Polizei werden in regelmäßigen Workshops für die prekäre Situation der Straßenkinder sensibilisiert. Aufgegriffene Kinder und Jugendliche werden so immer öfter zu Don Bosco gebracht und nicht brutal verscheucht. Einige der Jugendlichen wollen dem Leben auf der Straße den Rücken kehren und finden dafür Unterstützung im Wohnheim Ashalayam. Haben sie sich hier nach und nach wieder an ein geregeltes Leben gewöhnt, können sie neben einem Schulabschluss auch eine Ausbildung machen und so gut gerüstet in ein selbstbestimmtes Leben starten!

In medizinischen Camps werden die Slumbewohner normalerweise über generelle Hygienemaßnahmen und Wundversorgung aufgeklärt, damit kleinere Verletzungen nicht zu einer Lebensbedrohung werden. Doch in den letzten Wochen ist das Hauptthema hier der Schutz vor dem Coronavirus. Zu Beginn der Krise konnte das Team der mobilen Klinik nur eingeschränkt arbeiten, da die Ärzte in Krankenhäusern gebraucht wurden und der Lockdown nur wenige Touren zuließ. 

Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, dann kommt der Berg eben zum Propheten.
Pater Jose Mathew SDB

Die NGO, die den Klassenraum im Slum Usmanpur stellt, rückt Straßenkinder in den Fokus: Als Stadtführer erobern sie sich die Straßen Delhis im Guten zurück und verdienen ihren Lebensunterhalt.

Miriam Zoeller und Andrea Schorn Spenderservice

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Miriam Zöller und Andrea Schorn Spenderservice

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