Emilia - Berufliche Bildung in Ghana

In Ghana macht Don Bosco Mädchen und junge Frauen durch Bildung stark für eine selbstbestimmte Zukunft, die ihr Leben und das Land verändern.

Catering Auszubildende bei Don Bosco in Ghana

Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft

Die Ausbildungsküche ist ein runder luftiger Raum, der Platz für 20 Auszubildende bietet. An diesem Tag üben sich die Mädchen des ersten Ausbildungsjahrs an der typisch ghanaischen Tomatensoße mit Hering und Shrimps, an Brei aus schwarzen Bohnen, Brotknoten und zu Körben geschnittenen Melonen.

„Es riecht verbrannt, Mädchen. Prüft euer Brot im Ofen“, ruft Paulina Arthur durch den offenen Raum. Die resolute Lehrerin mit der grünen Schürze stürmt auf einen Ofen zu und reißt ein qualmendes Backblech heraus. Emilia steht etwas hilflos daneben. Bis zu ihrem Ziel, mit dem Kochen ihr eigenes Geld zu verdienen, ist es für die 18- Jährige noch ein weiter Weg.

Ihr Vater ist früh gestorben, die Mutter ist Hausfrau, es gibt noch drei kleinere Geschwister. Emilia kann die Ausbildung nur machen, weil die Salesianer Don Boscos ihr die Schulgebühr und die Unterkunft im Wohnheim durch ein Stipendium ermöglichen. „Aber ich brauche noch Geld für meine Arbeitskleidung und für die Lebensmittel, die wir hier verarbeiten“, erklärt sie. Darum röstet sie am Wochenende Erdnüsse oder backt Kuchen und verkauft diese auf der Straße. „Manchmal kann ich sonntags nicht in die Kirche gehen, weil ich arbeiten muss“, sagt die 18-Jährige, die zu Hause mit dem Licht ihres Handys über den Schulbüchern sitzt, weil die Familie keinen Strom hat.