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Engagement für Frauen in Sierra Leone: Gesellschaftliche Entwicklung durch selbstbestimmtes Leben jedes einzelnen

Joseph Ayamga kämpft in Sierra Leone für die Gleichberechtigung von Frauen.
Joseph Ayamga kämpft in Sierra Leone für die Gleichberechtigung von Frauen.
Die Frauen demonstrieren gemeinsam für ihre Rechte.
Die Frauen demonstrieren gemeinsam für ihre Rechte.
Durch SEND und Joseph Ayamga wird ihnen eine Stimme verliehen.
Durch SEND und Joseph Ayamga wird ihnen eine Stimme verliehen.
Auch die Männer werden aufgeklärt und sollen sich für Frauenrechte stark machen.
Auch die Männer werden aufgeklärt und sollen sich für Frauenrechte stark machen.

Joseph Ayamga ist Country-Direktor der NGO SEND (Social Enterprise Development) in Sierra Leone und setzt sich für die Stärkung von Mädchen und Frauen ein. Als Kind lebte er auf der Straße, bis er schließlich Zuflucht in einer Don Bosco-Einrichtung fand. An der Hertie School of Governance in Berlin machte er seinen Master. Seit 2009 kämpft er im Kailahun District in Sierra Leone für die Gleichstellung der Geschlechter und gegen die Diskriminierung von Frauen.

Der Gesellschaft etwas zurückgeben

Die Entscheidung nach Afrika zurückzugehen, fiel ihm leicht. “Ich wollte mit jungen Menschen zusammenarbeiten, die das Gleiche durchgemacht haben wie ich damals. Mir wurde geholfen und deshalb möchte ich das jetzt auch tun. Durch Don Bosco konnte ich meine Talente entfalten und das möchte ich jetzt auch anderen benachteiligten Kindern und Jugendlichen ermöglichen. Ich bin überzeugt davon, dass jeder Mensch Talente hat, sie müssen nur entdeckt werden“, so der 31jährige Ghanaer. In Sierra Leone arbeitete er zunächst zusammen mit Bruder Lothar Wagner, dem Direktor von Don Bosco Fambul. Gemeinsam mit dem gebürtigen Trierer kümmerte er sich um Straßenkinder, Jugendliche in Gefängnissen und Mädchen, die Opfer sexueller Gewalt wurden.

Als Direktor von SEND hat Joseph Ayamga ein Ziel: Frauen und Mädchen zu stärken. Und das geht seiner Meinung nach vor allem über den engen Kontakt zu den Familien. „Die Familie bildet die Säule der Gesellschaft und legt den Grundstein für Erziehung und damit auch für spätere Verhaltensmuster. Das dürfen wir nie vergessen! Vor allem die Mütter haben einen großen Einfluss auf ihre Kinder. Wenn wir also einen gesellschaftlichen Wandel wollen, dann dürfen wir die Familien und Mütter nicht ignorieren.“

Stärkung der Mädchen und Frauen – Unabhängigkeit von den Männern

Frauen und Mädchen in Sierra Leone sind gefährdet durch Unterdrückung und werden oftmals Opfer körperlicher wie psychischer Gewalt. Zudem mangelt es an notwendigen Zugangsmöglichkeiten zu Bildung, Ressourcen und medizinischer Versorgung. SEND arbeitet am Aufbau besserer Gesundheitsstationen und kämpft für die gleichberechtigte Stellung der Frau in der Gesellschaft. Das Selbstwertgefühl der Frauen wird gestärkt, damit sie „kreativ, innovativ und mutig werden bei ihrem Streben nach Glück und Würde für alle Frauen“, so Joseph Ayamga.

Frauendiskriminierende Kulturen und Traditionen können nur durch das stärkere Einbeziehen der Mütter abgeschafft werden. „Die meisten Frauen haben kein Einkommen und sind deshalb auch abhängig von ihren Männern. Wir wollen den Frauen ermöglichen, auf eigenen Beinen zu stehen.“ SEND vergibt zum Beispiel Mikrokredite, mit denen sich Frauen eine eigene Existenz aufbauen können.

Aufklärung der Männer - für gesellschaftlichen Wandel

Eine wichtige Rolle bei SEND spielt die Aufklärung und das Training von Frauen in Führungspositionen. Aufklärung und Sensibilisierung sind aber nicht nur ein Thema für Frauen, sondern auch für Männer. „Wir wollen den Männern vermitteln, dass Frauen die gleichen Chancen haben müssen wie Männer. Sie sollen verstehen, dass Gleichberechtigung für unsere gesellschaftliche Entwicklung wichtig ist und dass Frauen Fähigkeiten haben, die Männer nicht besitzen.“ Durch Aufklärung und Dialog wird den Männern im Land verdeutlicht, dass selbstbestimmt lebende Frauen nicht nur sich, sondern eine ganze Familie, Gemeinschaft und Nation voranbringen. Niemand kennt eine Frau besser, als sie sich selbst. Aber sie kann nur etwas bewegen und ändern, wenn sie sich frei entfalten kann.

Sierra Leone – ein gezeichnetes Land

Sierra Leone gilt als eines der zehn ärmsten Länder der Erde und weist eine der höchsten Mütter- und Kindersterblichkeitsraten auf,  laut Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Von 1994 bis 2004 tobte ein blutiger Bürgerkrieg im Land. Zudem wiegen die Folgen der 2014 ausgebrochenen Ebola-Pandemie auch nach deren offiziell von der WHO erklärtem Ende noch schwer. SEND und Joseph Ayamga stellen die Gleichberechtigung von Frauen in den Mittelpunkt ihres Engagements und leisten in Zeiten des dringend im Land benötigten Wiederaufbaus einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Wandel: „Unsere Gesellschaft ist kreativer und entwickelt sich gut wenn wir alle frei sind und die Freiheit anderer respektieren.“

Insgesamt 5.400 Frauen werden von SEND unterstützt, 29 Mitarbeiter sind für die Organisation tätig. Ayamga ist seit 2014 Landesdirektor bei SEND Sierra Leone.