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Annette Debusmann

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Sierra Leone ist Ebola-frei, doch Ebola noch längst nicht los

Sierra Leone ist von der WHO offiziell für Ebola-frei erklärt worden. Zwar ist ein wichtiges Etappenziel erreicht, aber Rückkehr zu Alltag und Normalität heißt das nicht. Ganz im Gegenteil: Die Epidemie hat nicht nur die Fortschritte in der wirtschaftlichen Entwicklung um Jahre zurückgeworfen, sondern auch tiefe Narben in der Gesellschaft hinterlassen. Ohne nachhaltige Hilfen ist das gebeutelte Land auf lange Sicht verloren. Eine positive aktuelle Entwicklung: die Reintegration von Kindern in ihre oder eine Pflegefamilie.

Ebola-Waisen bekommen bei Don Bosco Fambul Schutz und Zuflucht.
Ebola-Waisen bekommen bei Don Bosco Fambul Schutz und Zuflucht.
48 Jungen konnten bisher ein neues Zuhause finden, ob in der eigenen Familie oder einer Pflegefamilie.
48 Jungen konnten bisher ein neues Zuhause finden, ob in der eigenen Familie oder einer Pflegefamilie.

Nur nachhaltige Hilfen können effektiv die Langzeitfolgen der Epidemie abwenden. Erst wenn ein normales Leben wieder möglich ist und die Menschen in einen routinierten Alltag zurück finden, kann auch die Entwicklung des Landes voranschreiten und Ebola endlich hinter sich lassen. Nachdem im März 2014 die erste Ebola-Erkrankung festgestellt wurde, ist Sierra Leone am 7.11.2015 von der WHO offiziell für Ebola-frei erklärt worden. Bruder Lothar, ehemaliger Direktor des Straßenkinderzentrums Don Bosco Fambul in der Hauptstadt Freetown, war bis dato skeptisch: „Ebola ist nicht zu Ende! Sie wird uns definitiv wieder einholen.“

Traumatisiert und heimatlos

Besonders die Kinder und Jugendlichen leiden unter den Folgen der Epidemie. Viele sind traumatisiert. Kinder, die an Ebola erkrankt und geheilt wurden, oder nur unter dem Verdacht einer Infektion standen, wurden und werden von ihren Familien ausgestoßen. Sie glauben, dass die Kinder verhext seien und Unglück über die Familie bringen. Tausende Kinder haben ihre Eltern an das Virus verloren und wurden zu Ebola-Waisen. Sie mussten zusehen, wie ihre Eltern und Verwandten sterben. Zudem haben viele dieser Kinder kein Zuhause mehr, in das sie zurückkehren können. Ihre Häuser wurden nach dem Tod der Eltern geplündert. Einer ganzen Generation fehlt ein Jahr der Schulbildung.

Im ganzen Land zählt Don Bosco Fambul einen starken Anstieg an Straßenkindern. Insgesamt 50.000 junge Menschen unter 18 Jahren leben auf der Straße. 2.500 davon in Freetown. Keine Bildung, keine Arbeit: Viele Jugendliche drängen vom Land auf die Straßen Freetowns auf der Suche nach Beschäftigung und Schutz. Und auch der eigentlich rückläufige Kinderhandel hat wieder stark zugenommen. Kriminelle Schlepperbanden haben den Ausnahmezustand, die fast vollkommene Straflosigkeit, für ihre Machenschaften genutzt.

Reintegration von 48 Jungen in die eigene oder Pflegefamilie

Neben Maßnahmen der Vorsorge und Heilung ist es die bedarfsgerechte psycho-soziale Weiterbetreuung der Kinder und Jugendlichen, die nachhaltig hilft, die Schrecken der Epidemie zu überwinden.

Deshalb kümmern sich bei Don Bosco Fambul Sozialarbeiter und Psychologen um die Kinder, die Ebola auf die Straßen getrieben hat. Mit liebevoller Zuwendung und professioneller Begleitung helfen sie den Kindern, das Erlebte zu verarbeiten. Es ist ein Hort der Zuflucht und der Menschlichkeit in einem chaotischen und verletzenden Umfeld. Hier können die jungen Menschen wieder positiv in ihr Leben blicken, das sie noch vor sich haben. Ziel der Betreuung ist immer, dass die Kinder wieder in einer Familie leben. Das kann die eigene Großfamilie oder eine Pflegefamilie sein. Dazu arbeiten die Sozialarbeiter auch eng mit den Verwandten der Kinder zusammen.

Aktuell konnten bisher 48 Jungen ein neues Zuhause finden - entweder in der eigenen Großfamilie oder einer Pflegefamilie. Damit gewinnen sie ein wertvolles Stück Alltag und Normalität zurück. Die Betreuung durch Don Bosco Fambul Sozialarbeiter und Betreuer bleibt dennoch eng, so dass den jungen Menschen nachhaltig und langfristig geholfen wird.

Während der Epidemie versorgte Don Bosco Fambul 250 Ebola-Waisen im Interim Care Center. Alle konnten wieder in ihre Familien reintegriert werden, so dass das ICC nun wieder zu einer Schule zurückgebaut wurde. Die Mitarbeiter von Don Bosco Fambul kümmern sich in ihren laufenden Programmen dauerhaft um die jungen Opfer der Ebola-Epidemie. Mittelfristig wird ein zusätzliches Schutzhaus eingerichtet. Denn der Bedarf im Land ist riesig. Dafür benötigen wir weiterhin Ihre finanzielle Unterstützung, damit die Jüngsten in der Bevölkerung wieder eine echte Zukunftsperspektive bekommen.

Auswirkungen der Ebola Krise wiegen schwer

Viel zu spät hat sich die internationale Gemeinschaft um eine funktionierende Koordination medizinischer Hilfsgüter und logistischer Unterstützung bemüht. Zu viel Geld, vor allem von UN und westlichen Regierungen, floss in „dunkle Kanäle“ anstelle direkt bei den Ärmsten der Krise anzukommen. Und zu schwer wiegen die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Ebola-Epidemie. Mit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie wurden Schulen geschlossen. Ausländische Geldgeber und Unternehmen haben sich zurückgezogen oder ihre Firmen ganz geschlossen. Die Landwirtschaft brach zusammen, da sich niemand auf die Felder traute. Die Lebensmittelpreise sind drastisch gestiegen und das Gesundheitssystem zusammengebrochen. Eine ohnehin fragile Infrastruktur im bürgerkriegsgeschüttelten Sierra Leone stand vor dem Aus.

Ihre Spende ebnet den Mädchen und Jungen in Sierra Leone den Weg in die fast vergessene Normalität.