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Copyright: Julia Krojer.
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Annette Debusmann

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Don Bosco in Sierra Leone kämpft gegen Ebola

Die Ebola-Pandemie in Sierra Leone scheint unter Kontrolle. Aber die Nachwirkungen werden noch über Jahre spürbar sein. Die Nachsorge von Ebola-Waisen und anderen von Ebola betroffenen Kindern ist bei Weitem nicht ausreichend. Das Don Bosco Zentrum Fambul in Freetown hat ein Interim Care Center eingerichtet. Hier finden 120 Kinder Platz, werden psychologisch betreut und in ihre (Groß-)Familien zurückgeführt. Das sind fast die Hälfte aller Plätze landesweit. Don Bosco Mondo unterstützt die Arbeit der Helferinnen und Helfer in Freetown. Helfen Sie den Kindern in Sierra Leone und unterstützen Sie das ICC! Sierra Leone benötigt größtmögliche Unterstützung für den Wiederaufbau des Landes.

Hier finden Sie aktuelle Bilder aus Sierra Leone.

Update 11.11.2015: Sierra Leone ist Ebola-frei erklärt, doch den Menschen geht es alles andere als gut

Sierra Leone wurde am 7.11. von der WHO offiziell für Ebola-frei erklärt. Doch auch nach der akuten Krise geht es den Menschen in Sierra Leone schlecht. Vor allem Kinder und Jugendliche erleben unsägliches Leid in bitterer Armut. Viele von ihnen haben ihre Eltern durch das Virus sterben sehen und sind zu Waisen geworden. Andere sind selbst an Ebola erkrankt und nach ihrer Genesung massiv ausgegrenzt worden. Sie brauchen dringend sozialtherapeutische Unterstützung, um die Schrecken der Epidemie ansatzweise verarbeiten zu können und wieder ein lebenswertes Leben zu führen.

Gegen die Folgen von Ebola ist nachhaltige, direkte Hilfe erforderlich

Das Zwischenfazit zeigt deutlich, dass die internationale Unterstützung für Sierra Leone viel zu spät einsetzte. Zu lange fehlte eine wirklich funktionierende Koordination medizinischer Hilfsgüter sowie Logistik. Ein Umstand, der Leid, Hunger und Elend der Einheimischen auf lange Zeit verschlimmert hat. Bruder Lothar SDB kritisiert zu Recht den Umgang der internationalen Gemeinschaft mit der Ebola-Krise.
Viele junge Westafrikaner sitzen auf gepackten Koffern, warnt Bruder Lothar und sagt einen neuen Massenexodus nach Europa voraus. Neben der psychotherapeutischen Begleitung der Menschen ist fortan die Bekämpfung von Fluchtursachen wie Hunger und Armut immens wichtig. Eine nachhaltige, direkte Entwicklungszusammenarbeit vor Ort, wie sie Don Bosco von Beginn der Krise an betreibt, ist unerlässlich. Hier muss die internationale Gemeinschaft dringend nachziehen, damit verstärkt Hilfe bei den Ärmsten ankommt.

Update 16.09.2015: Ebola ist noch nicht überwunden

Die Schüler in Sierra Leone können endlich wieder zu Schule gehen - müssen aber immer noch vorsichtig sein.
Die Schüler in Sierra Leone können endlich wieder zu Schule gehen - müssen aber immer noch vorsichtig sein.

Insgesamt sind aktuell mehr als 1600 Menschen unter Quarantäne gestellt, vier starben, sieben haben sich neu infiziert. Mehr als 2.000 Kontakte müssen überprüft werden um herauszufinden, welchen Weg die Infektion diesmal genommen hat.

Die gute Nachricht hinter der schlechten: Die Infrastruktur zur Ebola-Bekämpfung ist noch aktiv und reagiert schnell. Mobilisierung und Kontakt-Überprüfung sind in wenigen Tagen durchgeführt. So kann Ebola in der Region effektiv bekämpft werden.

So etwas wie Normalität

Dabei hatten sich viele in Sierra Leone gerade auf ein Ende der Epidemie eingestellt. Langsam normalisierte sich der Alltag. Die Kinder, die wegen der Ebola-Gefahr teilweise monatelang zu Hause bleiben mussten, können endlich wieder zur Schule gehen, Mitschüler und Lehrer treffen - und vor allem: Lernen. Die Hoffnung ist groß, dass das so bleibt - die Gefahr wird aber trotz aller Zuversicht nicht vergessen. Die Lehrer achten darauf, Vorsichtsmaßnahmen in den Köpfen der Kinder wach zu halten: "Vermeidet Körper-Kontakt" - das ist immer noch die wichtigste Botschaft.

Update 09.09.2015: Vier neue Ebola-Fälle in Sierra Leone bestätigt

Vier Neuinfektionen und 40 Personen mit hohem Ansteckungsrisiko muss Sierra Leone erneut verzeichnen. Nun steht ein ganzes Dorf in der Grenzregion zu Guinea (Sella Kafta) mit seinen rund 1.000 Einwohnern unter Quarantäne. Bei der traditionellen Waschung einer verstorbenen Dorfbewohnerin kamen sowohl Angehörige als auch weitere Trauergäste in unmittelbaren Kontakt mit dem Leichnam. Die Ebolaerkrankung der Verstorbenen blieb jedoch bis kurz vor ihrer Beisetzung unentdeckt. Die erneuten Ebola-Fälle verdeutlichen, dass der Kampf gegen die Ebola-Pandemie in Sierra Leone noch lange nicht gewonnen ist.

Update 23.07.2015: Gewalt gegen Kinder – Resignation und Armut, Hunger und Not bei den Menschen

Bei der Childline 116 melden sich immer mehr Kinder mit Gewalterfahrung.
Bei der Childline 116 melden sich immer mehr Kinder mit Gewalterfahrung.

Sierra Leone ist auch 17 Monate nach dem Ausbruch der Ebola-Pandemie im Ausnahmezustand. „Seit Monaten gibt es jede Woche rund zehn Neuinfektionen. Ebola ist also immer noch da und sie war immer da. Es bestätigt sich jetzt, dass es einfacher ist, von 100 Fällen auf zehn zu kommen, als von zehn auf null. Die Regierung hat die dreiwöchige Ausgangssperre für den Norden des Landes bis zum 30. September noch einmal deutlich verlängert. Auch der landesweite Notstand bleibt weiterhin in Kraft. Und das, so denke ich, wird wohl auch bis Jahresende der Fall bleiben. Bei den Menschen herrschen Resignation und Armut. Hunger und Not macht sich einfach breit, und zwar sichtbar breit“, erklärt Lothar Wagner die Situation im Interview mit dem Kindermissionswerk.

Noch immer gebe es zu wenig Helfer vor Ort, die direkt bei den Menschen wirken. Die großen Hilfsorganisationen versuchen die Krise vom Büro aus zu lösen, kritisiert Lothar Wagner. „Jetzt zeigt sich noch ein weiteres ganz großes Problem: Menschen, die in Kontakt mit Ebola-Patienten waren, brechen aus Quarantänezonen aus. Das ist möglich, wenn die Polizisten und Soldaten bestochen werden, und das führt natürlich die Quarantänezone ad absurdum. Es ist logisch, dass so irgendwann und irgendwo neue Krankheitsfälle auftauchen“, so der Direktor von Don Bosco Fambul.

Kinder und Jugendliche leiden besonders unter der Notlage. In Freetown schlagen immer mehr Straßenkinder auf. Viele Kinder sind nach einem verpassten Schuljahr nicht wieder in den Unterricht zurückgekehrt. Immer mehr Mädchen werden im Teenager-Alter schwanger oder berichten von Vergewaltigungen. „Das bekommen wir besonders in unserem Frauenhaus zu spüren. Erst gestern haben wir ein neunjähriges Mädchen aufgenommen, das von fünf Männern vergewaltigt wurde. Da muss Don Bosco natürlich da sein, ob mit oder ohne Ebola“, erklärt Lothar Wagner das Ziel seiner Arbeit.

Die Hilfsorganisationen Save the Children, Plan International, World Vision und UNICEF haben 1.100 Kinder zwischen 7 und 18 Jahren in Sierra Leone nach den Auswirkungen von Ebola auf ihr Leben befragt und in diesem lesenswerten Bericht veröffentlicht.

Update 10.07.2015: Neue Ebola-Fälle in Liberia und Sierra Leone

Rückschlag im Kampf gegen Ebola. In Liberia und Sierra Leone sind erneut Neuinfektionen mit Ebola aufgetreten. „Liberia war seit dem 9. Mai 2015 Ebola-frei, doch jetzt gibt es drei neue Fälle. Auch in Sierra Leone treten immer wieder neue Infektionen auf“, sagt Pater Jorge Crisafulli, Provinzial im englischsprachigen West-Afrika und mahnt: „Wir dürfen im Kampf gegen Ebola nicht nachlässig werden.“

Update 27.5.2015: Wiederaufbau und Reparatur zerstörter Häuser - Keine Fortschritte auf der "Road to Zero"

Don Bosco Fambul hilft 45 Familien bei der Renovierung oder dem Neubau ihrer Häuser. Nach Ebola-Erkrankungen wurden viele Häuser mit Chlorin desinfiziert und sind nun unbewohnbar. Kinder, von denen viele schon ihre Eltern verloren haben, stehen nun auch vor dem materiellen Nichts. Die Renovierung der Häuser ihrer Groß- oder Pflegefamilien, ist ein notwendiger erster Schritt in ein normales Leben. 

Es wird lange dauern, bis diese Kinder ihre Traumata überwinden können. Viele mussten zusehen, wie ihre Eltern an Ebola starben. Don Bosco Fambul betreut sie nicht nur in den Wochen, in denen sie im Waisenhaus leben, sondern begleitet auch nachdem sie in ihre Groß- oder eine Pflegefamilie zurückgekehrt sind. Drei Jahre lang bekommen die Kinder psychosoziale Hilfe. Resozialisierung und Trauma-Bewältigung sind lange andauernde Prozesse.

Die Zahl der Neuinfektionen mit Ebola in Sierra Leone schwankte im letzten Monat, wenn auch auf niedrigem Niveau. In der vergangenen Woche gab es noch drei Neuinfektionen, in den Vorwochen acht, zwei und zehn. Die WHO wird nicht müde zu betonen, dass der Kampf gegen Ebola bis zum letzten Fall mit letzter Konsequenz geführt werden müsse. Auch Präsident Koroma hat die Bevölkerung  wiederholt aufgerufen, die Hygienebestimmungen weiterhin anzuwenden. Doch die Menschen werden der Einschränkungen, unter denen sie seit über einem Jahr leben, langsam überdrüssig. Im Stadtbild spiegelt sich dies deutlich wider: Menschen geben sich wieder öfter die Hand, es wird gefeiert, die Gasstätten und Strände füllen sich. Doch diese langsame Rückkehr zur Normalität ist trügerisch, denn der Kampf gegen Ebola ist noch nicht gewonnen. 

Update 21.04.2015: Ebola unter Kontrolle – Nur langsam kehrt in Sierra Leone die Normalität zurück

Gute Nachrichten aus dem krisengeschüttelten Sierra Leone. Bruder Lothar Wagner meldet: „Seit einigen Tagen können wir sagen, dass die Ebola-Pandemie unter Kontrolle ist.“ Zwar gebe es nach wie vor 1 – 4 Neuinfektionen pro Tag, aber diese befänden sich in den Quarantänezonen und stünden auf Kontaktlisten. So können die Infektionswege schnell nachgezeichnet und weitere Ansteckungen vermieden werden.
Dass auch die Schulen wieder geöffnet haben, würde Hoffnung geben, berichtet Bruder Lothar. „Jedoch beobachten Schüler, Eltern und Lehrer derzeit die Situation und trauen sich noch nicht ‚aus der Deckung‘“, so der der Leiter von Don Bosco Fambul in Freetown weiter und macht damit deutlich, dass die Normalität noch nicht endgültig wiedergekehrt ist. Bereits im Februar konnte Nachbarstaat Liberia melden, dass der Kampf gegen das Virus beinahe gewonnen sei.

Mehr ganzheitliche Hilfsangebote für junge Menschen schaffen!

Für ihr Engagement zur Bekämpfung der Ebola-Pandemie wurde Don Bosco Fambul in der vergangenen Woche mit dem anerkannten nationalen Journalistenpreis ausgezeichnet. Auch diese Feierstunde ließ Bruder Lothar nicht ungenutzt, um unbequeme Mahnungen auszusprechen. Viele Kinder und Jugendlichen bedürften nun ganzheitliche, psycho-therapeutische Hilfen. Viele haben ihre Eltern verloren oder leiden unter Stigmatisierung nach eigener überwundener Ebola-Erkrankung. „Ich hoffe nicht, dass wir nach dem WHO-Versagen im medizinischen Bereich demnächst ein UNICEF-Versagen im psycho-therapeutischen Bereich erleben. Das hätte fatale Folgen für den Wiederaufbau“, so forderte Bruder Lothar die UN zu mehr mittel- und langfristiger Hilfe auf.

WHO gesteht Versagen ein

Die WHO hingegen gesteht eigene massive Fehler in ihrem Umgang mit der Ebola-Pandemie ein, nachdem Hilfsorganisation – allen voran Don Bosco Fambul – sie während der Pandemie bereits heftig kritisiert hatten: „Wir haben Lektionen der Demut gelernt“. Ebola „diente als Erinnerung daran, dass die Welt, inklusive der WHO, schlecht auf einen großen und langen Ausbruch einer Erkrankung vorbereitet ist“, heißt es in der Erklärung von WHO-Chefin Margaret Chan und aller Regionaldirektoren. Weiter versprach die WHO grundlegende Reformen.

Bislang wurden in Sierra Leone 8.573 bestätigte Ebola-Infektionen und 3.511 Ebola-Tote registriert.

Update 07.04.2015: Erneutes Versagen der Vereinten Nationen droht

Bruder Lothar kritisiert am heutigen Weltgesundheitstag das Fehlen mittel- und langfristiger Hilfen, um den Wiederaufbau in Sierra Leone zu sichern. "Ich hoffe nicht, dass wir nach dem WHO-Versagen im medizinischen Bereich, demnächst ein Versagen im psycho-therapeutischen Bereich haben. Das hätte fatale Folgen für den Wiederaufbau", so Bruder Lothar im Interview mit infoans. "Den Wiederaufbau in Sierra Leone sollen die jungen Menschen gestalten. Und die müssen wir erst wieder aufrichten."

"Es fehlt aber an bedarfsgerechten Hilfen. Ich finde es erschreckend, wie viele Organisationen kurzfristige materielle Hilfen anbieten, anstatt mittel- und langfristige psycho-therapeutische Angebote. Das ist aber für die vollständige Gesundheit des Kindes enorm wichtig. Was nützt es einem schwersttraumatisiertem Kind, dass über Appetitlosigkeit klagt, einen Sack Reis vor die Füße zu stellen? Es bedarf mehr psychologischer Hilfen für junge Menschen. Nach dem Versagen der WHO im medizinischen Bereich sehe ich ganz klar nun ein Versagen zuständiger UN-Behörden im psycho-sozialen Bereich. Auch hier sind die Vereinten Nationen halbherzig und die Hilfen äußerst beschämend, wobei ausreichende Mitteln zur Verfügung stehen."

Lesen Sie hier das ganze Interview.

Update 30.3.2015: Rückgang von Infektionsfällen gibt leisen Anlass zur Hoffnung

Die Aufklärungskampagne von Don Bosco vom Anfang des Monats hat Wirkung gezeigt: Die Zahl der Neuinfektionen geht - wenn auch nur langsam- zurück. Aber die Epidemie ist noch nicht vorbei! Aufmerksamkeit und das Einhalten der Hygieneregeln sind die obersten Gebote, um die Übertragungskette zu unterbrechen und Neuinfektionen zu verhindern.

Die vor Ort engagierten NGOs vernetzen sich stärker. Dazu gab es erstmalig einen Runden Tisch, den der Sonderbeauftragte der deutschen Regierung, Walter Lindner, initiiert hatte. Don Bosco ist durch bereits vorhandene Strukturen und den psychosozialen Ansatz eine treibende Kraft, um den von Lindner geforderten Schritt von der Not- zur Entwicklungshilfe zu vollziehen. So konnten bereits neun von Ebola betroffene Kinder aus dem Interim Care Centre in ihre Herkunftsgemeinden integriert werden. Dazu gehört bei Don Bosco neben der psychologischen Betreuung der Kinder auch der Wiederaufbau der zerstörten dörflichen Strukturen. Häuser müssen teils erst wieder aufgebaut, Bauern mit Saatgut versorgt werden, damit so etwas wie Alltag wieder einziehen kann.
Aktuell werden in Sierra Leone 11.841 Ebola-Fälle und 3.747 Ebola-Tote gezählt. 

Update 04.03.2015: Kampagne „Don Bosco for ZERO Ebola cases“ nach erneutem Anstieg von Neuinfektionen gestartet

In der letzten Februarwoche zählte Sierra Leone wieder 87 Neuinfektionen mit dem Ebola-Virus. „Die Krankheit ist noch nicht unter Kontrolle und die ‚road to zero‘ erscheint lang“, zieht Lothar Wagner ein Zwischenfazit. Er führt das Wiederhochschnellen der Ebola-Fälle auf das Aufheben wichtiger Sicherheitsmaßnahmen durch die Regierung zurück. In manchen Regionen öffneten die Schulen wieder, die Reisebeschränkungen wurden gelockert und wichtige „Medical Checkpoints“ geschlossen. „Hierdurch ist die Wachsamkeit in der Bevölkerung gesunken“, meint Bruder Lothar. Es finden wieder traditionelle Beerdigungen statt, bei denen Angehörige die Toten waschen und berühren. Es kommt vermehrt zu größeren Menschenversammlungen, Geschäfte und Märkte öffnen und der öffentliche Transport hat seinen Betrieb teilweise wieder aufgenommen. Das erschwert den Kampf gegen Ebola enorm.

Don Bosco hat gegen Nachlässigkeiten in der Gesundheitsprävention eine Kampagne gestartet. 20.000 Stück Seife mit der Aufschrift „Don Bosco for ZERO Ebola cases“ verteilen Helferinnen und Helfer in den Straßen Freetowns und klären die Menschen über Präventivmaßnahmen auf. „Es ist einfacher von 100 auf zehn, anstatt von zehn auf null neue Infektionsfälle pro Tag zu kommen“, warnte Bruder Lothar zum Auftakt der Straßenkampange zu höchster Wachsamkeit.

Derweil betreut Don Bosco im Interim Care Center (ICC) bis zu 120 Ebola-Waisen. Insgesamt gibt es nur 275 Plätze landesweit. UNICEF zählt über 16.000 Kinder, die durch Ebola zu Halb- oder Vollwaisen geworden sind. Einen bewegenden und detaillierten Einblick in die Arbeit mit Ebola-Waisen gibt Bruder Lothar in diesem [Interview mit dem Bayrischen Rundfunk].

Helfen Sie den Kindern in Sierra Leone und unterstützen Sie das ICC! Sierra Leone benötigt weiterhin größtmögliche Unterstützung für die Eindämmung der Pandemie und den Wiederaufbau des Landes. Sie können dabei helfen, mit Ihrer Spende.
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Update 20.02.2015: Im Kampf gegen Ebola nicht nachlassen

Weiterhin zählt Sierra Leone etwa 70 Neuinfektionen mit Ebola pro Woche. Der Kampf gegen Ebola ist noch lange nicht gewonnen. Zwar gibt es mittlerweile genug Betten, um die Patienten zu behandeln, jedoch mangelt es an wichtigen Flankierungsmaßnahmen. Das geht aus dem aktuellen Bericht der UN zur Situation im Kampf gegen Ebola hervor (http://ebolaresponse.un.org/).

Noch immer erschweren zu wenig gut ausgebildetes medizinisches Personal und nur geringe Laborkapazitäten für Bluttests die Eindämmung des Virus.  Besonders davon betroffen sind schwer zugängliche, ländliche Regionen. Dorthin sind auch die Kommunikations- und Transportwege schlecht. Hilfslieferungen erreichen die Menschen hier noch zu langsam. Die Nachverfolgung von Infektionswegen ist dort extrem schwierig. Das erhöht das Risiko von immer neuen Erkrankungen.

Die meisten Ansteckungen gehen derzeit auf die wieder stärker praktizierte Waschung der Toten zurück. Zwar gibt es genug Teams, die sichere Bestattungen durchführen, ihnen wird jedoch immer noch große Skepsis in weiten Teilen der Bevölkerung entgegengebracht. Insbesondere in Regionen, die zuletzt keine oder nur wenige Neuinfektionen aufgewiesen haben, will die UN die Sensibilisierung der Bevölkerung für Schutzmaßnahmen wieder erhöhen. So lassen sich erneute Ausbrüche vermeiden – bis Ebola endlich besiegt ist.

Internationale Hilfen zur Nachsorge von Kindern völlig unzureichend

Am größten sind die ungedeckten Erfordernisse jedoch im Bereich der psychosozialen Nachsorge für von Ebola betroffene Kinder. Zwar gibt es für sie landesweit 14 Zentren mit 275 Plätzen, aber nur neun von ihnen nehmen derzeit Kinder auf. Es mangelt an Personal und Material. Diese Zahlen sind ernüchternd: UNICEF registrierte alleine in der ersten Februarwoche über 200 weitere Kinder, die Hilfe brauchen. Das Don Bosco Interim Care Center (ICC) ist mit 120 Plätzen das mit Abstand größte Heim des Landes.

Update 10.02.2015 – Stagnation: 80 Neuinfektionen pro Woche

Nach den ersten Erfolgsmeldung im Januar warnte Bruder Lothar Wagner davor, den Kampf gegen Ebola verfrüht als erfolgreich beendet zu erklären: „Ebola bleibt bis zum letzten Fall tödlich. Wir dürfen die Konzentration jetzt nicht verlieren“. Doch genau dies scheint nun eingetreten. „Die Erfolgsrede des Präsidenten, der anschließend die Quarantänemaßnahmen aufgehoben hatte, hat dazu geführt, dass z.B. die traditionale Totenwaschung bei Beerdigungen wieder vorgenommen wird. Das führt zu neuen Ansteckungen, die zuletzt vermieden werden konnten“, beklagt Bruder Lothar. Sierra Leone beobachtet nun immer neue Herde und hohe Dunkelziffern insbesondere in Regionen, aus denen bislang auffällig geringe Fallzahlen gemeldet wurden. Insgesamt wurden in Sierra Leone bisher 8.149 bestätigte Ebola-Fälle und 2.978 Ebola-Tote registriert.

Update 06.02.2015: Herber Rückschlag für Sierra Leone – Liberia auf dem Weg zur Normalität

Nach ersten Erfolgen im Kampf gegen Ebola zu Jahresbeginn, wurden die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Pandemie nun jäh zerstört. Gestern zählte das Land 27 neue Fälle an nur einem Tag. Vor zwei Wochen waren es im Schnitt weniger als neun. Bruder Lothar Wagner spricht von „großer Ernüchterung“. Ein neuer Herd ist der Distrikt Kambia, sowie weiterhin Port Loko.

„Das zeigt, dass die Situation weiterhin außer Kontrolle ist“, warnt Bruder Lothar im Interview mit domradio.de. „Kritisch ist die Tatsache, dass die Neuinfektionen nicht erklärbar sind. Sie tauchen aus heiterem Himmel auf, neue Herde machen sich breit“, so Bruder Lothar weiter.

In Liberia hingegen sind die Ansteckungswege bekannt. Nur noch zwei bis drei Fälle werden pro Woche registriert. Die Schulen sind seit Februar wieder geöffnet.

Update 03.02.2015: Leichte Entspannung, aber Trend stagniert. Können Schulen Ende März wieder öffnen?

Können die Jungen und Mädchen bald zurück in die Schule? © Julia Krojer
Können die Jungen und Mädchen bald zurück in die Schule? © Julia Krojer

Seit Jahresbeginn konnte Sierra Leone einen Rückgang der Neuinfektionen melden. Dieser Trend stagniert bereits wieder. In der vergangenen Woche waren es 80 neue Fälle (Vorwoche: 65), denn es tauchen immer wieder neue Ebola-Herde in Regionen auf, die als Ebolafrei galten. Don Bosco Fambul hofft trotzdem, dass die Pandemie bis Mitte des Jahres besiegt sein wird. Seit dem Ausbruch hat Sierra Leone 8.062 bestätigte Ebola-Fälle und 2.911 Ebola-Tote registriert.

Hoffnungsfroh hat der Präsident von Sierra Leone, Ernest Komora, angekündigt, die Schulen Ende März wieder öffnen zu wollen. Don Bosco Fambul und Lothar Wagner begrüßen dies, haben aber Zweifel daran, ob die Lehrerinnen und Lehrer ausreichend in Ebola-Prävention und Hygienemaßnahmen geschult sind, um den Unterricht sicher durchführen zu können.

Don Bosco Fambul wird ab April die beiden Jugendzentren in Freetown und die mobile Anlaufstelle, den Don Bosco Fambul-Bus, wieder in Betrieb nehmen. Die Planungen, ein neues Rehabilitationszentrum an einem anderen, zentraleren Standort zu eröffnen, laufen bereits seit einiger Zeit. Das Interim Care Center für von Ebola betroffene Kinder in Lungi wird mittelfristig wieder zu einer Schule zurückgebaut.

Trotz allem Optimismus‘ werden die Nachwirkungen der Krise noch lange andauern. Viele Menschen, insbesondere Kinder, haben traumatische Erfahrungen gemacht. Über 5.000 Kinder sind zu Waisen geworden. Menschen haben ihre Arbeit verloren. Armut, Hunger und Krankheit prägen das derzeitige Bild von Sierra Leone.

Update 16.01.2015: „Nebenwirkungen“ der Pandemie verschlimmern die Situation

© Julia Krojer
© Julia Krojer

„Wir stehen kurz vor einer Hungersnot in Sierra Leone. Die Preise sind enorm; Menschen haben ihre Arbeit verloren. Es ist jetzt an der Zeit, rechtzeitig Aktivitäten einzuleiten, damit wir jetzt nach der Ebolakrise nicht in eine Hungerkrise schlittern, und damit es nicht zu Unruhen kommt. Ich warne ausdrücklich davor, den Blick dieser ganzen Krise nur auf die Ebolapandemie zu lenken. Es gibt schwerwiegende Nebenwirkungen, die wir jetzt unter Kontrolle kriegen müssen“ schildert Bruder Lothar Wagner die Situation in Sierra Leone gegenüber dem Radio Vatikan.

Bruder Lothar moniert die nachlassende Aufmerksamkeit für das Thema, die ihm völlig unverständlich ist: „Dass die Medien nicht mehr über Ebola berichten, ist für mich schleierhaft und nicht nachvollziehbar. Vor allem weil die die Situation heute, im Januar 2015, weitaus schwieriger ist als im vergangenen August, als die Medien noch darüber berichtet haben!“

„Auch wenn die apokalyptischen Vorhersagen nicht eingetroffen sind, ist die Situation nach wie vor dramatisch. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir jeden Tag bis zu vierzig neue Infektionen haben, vor allem hier in Freetown, der Hauptstadt. In den Armutsvierteln hier ist die Situation nach wie vor außer Kontrolle. Die Menschen meiden Kontakt; das ist nach wie vor hier eine Ausnahmesituation.“ Bruder Lothar schätzt, dass die Pandemie das Land noch das ganze Jahr lang beschäftigen wird.

Update 6.1.2015: Ernüchternder Start ins Jahr 2105 - Der tägliche Kampf gegen Ebola bleibt traurige Routine

Weiterhin im Fokus der Don Bosco Fambul Mitarbeiter in Freetown sind und bleiben die Kinder und Jugendlichen, deren Traumata nur durch ganzheitliche Hilfen geheilt werden können.

Im landesweit größten Therapiezentrum finden sie Zeit und Platz zum Spielen, jemanden der ihnen zuhört und eine feste, vertraute Umgebung. Im Don Bosco Interim Care Center (ICC) wurden zudem 20 Plätze für Angehörige neu geschaffen, die aktiv in die Traumatherapie eingebunden werden. Einer der ersten Bewohner ist ein junger Familienvater. Nach neun Monaten UN-Friedensmission in Darfur (Sudan) kehrte er nun nach Sierra Leone zurück. Gemeinsam mit seinen zwei Söhnen verarbeitet er den Tod der Ehefrau und Mutter, sowie des jüngsten Geschwisterkindes.

Geschlossene Schulen, verstorbene Eltern und fehlende Freizeitmöglichkeiten treiben zudem immer mehr Kinder auf die Straße. 15 zusätzliche Sozialarbeiter sind darin geschult, Kontakt mit den Straßenkindern in Freetown aufzunehmen. Damit soll vor allem den „Nebenwirkungen“ der Pandemie getrotzt werden: Die Kriminalitätsrate ist rasant gestiegen, immer mehr Mädchen und Jungen werden Opfer sexuellen Missbrauchs. Polizei und Justiz arbeiten nur noch sehr eingeschränkt, sind in Quarantäne und Ebola-Bekämpfung eingebunden.

Mittlerweile kommt mehr materielle Unterstützung in Sierra Leone an, doch fehlt es nach wie vor an Personal. „Das ist keine Todesangst, die wir haben, sondern vielmehr die Angst, dass wir den Kindern nicht beistehen können in dieser schweren Krisenzeit“, so Lothar Wagner im Interview mit dem Kindermissionswerk.[Lesen Sie hier das Interview.]

In Sierra Leone starben nach offiziellen WHO-Zahlen (24.12.2014) 2.582 Menschen an Ebola, 9.004 sind erkrankt. Insgesamt werden in den betroffenen westafrikanischen Ländern 7.573 Todes- und 19.463 Verdachtsfälle gezählt.

Update 15.12.2014: „Waffen werden viel schneller geliefert als Krankenbetten“

Im Interview mit domradio.de wirft Lothar Wagner der Internationalen Gemeinschaft ein Totalversagen vor. Die nur halbherzige Hilfe hat zur Folge, dass es nach acht Monaten Ebola-Epidemie in Sierra Leone nur insgesamt 800 Betten landesweit gibt. Und die meisten davon werden von Nichtregierungs-Organisationen gestellt und unterhalten. Jeden Tag infizieren sich 500 Menschen mit dem Virus! Im schlimmsten Fall werden Infizierte unverrichteter Dinge nach Hause geschickt. So kann sich der Virus weiter ausbreiten.

„Ich hab einfach die Hoffnung, dass nach acht Monaten Aufklärungskampagnen die Menschen die Botschaft erhalten haben und dass man präventiv viel besser einwirken kann.“  Diese Hoffnung Lothar Wagners spiegelt sich auch in der Entscheidung der Regierung wider, öffentliche Weihnachts- und Silvesterfeiern zu verbieten. „Heute werden Waffen schneller geliefert als Krankenbetten“, fasst Lothar Wagner zusammen. „Wir sind hier vergessen. Die Situation ist nach wie vor außer Kontrolle.“ 
[Lesen Sie hier das ganze Interview auf domradio.de.]

Offiziell sind in den westafrikanischen Staaten bislang 17.908 an Ebola erkrankt, für 6.373 verlief die Krankheit tödlich.

Update 12.12.2014: Don Bosco-Arzt von Ebola geheilt – Gemeinsam im Kampf gegen das Virus

Gute Freunde: Bruder Lothar Wagner und Dr. Capt. Songu-M´Briwa vor dessen Erkrankung.

Dr. Capt. Komba Songu-M´Briwa konnte von Ebola geheilt werden. Er ist der leitende Arzt der Hastings-Klinik, das mit 60 Betten größte Behandlungszentrum für Ebola in Sierra Leone. Vor etwa drei Wochen hatte sich der Arzt selbst mit Ebola infiziert. Dr. Songu ist ein enger Freund von Don Bosco Fambul. Seit 2010 kümmert er sich für Don Bosco bis zu fünf Stunden pro Woche um verletzte und kranke Straßenkinder. „Er ist sehr beliebt bei den Kindern und ein großes Vorbild, was Einsatz im Kampf gegen Ebola betrifft“, so die Wertschätzung für den Arzt von Lothar Wagner.

Don Bosco Fambul hat seit einem Monat eine Kooperation mit der Hastings-Klinik und Dr. Songu geschlossen und ein Büro in der Klinik eingerichtet. Ein Sozialarbeiter kümmert sich dort um die behandelten Kinder. Nach der Heilung kontaktiert er ihre Familien. Sollte eine Aufnahme in das Don Bosco Interim Care Center nötig sein, kann nun alles rechtzeitig vorbereitet werden. „Diese Krisenintervention hilft uns, dass wir rechtzeitig nach erfolgreicher medizinischer Behandlung entsprechende sozial-therapeutische Hilfen für das Kind einleiten können und Kinder nicht nach der Entlassung verschwinden, was zuvor immer wieder geschehen ist“, begrüßt Lothar Wagner die Maßnahme.

Dr. Songu ist der erste von neun einheimischen Ärzten, die eine Ebola-Infektion überlebt haben. Er erholt sich mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in einer von Don Bosco bereitgestellten Wohnung von seiner Erkrankung. Die Menschen in Sierra Leone haben Vertrauen in seine Arbeit und in die Hastings-Klinik. Die Überlebensrate liegt dort bei über 60%, allgemein wird von 30% bis 40% ausgegangen.

Update 09.12.2014: Weitere Hilfslieferung steht bereit – Ebola auch sexuell übertragbar – Flut von Straßenkindern in Freetown – Über 9.500 Kinder von Ebola betroffen

Weitere Hilfslieferung steht zum Abflug nach Sierra Leone bereit.

Ein weiterer Hilfscontainer aus Deutschland mit Hilfsgütern von Don Bosco Mondo steht zum Abflug bereit. In den Kisten befinden sich Fieberthermometer, Medikamente, Desinfektionsmittel und Seife für die Don Bosco Zentren, insbesondere für das Don Bosco Interim Care Center (ICC) für von Ebola betroffene Kinder. Über 9.500 Kinder unter 18 Jahren sind in Sierra Leone direkt von Ebola betroffen. 4.349 von ihnen sind Waisen. Mit 80 Plätzen ist das ICC bereits das größte landesweit. [Sehen Sie hier den Bericht über das ICC in der ZDF-Spendengala ab Minute 17:00.]

Bis zu 500 Menschen erkranken in Sierra Leone wöchentlich an dem hochansteckenden Virus. Eine Eindämmung der Gefahr ist noch nicht in Sicht. Im gesamten Land stehen ein Jahr nach dem ersten Fall nur 800 Betten zur Behandlung von Ebola-Patienten zur Verfügung. Eine neue Erkenntnis erschwert die Eindämmung massiv: Ebola ist auch sexuell übertragbar. Im männlichen Ejakulat lässt sich das Virus noch für drei Monate nach der Heilung nachweisen. Für Lothar Wagner bedeutet das ein weiteres Tätigkeitsfeld: „Nun müssen wir die Menschen über diesen Weg der Ansteckung aufklären. Das ist eine große Herausforderung, denn das Thema wird in der Bevölkerung tabuisiert.“

Das Land steht still. Alle Schulen sind geschlossen. Diese Tatenlosigkeit treibt viele Jugendliche auf die Straße. „Wir erleben gerade einen enormen Anstieg an unbegleiteten jungen Menschen auf den Straßen Freetowns. Der Bürgermeister hat uns gebeten, insbesondere nachts mit mehr Sozialarbeitern auf die Straßen zu gehen. Derzeit sind wir mit 20 Streetworkern unterwegs“, schildert Bruder Lothar diese neue Herausforderung.

Seit dem Ausbruch der Krankheit Ende 2013 haben sich in Westafrika offiziell 16.169 Menschen mit Ebola infiziert, für 6.928 Menschen verlief die Krankheit tödlich, berichtet die WHO.

Update 20.11.2014: „Die Zeit nach Ebola wird für Westafrika noch schlimmer“

Bruder Günter Mayer mit Don Bosco Schülern, die derzeit nicht zur Schule gehen können.
Bruder Günter Mayer mit Don Bosco Schülern, die derzeit nicht zur Schule gehen können.

Die Schulen in der gesamten Ebola-Region sind geschlossen. Don Bosco hoffte bislang, die Schulen ab Ostern 2015 wieder öffnen zu können. „Derzeit sieht es noch nicht mal danach aus, als könnten die Schulen schon im Sommer 2015 wieder geöffnet werden“, berichtet der Österreicher Bruder Günter Mayer, Ökonom der Don Bosco Provinz „Englischsprachiges Westafrika“ diese Woche in Wien. Aus Guinea hat Bruder Hernán Cordero im Interview mit Don Bosco Mondo keine besseren Nachrichten.

Auch an der Internationalen Gemeinschaft übt Günter Mayer scharfe Kritik. Zwar laufen Hilfsmaßnahmen an, doch sind diese bei weitem nicht ausreichend. In Sierra Leone gebe es nur 800 Ebola-Betten für 5.000 Infizierte und nur ein einziges Labor für Medikamententests. „Würden Waffen geliefert, ginge es viel schneller als bei der Rettung von Menschenleben“, wirft Mayer der IG falsche Prioritäten vor.

„Die Zeit nach Ebola wird für Westafrika noch schlimmer“, ist die düstere Prognose von Günter Mayer. In der Region sind Gesundheitssystem, Sozialbereich, Wirtschaft und Bildungssektor zusammengebrochen. Viele haben infolge der Epidemie ihre Arbeit verloren. Die Menschen gehen auf Distanz zueinander, die Angst geht um, schon bei leichten Infekten wie Fieber in einer Isolationszelle zu landen.

Update 14.11.2014: Lage in Sierra Leone weiter dramatisch – steigende Fallzahlen und neue Unruhen

Vergangenen Freitag sind nun auch die ersten freiwilligen Helfer der Bundeswehr im Ebola-Gebiet geflogen. In Guinea und Liberia entspannt sich die Lage langsam, was Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf zum Anlass nahm, den Notstand in dieser Woche nicht mehr zu verlängern. Aus Sierra Leone berichtet die WHO hingegen, dass die Zahl der Infizierten weiterhin steil ansteigt. Mit über 100 Neuinfektionen an einem Tag (Montag, 10.11.) wurde ein neuer Rekord gemeldet. Lothar Wagner kritisiert, dass die Kapazitäten für Bluttest und Behandlungen immer noch viel zu gering sind. Immer mehr Menschen können nicht getestet oder behandelt werden, obwohl die Präsenz internationaler Helfer zunimmt.

Die Angst im Land führt zu immer größeren sozialen und politischen Unruhen. Präsident  Ernest Koroma ließ einen Journalisten nach dessen scharfer Regierungskritik ohne Anklage verhaften. In vielen Dörfern werden Bewohner mit Krankheitssymptomen aus Furcht einfach vertrieben. Insbesondere auf dem Land werden Nahrungsmittel knapp. Viele Nachbarn und Verwandte plündern Häuser von Verstorbenen und nehmen Grundstückdokumente an sich. Viele junge Menschen verlieren so nicht nur ihre Eltern, sondern auch ihr Hab und Gut. Don Bosco Fambul setzt sich zusammen mit zwei Rechtsanwälten für die Rechte dieser jungen Menschen ein.

Auch die offizielle Zahl der Kinder, die direkt von Ebola betroffen sind, steigt. Insgesamt wurden bisher 3.483 junge Menschen registriert. Unter ihnen sind 884 Ebola-Waisen und 2.265 junge Menschen unter Quarantäne. Für sie fehlen nicht nur Kapazitäten zur medizinischen Behandlung, sondern es mangelt auch im Sozialbereich an adäquaten Hilfen für traumatisierte Kinder. Don Bosco hat im Interim Care Centre nunmehr Platz für 80 Kinder und Jugendliche geschaffen und ist damit das größte Zentrum landesweit. Zwei weitere Zentren sind in Planung. Es bedarf aber dringend mehr qualifizierter Psychologen zur Betreuung der Kinder.

Update 11.11.2014: Von Enstpannung keine Spur - Hilfe für Ebola-Waisen an neuen Standorten

Das Gesundheitsministerium von Sierra Leone meldet neue offizielle Zahlen zur Pandemie. Von einer Entspannung der Lage ist derweil keine Spur. In der vergangenen Woche sind 464 neue Fälle registriert worden - das ist der größte Zuwachs überhaupt. Seit Ausbruch der Epidemie wurden in Sierra Leone nun 4.523 Ebola-Fälle offiziell gemeldet, 1.142 Menschen sind an dem Virus gestorben.

Don Bosco wird die Hilfe für von Ebola betroffene Kinder auf neue Standorte ausweiten. Neben Freetown und Lungi, wo bereits Zentren für diese Kinder eingerichtet wurden, sind zwei weitere Standorte in Planung, an denen Don Bosco bislang noch gar nicht tätig ist.

Update 07.11.2014: Erste internationale Hilfsbemühungen zeigen Wirkung

Nachdem Bruder Lothar Wagner die internationale Gemeinschaft in den letzten Monaten für ihr Zögerliches Handeln im Kampf gegen Ebola in Westafrika hart kritisiert hatte, freut er sich nun melden zu können, dass die Hilfe langsam sichtbar wird. Internationale Helfer zeigen Präsenz und Material wie Schutzkleidung, Hygienemittel oder Fieberthermometer seien nun besser zu erhalten.

Trotzdem rechnet er nicht mit einem Rückgang der Infektionsrate vor Weihnachten. "Den Zenit der Erkrankungen werden wir vermutlich zum Jahreswechsel erreichen." Bis dahin liegt noch viel Arbeit vor den Helferinnen und Helfern. Don Bosco wird sich nun wieder verstärkt ihrem Kerngebiet widmen: Der Nachsorge für Ebola-Waisen und traumatisierte Kinder.

Update 31.10.2014: Kinder und Mitarbeiter bei Don Bosco werden konsequent vor Ansteckung geschützt

"Die Pandemie ist total außer Kontrolle", schreibt Bruder Lothar Wagner. "Mit täglich rund 80 Neuinfektionen sowie weniger als 500 vorhandenen Behandlungsbetten in drei Behandlungszentren wird die derzeitige Aussichtslosigkeit besonders deutlich. Ohne internationale Hilfe in Form von Personal und Material ist diese Katastrophe nicht zu bewältigen."

Auf sich allein gestellt sind die Helfer in Sierra Leone überfordert, obwohl sie Tag und Nacht arbeiten. Besonders in den ländlichen Gebieten werden Infizierte oft gar nicht erst identifiziert, Verdachtsfälle und Kranke wegen Überfüllung der Kranken- und Isolierstationen weiterhin zu Hause gepflegt, Quarantänemaßnahmen nicht konsequent durchgesetzt. Auf die Aussage, dass ein Kind gesund ist, kann man unter diesen Umständen leider kaum mehr vertrauen.

Um die Kinder und Mitarbeiter in den Don Bosco Zentren zu schützen, werden Neuankömmlinge für die Dauer der Inkubationszeit (21 Tage) ab jetzt erst getrennt von den anderen Kindern untergebracht und beobachtet. Die Einrichtung der notwendigen Quarantänezone kann dank der Spenden aus Deutschland realisiert werden. Zeigt ein Kind Symptome, muss es in die bereits bestehende Isolierstation wechseln, in der es auf Ebola untersucht wird. Ist die Inkubationszeit ohne Auffälligkeiten vorübergegangen werden sie vollständig in das Don Bosco Heim aufgenommen.

Update 24.10.2014: 2,4 Millionen Kinder ohne Unterricht – Don Bosco plant alternative Lehrmethoden

In Sierra Leone und Liberia sind aufgrund der Ebola-Epidemie alle 13.100 Grund- und weiterführenden Schulen geschlossen. 2,4 Millionen Kinder und Jugendliche bekommen seit den Sommerferien keinen Unterricht mehr. „Die Schulen werden nicht vor Ostern 2015 wieder öffnen“, schätzt Pater Nicola Ciarapica, Leiter des Don Bosco Jugendzentrums in Monrovia / Liberia, der dort ebenfalls gegen Ebola kämpft.

Bei Don Bosco wird nicht gewartet, bis die internationale Hilfe ihre Wirkung zeigt und Schulen wieder öffnen können. In Liberia und Sierra Leone gehen mehr als  8.000 junge Menschen in Don Bosco Schulen. Für sie entwerfen ihre Lehrer nun alternative Unterrichtsmethoden: Konkret ist eine eigene Radiostation im Aufbau, solarbetriebenen Radios werden an die Grundschüler verteilt, über die der Unterricht übertragen wird. Für die Älteren gibt es multimediale Konzepte, um die sozialen Netzwerke wie WhatsApp und Facebook für den „Unterricht auf Distanz“ zu nutzen.

2.220 Kinder in Sierra Leone sind direkt von der Epidemie betroffen, das zählen die offiziellen Statistiken erhoben durch Don Bosco Fambul. Die Zahl ist in den letzten 11 Tagen um 25% gestiegen: 674 sind Waisen, 1.569 befinden sich in Quarantäne. "Die Dunkelziffer liegt noch weit höher“, schätzt Bruder Lothar Wagner.

Update 15.10.14: Zweite Hilfslieferung eingetroffen - Weitere mobile Waschbecken geplant

Bruder Lothar Wagner und Minister Moijueh Kaikai stellen die mobilen Waschbecken vor
Bruder Lothar Wagner und Minister Kaikai stellen die mobilen Waschbecken vor

Ein zweiter Hilfscontainer aus Deutschland hat den Hafen in Freetown erreicht. Am Montag, den 13. Oktober traf die Lieferung bei Don Bosco Fambul ein. Ein weiterer Container aus Deutschland soll in den nächsten Wochen starten. 200 Ultra-Fieberthermometer, Schutzkleidung sowie medizinische Seife werden derzeit verpackt und sollen in der nächsten Woche Don Bosco Fambul erreichen. Zudem wurde aus Bonn ein Container mit Reis losgeschickt. Immer mehr Menschen sind von Hunger bedroht.

Sozialminister Moijueh Kaikai würdigte Anfang Oktober die Initiative von Don Bosco Fambul, im Kampf gegen das Virus mobile Waschbecken zur Verbesserung der hygienischen Bedingungen in Freetown herzustellen. Bisher wurden 20 Waschbecken produziert. Weitere 20 sind in Planung und werden aus Bonn finanziert.

Der Trend stetig steigender Fallzahlen ist ungebrochen: Innerhalb einer Woche (03.-09.10.) sind die bestätigten Ebola-Fälle in Sierra Leone von 2.246 auf 2.604 und die Todesfälle von 557 auf 713 angestiegen. Damit sind in einer Woche 358 neue Ebola-Fälle hinzugekommen, was einem Durchschnitt von rund 50 Fällen pro Tag entspricht. Noch vor einem Monat waren es nur 20 Fälle pro Tag. Die meisten Fälle werden in der Hauptstadt Freetown und in den Provinzen Port Loko und Bombali (Makeni) gemeldet. Derzeit sind Ärzte und Epidemie-Experten aus China und Kuba im Land, die den Menschen vor Ort Hoffnung geben.

Update 07.10.2014: „Wir benötigen Hilfen für traumatisierte Kinder“

Bruder Lothar Wagner und Sozialminister Moijueh Kaikai auf der gemeinsamen Pressekonferenz in Freetown/Sierra Leone.
Bruder Lothar Wagner und Sozialminister Moijueh Kaikai

Die Anzahl der direkt von Ebola betroffenen Kinder steigt und steigt, parallel zur Zahl der Infizierten. Auf einer Pressekonferenz mit dem Sozialminister Moijueh Kaikai beschreibt Bruder Lothar Wagner die Lage: "Heute rufen uns täglich mehr als 200 Kinder über die Telefonhotline 116 an, die direkt von Ebola betroffen sind und nach Hilfe rufen". Zusammen mit der Regierung und Organisationen der Vereinten Nationen versucht Don Bosco sich um die Kinder zu kümmern. "Auch dafür brauchen wir mehr Helfer vor Ort, die direkte Hilfen leisten und nicht in ihrem Büro die Epidemie ständig kommentieren", so der sichtlich emotional berührte Ordensmann, über die Rolle von einigen UN-Organisationen.

Auch an der deutschen Regierung übt Bruder Lothar Kritik. Sie hatte der Hilfsorganisation Cap Anamur die finanzielle Unterstützung bei der Einrichtung einer Isolierstation im einzigen Kinderkrankenhaus verweigert, da das Vorhaben begonnen wurde, bevor der Antrag gestellt worden war. "Das kostet weitere Kinderleben, was durch rechtzeitige und unbürokratische Hilfen hätte vermieden werden können", so Bruder Lothar.  "Das Kinderkrankenhaus wurde aufgrund von infizierten Kindern geschlossen", nur mit der Isolierstation kann es wieder geöffnet werden.

307 Kinder wurden aufgrund der Epidemie zu Vollwaisen, 608 Kinder befinden sich derzeit unter Quarantäne und 54 sind an der Erkrankung verstorben. Das sind die Fälle, die offiziell registriert werden konnten. Die Anzahl der Infizierten steigt weiterhin sprunghaft an. 2.095 Menschen haben sich in Sierra Leone bisher infiziert, wovon 544 an der Ebola-Erkrankung verstorben sind.

Update 30.09.2014: Kapazitäten für von Ebola betroffene Kinder müssen aufgestockt werden

Mehr als 1130 Kinder sind landesweit von Ebola betroffen, über 300 von ihnen sind zu Waisen geworden. Im „Don Bosco Interim Children Care Centre“ stehen nur 120 Plätze zur Verfügung. Es wird noch in dieser Woche ausgelastet sein. Die Kapazitäten sollen entsprechend erhöht werden. Don Bosco Fambul fordert die internationalen Organisationen auf, mehr Gesundheits- und Isolierstationen für Kinder aufzubauen. "Es geht nicht nur um die Bekämpfung der Epidemie, sondern um die jungen Menschen und damit um die Zukunft des Landes".

Die Telefonhotline Child Line (116) ist zur nationalen Registrierungsstelle für von Ebola betroffene Kinder und Jugendliche geworden. Die Anrufe werden immer mehr. Mit Unterstützung von UNICEF werden 20 neue Leitungen freigeschaltet und die Anzahl damit verdreifacht. Eine neue Software wird aufgespielt, mit der die Informationen schneller verarbeitet und Hilfsmaßnahmen gezielter eingeleitet werden können.

Update 29.09.2014: Internationale Hilfe zu zögerlich - Ausbreitung der Epidemie noch bis Weihnachten

Aus Willenserklärungen wird zu langsam praktische Hilfe. Das versprochene Personal mitsamt Experten und Schutzmaterial wird erst in einigen Wochen einsatzbereit sein. "Wir rechnen mit adäquaten Hilfen gegen die Epidemie ab Ende des Jahres. Bis dahin werden noch viele Menschen sterben. Die Epidemie wird aber erst frühestens in einem Jahr erledigt sein", so Lothar.

Don Bosco Fambul fordert die Stadtteile Waterloo, Angola Town und Kroo Bay in Freetown unter Quarantäne zu stellen, hier steigt die Anzahl der Infektionen rapide, Untersuchungen gebe es aber kaum mehr. Mit Port Loko, Moyamba und Bombali stehen bereits drei andere Stadtteile unter Quarantäne. Doch es mangelt an Lebensmitteln, um die Menschen in den betroffenen Gebieten zu versorgen. Die Vorräte im Diskoraum des Jugendzentrums reichen nur noch für wenige Tage. „Das ist die Quittung für das lange Zögern der Internationalen Gemeinschaft und der lokalen Regierung", so Bruder Lothar. In Port Loko wird auch ein Kinderheim mit Lebensmitteln und Spielzeug von Don Bosco versorgt.

Update 25.09.2014: Neue Ebola-Hotspots in Freetown – UNICEF unterstützt Don Bosco Fambul

Schlechte Nachrichten aus Freetown: Es gibt mittlerweile unzählige Ebola-Herde in der Hauptstadt, die alle unabhängig voneinander aufgetreten sind. „Das macht Umgebungsuntersuchungen unmöglich, in denen man schaut, mit wem war ein Infizierter in Kontakt, wo hat er sich angesteckt, wen könnte er angesteckt haben“, erklärt Lothar und bittet um Hilfe: „Gerade auch dafür benötigen wir internationale Experten und Material“.

Auch die Zahl der Kinder, die direkt von Ebola betroffenen sind, steigt weiter. Don Bosco Fambul ist von der Regierung mit der Registrierung und Nachsorge für diese Kinder beauftragt worden. Alleine kann Don Bosco diese Aufgaben kaum noch bewältigen. Dazu gibt es heute ein Treffen mit der Regierung und UNICEF. „Die Hilfen für die Kinder leisten zu können ist eine riesige logistische Aufgabe. UNICEF hilft und ist an Bord“, freut sich Lothar über Unterstützung.

Update 24.09.2014: Don Bosco hilft armen Familien mit Lebensmitteln – Zahl der Toten überfordert spezialisierte Bestatter

Der Disko-Raum im Jugendzentrum Don Bosco Fambul muss als Reislager herhalten.

Don Bosco Fambul hilft den Menschen im benachbarten Armutsviertel mit Lebensmitteln. Der Handel und die Landwirtschaft in Sierra Leone liegen brach und die Preise steigen. Darunter leiden bereits viele arme Familien. Der Disco-Raum im Jugendzentrum wurde zum Reislager umfunktioniert.

Nach dem medizinischen Personal, Krankenhäusern und Isolierstationen sind mittlerweile sind auch die Bestattungsteams überfordert. Es sterben täglich mehr Menschen – auch an Cholera, Thyphus oder Malaria. Familien dürfen ihre Verstorbenen nicht mehr selbst beerdigen, sondern müssen sie melden und warten, dass Teams in Schutzkleidung dies übernehmen. Diese Aufgabe ist kaum mehr zu bewältigen.

Update 22.09.2014: Ausgangssperre wurde zur Aufklärungskampagne – „Das war 3 Monate zu spät. Brauchen konkrete medizinische Hilfe“

Die Straßen wie leergefegt während der Ausgangssperre.
Die Straßen wie leergefegt während der Ausgangssperre.
Alle drei Stunden wird bei Don Bosco Fambul Fieber gemessen.
Alle drei Stunden wird bei Don Bosco Fambul Fieber gemessen.

Das Ende der Ausgangssperre hinterlässt mehr Fragen als Antworten. Die Regierung schwenkte in ihrem Aktionsplan deutlich um: Es fand eine dreitägige Aufklärungskampagne statt und die UN verteilte Seife. Die Helfer betraten keine Häuser oder Hütten um Ebola-Patienten zu suchen. So blieb es insgesamt friedlich.

Bruder Lothar Wagner spekuliert, dass die Umorientierung daher rührte, dass keine Betten in Krankenhäusern oder Isolierstationen für Infizierte mehr gebe und Tests auf Ebola derzeit mehrere Tage benötigen. So fragt er sich nun nach dem Erfolg der Aktion: „Viele Menschen haben nicht verstanden - dazu zähle ich mich auch -, warum nun die Vereinten Nationen Seife verteilen, anstatt zu helfen, dass nun endlich ein funktioniertes Gesundheitssystem aufgebaut wird. Die Aufklärungskampagne war eine riesige Kraftanstrengung. Aber sie kommt drei Monate zu spät! Wir brauchen so schnell wie möglich mindestens 5.000 Betten für Ebolainfizierte, mehr Labore, die sofort Ebolatests durchführen können und natürlich dazu entsprechendes Fachpersonal“.

Don Bosco Fambul hat in den vergangenen drei Tagen Straßenkinder, die Tag und Nacht in den Straßen Freetowns leben müssen, aufgenommen. Alle Räume waren belegt. „Die Isolierstation, die Helfer in Schutzkleidung, alle drei Stunden Fiebermessen: das alles erschwert unsere Kernaufgabe, die Hilfe für Kinder in Not. Aber trotz dieser Umstände herrschte eine schöne Stimmung, was den Kindern sehr gut getan hat. Ab morgen planen wir nun alle Kinder in ihre Familien zurückzuführen“, erklärt Bruder Lothar.

Update 19.09.14: Ausgangssperre in Kraft getreten – Zweifel am Erfolg der Maßnahme

Aufklärung ist das grundlegende Mittel, um Ebola zu beenden.

Heute beginnt in Sierra Leone die dreitägige Ausgangssperre. Vom 19. bis 21. September 2014 werden über 20.000 Helfer im Auftrag der Regierung nach versteckten Ebola-Patienten suchen und die Menschen über den Virus und Prävention aufklären. Der Koordinator des Notfallzentrums Steven Gaogia erklärte: „Wir werden 28.544 Helfer in 7.631 Teams losschicken. Sie werden in drei Tagen 1,5 Millionen Haushalte besuchen, die Menschen darüber aufklären, was zu tun ist, wenn ein Ebola-Verdachtsfall im Bekanntenkreis auftritt. Außerdem werden wir Menschen, die Symptome zeigen, auf den Erreger untersuchen und registrieren.“ Experten rechnen damit, dass die offizielle Zahl der Infektionen durch die Maßnahme um 5 bis 20 Prozent ansteigen wird.

Aber, neben „Ärzte ohne Grenzen“ zweifelt auch Bruder Lothar an diesem Schritt. Die Helfer – Soldaten, Regierungsbeamte, Polizisten und Freiwillige – seien zu schlecht ausgebildet. Es sei fast unmöglich in der kurzen Zeit akkurate Diagnosen bei so vielen Menschen zu stellen. Es gebe auch bei weitem nicht genug Plätze in Krankenhäusern oder Isolierstationen, in die Verdachtsfälle gesendet werden können. Außerdem fürchtet er Ausschreitungen: in der Bevölkerung herrsche nicht genug Akzeptanz. Gerade in Ordnungshüter sei das Vertrauen nach dem jahrelangen Bürgerkrieg gering. Erst kürzlich wurden im Nachbarland Guinea sieben Helfer bei Aufklärungskampagnen getötet – wohl aus Angst.

Update 15.09.2014: Landesweite Reintegration von Straßenkindern - mobile Waschbecken als Lebensretter - Lage in Freetown immer brisanter

Einfache, aber geniale Idee: mobile Waschbecken zur Bekämpfung von Ebola.

Derzeit versuchen die Mitarbeiter von Don Bosco Fambul, so viele Straßenkinder wie möglich vor der staatlich verhängten Ausgangssperre nach Hause zu bringen. Neun Sozialarbeiter kümmern sich darum und bereisen das ganze Land. In Radiojingles werden die Kinder und Jugendlichen, die in irgendeiner Form von Ebola betroffen sind aufgefordert, sich bei Don Bosco Fambul zu melden. Sie können dafür auch die Child Line 116 nutzen. Dann wird die Hilfe von Freetown aus koordiniert. Schwierigkeit dabei: Viele Menschen haben Angst, diese Kinder zu besuchen und sich dabei mit dem Virus anzustecken.

Insgesamt sind nun offiziell 445 Menschen in Sierra Leone an Ebola gestorben, die Zahl der Infizierten nimmt zu (1.367). Auch in Freetown, der Hauptstadt, verbreitet sich nun das Virus unkontrolliert weiter. In der Stadt sind die Menschen – trotz aller Versuche der Aufklärung – oft tagelang unterwegs und verbreiten so den Erreger. 

Mit einer einfachen und in Sierra Leone einzigartigen Idee wird die Ausbreitung des Virus bekämpft: Mobile Waschbecken mit Wassertank dienen in Vierteln der Hauptstadt, in denen die Wasserversorgung schlecht bis nicht vorhanden ist als Hygienestation. Je zwei ausgebildete Hygienetrainer betreuen die Waschbecken und klären die Menschen über Ebola auf. Gebaut werden sie von ehemaligen Straßenkindern, die bei Don Bosco Fambul zu Schlossern ausgebildet wurden und damit ihr Einkommen sichern können. Die Seife zur Desinfektion stammt aus der ersten Hilfslieferung von Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln.

Update 8.9.2014: Don Bosco Fambul fordert mehr Hilfe von der UN - Regierung verordnet 4-tägige Ausgangssperre – Start einer Offensive zur Rückführung aller Straßenkinder

Die Regierung in Sierra Leone hat eine Ausgangssperre vom 18.-21. September verhängt. In diesem Zeitraum werden 21.000 Beamte und Mitarbeiter von Hilfswerken nach versteckten Ebola-Infizierten suchen. Bruder Lothar Wagner sieht die Maßnahme - wie viele Experten - kritisch: Soldaten, Polizisten sowie Regierungsangestellte seien zu schlecht ausgebildet, um diese Maßnahme systematisch durchzuführen. Zudem sei die Lage zu chaotisch und angespannt.

Don Bosco Fambul fordert den Einsatz von UN-Soldaten, Seuchenexperten sowie Ärzten und Krankenpflegern. Es bedarf einer sofortigen umfassenden Hilfe der Vereinten Nationen. Hierzu gehöre auch der Aufbau von Krankenhäusern mit entsprechenden Aufnahmekapazitäten, die Lieferung von Schutzmaterial und Medikamente sowie die Durchführung von Contact Tracing (Umgebungsuntersuchung) zur Eindämmung der Epidemie, die nach wie vor nicht funktioniere.

Don Bosco Fambul versucht bis zum Inkrafttreten der Ausgangssperre möglichst viele Kinder und Jugendliche, die Tag und Nacht im Freien leben, in ihre Familien zurückzuführen oder selbst aufzunehmen. „Wir werden alle verfügbaren Räume für obdachlose Kinder zur Verfügung stellen. Wir können noch nicht abschätzen, wie viele hiervon Gebrauch machen werden“, erklärt Bruder Lothar.

Update 4.9.2014: Hilfslieferung angekommen –„Situation zunehmend katastrophaler“

Hilfslieferung von Schutzanzügen gegen Ebola bei Lothar in Freetown Sierra Leone angekommen.

Gestern um 18:15 Uhr Ortszeit landete die sehnlichst erwartete Hilfslieferung mit Schutzkleidung in Sierra Leone. Noch sind die Schutzanzüge nicht in der Einrichtung Don Bosco Fambul eingetroffen, es ist aber absehbar. Die Mitarbeitenden können sich nun endlich gegen das Virus schützen.

Derweil ist Don Bosco Fambul zur „Nationalen Registrierungsstelle für von Ebola betroffenen Kindern“ ernannt worden. Dazu nutzen sie die Hotline 116. Außerdem haben sie innerhalb einer Woche ein landesweites Netzwerk aufgebaut, sodass überall im Land Mitarbeitende der Familienberatung direkt angesprochen und zu Kindern geführt werden können, die besonders leiden oder auf der Straße gelandet sind.

Dies ist aber leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Der Leiter der Einrichtung Bruder Lothar Wagner: „Die Situation wird zunehmend katastrophaler“. In der Nachbarschaft von Don Bosco Fambul ist in den letzten Jahren ein Armutsviertel entstanden. „Wir führen dort eine Art Volkszählung durch, um den Bedarf an Nahrungsmitteln zu kennen und direkt helfen können, falls hier alles zusammenbricht“, berichtet Bruder Lothar. Die anderen Hilfsorganisationen vor Ort lobt er für ihr Engagement, ist jedoch von dem langwierigen und bürokratischen Vorgehen von UN und WHO enttäuscht, die nach seiner Ansicht noch viel zu wenig erreicht hätten.

Update 1.9.2014: Nur Aufklärung kann Ebola stoppen

"Zusammen können wir die Ebola besiegen. Erkrankte, die frühzeitig eine Gesundheitsstation aufsuchen haben eine größere Chance zu überleben. Für mehr Infomationen wähle 117 (kostenfrei)."

Bruder Lothar Wagner ist auch außerhalb von Freetown unterwegs und versucht die Menschen in den Dörfern für die Ebola-Hotline 117 zu gewinnen. "Viele verstecken erkrankte Verwandte zu Hause. Denn am Anfang der Epidemie hieß es, dass Ebola immer tödlich sei. Sie wollen ihre Menschen zu Hause bis zum Tod begleiten. Das hat fatale Folgen für die Ausbreitung der Ebola", erklärt Bruder Lothar.

Update 29.08.2014: Hilfslieferungen verzögern sich – Transportwege werden geschlossen

Nachdem die Hilfslieferung mit den dringend benötigten Desinfektionsmitteln, Schutzanzügen, Handschuhen und Masken schon von der British Airways auf Air France umgebucht werden musste, kam gestern Abend die erschütternde Meldung, dass auch Air France-KLM die Flüge nach Freetown einstellt. Die französische Regierung hatte die Fluggesellschaft hierzu aufgefordert (siehe “Handelsblatt“). Auch 700 Mitarbeiter von Air France streikten gegen Flüge in Ebola gebiete (siehe „Spiegel“). Auf dem Landweg durch Guinea und Nigeria - in diese Länder steht der Flugverkehr noch - kann nicht ausgewichen werden, denn die Grenzen zu den beiden Nachbarländern sind zu. Die Hoffnung steht jetzt, dass die dringend benötigten Materialen in der nächsten Woche mit einer Maschine von Allied nach Freetown schicken zu können.

„Wir müssen unsere Patienten inzwischen im Freien behandeln und haben keine Schutzkleidung außer Handschuhen. Es wird jede Stunde schwieriger. Ich bete, dass wir die Waren doch noch erhalten“, so Lothar Wagner (Salesianer Don Boscos), Leiter der Don Bosco Einrichtung in Freetown.

Mit unserer Schwesterorganisation Don Bosco Mission fordern wir die internationale Gemeinschaft auf, die Transportwege nach Sierra Leone offen zu lassen.

Hilfe in Liberia, Nigeria und Ghana

Auch in Liberia ist die Lage sehr ernst. Versammlungsverbote und Ausgangssperren behindern die Hilfsmaßnahmen. Don Bosco hilft trotzdem 500 Familien mit dringend benötigten Nahrungsmitteln und Sanitärprodukten. In Nigeria scheint das Virus unter Kontrolle zu sein. Mit Aufklärungskampagnen unterstützt Don Bosco die Prävention. Ebenso in Ghana, wo die Ebola noch nicht aufgetreten ist.

Update 27.08.2014: Lokale Bedingungen brisant – Flugverkehr ist eingeschränkt, Hilfslieferungen extrem schwierig, Versorgungslage verschlechtert sich, Kinderhandel nimmt zu, es drohen Unruhen

Hilfslieferungen

Viele Fluggesellschaften haben ihren Flugverkehr in Richtung Sierra Leone eingestellt, sodass dringend benötigte Hilfslieferungen schwieriger und teurer werden, zukünftige Lieferungen drohen daran zu scheitern. Im Moment wird mit Hochdruck daran gearbeitet, die Lieferung von Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln für Fambul auf den Weg zu bringen.

Krankenhäuser

Im Land herrschen katastrophale Bedingungen: Das letzte Kinderkrankenhaus in Freetown hat geschlossen, weil dort Ebola-Infizierte behandelt wurden. Grund: Personal kommt aus Angst nicht mehr zur Arbeit, mögliche Patienten bleiben aus. Therapien von anderen Erkrankungen werden nicht mehr durchgeführt, zahllose Kinder drohen an Malaria, Typhus oder Cholera zu sterben.

Kein Vertrauen in öffentliche Einrichtungen

Konkrete Hilfen der Regierung und internationaler Organisationen bleiben aus: „Nicht nur die Regierung, sondern auch die Weltgesundheitsorganisation wirken hilflos.“, fasst Bruder Lothar zusammen. Viele gute Ansätze gehen im Sumpf der Korruption unter und verschärfen die Situation nur noch: Die Menschen in Sierra Leone trauen weder Regierung noch den örtlichen staatlichen Einrichtungen – hierzu gehören auch die Krankenhäuser - und fühlen sich in dieser Wahrnehmung nur noch bestätigt. Die Frustration steigt und lädt die ohnehin angespannte Situation im Land zusätzlich auf. Bruder Lothar warnt vor möglichen Unruhen.

Folgen von Ebola

Sierra Leone wird noch Jahrzehnte unter den Folgen der Ebola-Epidemie leiden, konstatiert Bruder Lothar. Die ohnehin große Kindersterblichkeit wird sich noch einmal erhöhen. Schwerer wiegt es aber, dass die heranwachsende Generation ihrer Chancen beraubt wird. Das Bildungssystem liegt brach, Schulen und Universitäten bleiben geschlossen, Felder werden nicht bestellt und verschlechtern die Versorgungslage. „Gerade Bildung wäre ein zentrales Element, um den Menschen die Angst vor Krankheiten wie Ebola zu nehmen.“, so Bruder Lothar. [Lesen Sie dazu die Pressemitteilung vom 23.10.2014]

Don Bosco Fambul

Die vorübergehende stationäre Notaufnahme von Don Boso Fambul ist voll funktionsfähig. Ebola-Waisen und geheilte Kinder bekommen weiterhin ein Dach über dem Kopf und psychologische Betreuung. Familien werden mit Nahrungsmittelpaketen versorgt, da die Lebensmittelpreise weiter steigen. Schulungen helfen den Mitarbeitenden, mit dem Stress umzugehen.

Sorgen machen den Mitarbeitern die Kinderechtsverletzungen und der Kinderhandel, die im Schatten von Ebola zunehmen. Ein aktueller Fall: Ein 16-jähriges Mädchen wurde gezwungen, ihr 2-jähriges, von Ebola geheiltes Kind an Kinderhändler zu verkaufen. Über die Don Bosco Child Line 116 wurden Sozialarbeiter alarmiert, die sofort das Sozialministerium und die Polizei einschalteten. Das Kind war bereits auf dem Weg zum Flughafen mit dem Ziel Amerika. Die Kinderhändler konnten festgenommen werden. Das Kind befindet sich zurzeit im Mädchenhaus von Don Bosco Fambul.

 „Together we kick the Ebola off" („Gemeinsam schießen wir Ebola raus“) – ist der neue Slogan von Don Bosco Fambul und vereint die Schlagkraft und den Willen von Bruder Lothar und seinem Team. Einmal mehr beweist sich Don Bosco Fambul als Fels in der Brandung für die vielen Betroffenen und Notleidenden. Mehrfach von der Regierung als vorbildliche Organisation ausgezeichnet, sind die Mitarbeiter und Angebote auch in dieser Zeit der akuten Not für die Menschen da. Sie helfen, wo das korrupte Staatswesen versagt und können durch die internationalen Vernetzungen ausländische Hilfe mobilisieren, die auch ankommt.

Update 21.8.2014: Hilfslieferungen angewiesen, Nachsorge weiterhin im Fokus

Die offizielle Zahl der am Ebola-Virus Erkrankten und Toten steigt immer weiter, die WHO meldete am 20.8.2014 insgesamt 2473 Infizierte und 1350 Tote. In Sierra Leone gibt es 907 Infizierte und 374 Tote. Doch das ist nur die Zahl derer, die sich zur Behandlung in Krankenhäuser begeben haben, die Dunkelziffer liegt weit höher.

Bruder Lothar Wagner berichtet vom dramatischen Alltag in Freetown: Ebola beherrscht den Alltag und das Denken der Menschen, es kommt vereinzelt zu Plünderungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die Zahl der verwaisten oder verstoßenen Kinder, die von Don Bosco Fambul auf Wunsch der Regierung betreut werden, wächst stündlich.

Don Bosco Mondo und Don Bosco Mission Bonn unterstützen action medeor und den Verein „Apotheker helfen“, die kurzfristig eine Lieferung aus 500 Schutzoveralls, 10.000 Handschuhen, 1.000 Gesichtsmasken, 2.000 Überziehschuhen und Arztseife auf den Weg nach Sierra Leone schicken. So kann wenigstens der nötigste Schutz der Mitarbeitenden von Don Bosco Fambul gewährleistet werden.

Die von Don Bosco in Sierra Leone geschaffenen Strukturen erweisen sich als maßgeblich für die Aufklärung und Unterstützung der Bevölkerung. Bruder Lothar Wagner und sein Team können bislang weitgehend (s.u.) Aktivitäten der Don Bosco Fambul Einrichtungen aufrechterhalten, auch dank der persönlichen Unterstützung durch Mitbrüder aus Ghana, die eigens nach Sierra Leone zu Hilfe geeilt sind.

Die Hotline 116 ist weiterhin das wichtigste Mittel, um die Aufklärung der Bevölkerung voranzutreiben. Lediglich die Touren mit dem Infobus und auch die Hausbesuche bei Familien sind zum Schutz der Mitarbeiter eingestellt. Dafür wird in den Straßen Freetowns nun auch per Megafon aufgeklärt. Wer Unterstützung braucht und den Weg in das Don Bosco Zentrum auf sich nimmt, bekommt - wenn nötig - Lebensmittel und Medikamente, vor allem aber Betreuung und das Gefühl, nicht allein gelassen zu werden. Lange werden die Vorratsräume des Zentrums den steigenden Bedarf aber nicht decken können.

Update 14.08.2014: Bruder Lothar hält die Stellung

Das Auswärtige Amt hat am 13.08.2014 einen Ausreiseaufruf für Sierra Leone ausgesprochen: Alle Deutschen mögen das Land verlassen. Weitere Beschränkungen der Ausreisemöglichkeiten werden nicht ausgeschlossen. Bruder Lothar, der das Zentrum Don Bosco Fambul schon seit sechs Jahren leitet, geht nicht. "Ich werde in Freetown bleiben. Noch nie gab es soviel zu tun" ist seine knappe Antwort zur potenziellen Ausreise. Inzwischen geht auf der Hotline täglich die vierfache Anzahl an Anrufen ein. Die Zahl der Waisen und von ihren Familien ausgegrenzten Kindern steigt dramatisch an. Möglichst vielen möchte Don Bosco Fambul ein neues Zuhause geben. "Das ist finanziell eine Herkulesaufgabe", stellt Bruder Lothar klar. Um diesem enormen Bedarf weiter gerecht werden zu können, brauchen die Helfer vor Ort vor allem eins: Geld!

Update 05.08.2014 : Prävention und Nachsorge ausgeweitet

Kinder, die von der Ebola geheilt wurden, und Vollwaisen finden ab dem 12.8. bei Don Bosco Fambul ein neues Zuhause. Damit verstärkt die Einrichtung ihre Hilfsmaßnahmen im Kampf gegen die Ebola-Epidemie. Viele Menschen in Sierra Leone glauben an einen Hexenkult, nach dem erkrankte Kinder besessen sind und Unglück, Krankheit und Fluch in die Familien bringen. Sie werden verstoßen. Bei Don Bosco erhalten sie sozial-therapeutische Betreuung und werden nach Möglichkeit in die eigene oder eine Pflegefamilie zurückgeführt.

Die Telefonberatung ist derzeit mit über 200 Anrufen pro Tag ausgelastet, so dass eine zweite Nummer (117) eingerichtet wurde. Weitere Aufklärungsarbeit leisten die speziell geschulten Mitarbeitenden von Don Bosco Fambul mit ihrem umgebauten Linienbus, Hausbesuchen, Workshops und Flugblättern. Welchen großen Stellenwert ihre Arbeit genießt zeigt die Berufung des stellvertretenden Direktors von Don Bosco Fambul, Samuel Bojohn, in die Task Force zur Epidemie des Präsidenten von Sierra Leone Ernest Bai Koroma.

Alle Programme laufen weiter: Straßenkinderfürsorge, Familienberatungen, Mädchenhaus, Freizeitangebote, Betreutes Wohnen und Betreuung im Jugendgefängnis Pademba Road. Um die zusätzliche, so wichtige Arbeit im Kampf gegen die Ebola-Epidemie durchzuführen, benötigt Don Bosco Fambul Ihre Unterstützung! Spenden Sie jetzt und helfen Sie mit!

01.08.2014: Ebola in Westafrika: Don Bosco weitet Hilfsmaßnahmen aus

In Sierra Leone grassiert das Ebola-Virus und die Regierung hat den Notstand ausgerufen. Das Virus, das zunächst nur im Distrikt Kailahun (Nord-Osten) aufgetreten ist, hat inzwischen die Millionenhauptstadt Freetown erreicht und etliche Todesfälle wurden mittlerweile registriert. Die Situation ist ernst. So ernst, dass die „Ärzte ohne Grenzen“ von „außer Kontrolle geraten“ sprechen. Die Aufklärung der Bevölkerung ist also ein entscheidendes Mittel, um die Epidemie einzudämmen und weitere Todesfälle zu vermeiden. Die Helfer von Don Bosco Fambul tun genau das; sie klären die Bevölkerung auf und geben Ihnen mehr Sicherheit, um die Krankheit zu erkennen und Ansteckungen zu vermeiden. Don Bosco Mondo unterstützt die Helfer vor Ort bei dieser Aufgabe.

Notwendige Aktionen zur Eindämmung

Copyright: Julia Krojer.
Copyright: Julia Krojer.

Bis zum Jahresende soll die Aufklärung nun verstärkt angegangen werden. Don Bosco Fambul hat bereits eine etablierte und gut funktionierende Infohotline, die von vielen Menschen in Sierra Leone auch angewählt wird. In Einzelgesprächen gehen die geschulten Sozialpädagogen auf die Fragen von Kindern und Jugendlichen rund um Ebola ein. Die Hotline mit der Nummer 116 ist kostenfrei und über jeden Netzbetreiber in Sierra Leone erreichbar. Aufgrund der aktuell hohen Nachfrage wurde das Personal kurzerhand von zwei auf fünf aufgestockt.

Um auch die Erwachsenen erreichen zu können, gehen die Mitarbeiter von Haus zu Haus, geben Informationen weiter und verteilen Flugblätter mit selbsterklärenden Bildern. Darüber hinaus wird es einen Medikamententransport (Medikamente, Schutzkleidung, Krankenpflegematerial) nach Sierra Leone geben, der vom Bayerischen Apothekerverband gestiftet wird. Die Transportkosten im Land und die Zollkosten muss Don Bosco Fambul allerdings selbst tragen.

Alle Aktionen finden in Zusammenarbeit und Koordination mit dem Ministerium für Gesundheit, Krankenhäusern, weiteren NGOs sowie der Weltgesundheitsorganisation statt.

Bisherige Aufklärung von Don Bosco

Die Helfer von Don Bosco Fambul sind keine Ärzte. Sie haben aber das Vertrauen der Bevölkerung und das ist in dieser Situation eine Menge wert. Sie sind schon seit Jahren vor Ort und dringen mit ihrer Botschaft zur Bevölkerung durch. Dieses Vertrauen genießen die Krankenhäuser nicht, denn dort hat es in der Vergangenheit oft Korruption und Fehldiagnosen gegeben. Don Bosco Fambul führt seit Ausbruch der Ebola-Epidemie Informationsveranstaltungen auf Marktplätzen und Schulen sowie am Don Bosco Mobile durch. Zusätzliche Mitarbeiter stehen in der Telefonberatung (Don Bosco Child Line 116) für Beratung und Informationen zur Verfügung. Sogar in Politik und Gesellschaft genießen die Aktivitäten sehr große Anerkennung. Dieser Vertrauensvorschuss ist besonders in dieser Zeit der Ebola-Ausbreitung überlebenswichtig und von elementarer Bedeutung für die Gesundheitsvorsorge.

Die Situation in Sierra Leone

Schon im März dieses Jahres sind in Sierra Leone die ersten Verdachtsfälle einer Ebola-Erkrankung im Distrikt Kailahun (Nord-Ost) aufgetreten. Die Regierung unterschätzte den Fall und erkannte die akute Bedrohung einer Epidemie nicht. Erst Monate später wird der nationale Notstand ausgerufen. Don Bosco Fambul betreibt schon seit April Gesundheitsaufklärung und versucht so schon kurz nach Bekanntwerden des ersten Ebola-Falls die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Wesentlich später, erst am 11. Juli ergreift das Gesundheitsministerium Initiative und informiert die Öffentlichkeit darüber, dass es den ersten Ebola-Toten in der Hauptstadt Freetown in einem Krankenhaus zu beklagen gibt.

Weitere 35-50 Todesfälle werden als sogenannte "community deaths" beklagt, also jene Fälle, bei denen sich die Erkrankten nicht in einem Krankenhaus behandeln ließen, sondern von Verwandten gepflegt wurden. Diese Pflege erfolgt ohne Schutzbekleidung bzw. Isolation, das Virus kann sich ungehindert weiter verbreiten. Dass die Menschen nicht ins Krankenhaus gehen, hängt mit dem mangelnden Vertrauen zum Gesundheitssystem zusammen und letztlich gleichen viele Krankenhäuser auch eher einer Verwahranstalt.

Hintergrund: Ebola Virus

Die Bezeichnung geht auf den Fluss Ebola (im heutigen Kongo) zurück, an dem das Virus 1972 zum ersten Mal aufgetreten ist. Ebola wird von Tieren wie Affen oder Fledermäuse auf Menschen übertragen, etwa durch deren Verzehr oder durch Bisse.

Die Erkrankung verläuft in 50 bis 90 Prozent aller Fälle tödlich. Da es eine Tiererkrankung ist, führen die ersten Ansteckungen fast immer zum Tod. Dann passt sich das Virus an und mit dem Voranschreiten der Epidemie verringern sich die Todesfälle, auch wenn die Zahl der Erkrankungen steigen kann.

Das Furchterregende einer Ebola-Erkrankung ist ihr Verlauf. Die ersten Symptome ähneln einer beginnenden Grippe. Dann folgen hohes Fieber mit inneren Blutungen (hämorrhagisches Fieber), Kreislaufzusammenbrüche, Krämpfe und Lähmungserscheinungen, Übelkeit mit Erbrechen und vielen weiteren Leiden. Nach und nach zerstört die Infektion den ganzen Organismus.

Von Mensch zu Mensch wird das Ebolavirus durch Schmier- und Tröpfcheninfektion übertragen. Je kränker ein Mensch, desto größer die Ansteckungsgefahr. Die Angaben zur Inkubationszeit schwanken zwischen zwei und 21 Tagen. Es gibt bisher keine wirkungsvolle Therapie gegen Ebola. Das Fieber gehört zu den sogenannten "vernachlässigten" Infektionskrankheiten. Das Leiden tritt zeitlich begrenzt mit einer verhältnismäßig geringen Fallzahl und vorrangig in der Dritten Welt auf. Seit 1972 ist das Virus 23 Mal ausgebrochen. So lohnt sich eine Medikamentenentwicklung für die Pharmaindustrie kaum (Informationen: Wikipedia.de, Welt.de, katholisch.de).