Berufliche Bildung in Uganda

Im Berufsbildungszentrum in Kamuli erlernen junge Frauen und Mädchen dank Stipendien einen Beruf und verändern ganz nebenbei das Land.

Berufliche Bildung ist ein Geschenk für Mädchen in Uganda

In den ländlichen Regionen Ugandas herrschen weiterhin traditionelle Geschlechterrollen vor: Frauen sind Hausfrau und Mutter. Sie werden früh verheiratet – ein Esser weniger in der Familie. Vielen Frauen ist dadurch der Weg zu Bildung und Beruf versperrt, sie werden diskriminiert und ihrer Perspektiven beraubt. Die Chance, sich ein selbständiges Leben aufzubauen oder sich selbst zu verwirklichen, haben sie nicht.
Im Berufsbildungszentrum St. Joseph in Kamuli können junge Frauen und Mädchen dank Stipendien zur Schule gehen und einen Beruf erlernen. Denn Bildung ist der Schlüssel, damit sie sich selbst verwirklichen und sich und ihre Familien finanziell absichern können.

Unterricht nur für die weiblichen Friseur-Auszubildenden.

Auf der Lehrfarm geht es vor allem darum, nachhaltige Methoden des Anbaus zu lernen.

Das richtige Rüstzeug für eine selbstbestimmte Zukunft

„Als Schneiderin kann ich Geld verdienen und meine Familie unterstützen“, sagt Nafaika stolz. Sie ist die Älteste von sechs Geschwistern. Als ihr Vater starb wurde es immer schwieriger für die Familie, den Alltag zu meistern und die Schulgebühren aufzubringen. Eine weiterführende Schule oder Ausbildung war für Nafaika undenkbar. Sie musste zu Hause bleiben, der Mutter im Haushalt helfen und sich um ihre kleinen Geschwister kümmern. Dann gaben ihr die Salesianer Don Boscos ein Stipendium am Berufsbildungszentrum in Kamuli – und eröffneten Nafaika eine neue Zukunft. Nafaika ist hochmotiviert in die Ausbildung zur Schneiderin gegangen, um ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie meisterte die Ausbildung so gut, dass sie einen festen Arbeitsplatz am Zentrum bekommen hat. So kann sie ihre Fähigkeiten weiter ausbauen und gleichzeitig Geld verdienen, um ihre Familie zu unterstützen. „Sie ist ein Mädchen voller Freude und Optimismus“, berichtet Bruder Njuguna, Leiter des Zentrums, begeistert.

Das wertvollste Geschenk – ein Vollstipendium

1994 haben die Salesianer Don Boscos das St. Joseph Vocational Training Center in Kamuli übernommen und ausgebaut. Das Berufsbildungszentrum ermöglicht jungen Menschen eine Ausbildung für sehr geringe Schulgebühren. In 2009 startete das Förderprogramm für Mädchen. Voraussetzung ist die Herkunft aus armen Verhältnissen und der Abschluss der siebenjährigen Grundschule, die in Uganda kostenfrei ist. Mit Hilfe Ihrer Spenden machen die Salesianer Don Boscos den jungen, benachteiligten Mädchen eines der wertvollsten Geschenke ihres Lebens: ein Vollstipendium für eine berufliche Ausbildung. Am Berufsbildungszentrum St. Joseph können sie Bürokauffrau, Friseurin, Installateurin, Elektrikerin, Schreinerin oder Caterer werden. Sie werden am Computer geschult und besuchen Kurse, die ihre körperliche, kreative und persönliche Entwicklung fördern.
Viel wichtiger ist aber, dass die jungen Frauen selbstbewusst werden, sich den Respekt der Männer erarbeiten. So verändern sie die Wahrnehmung der Frauen im Land.

Denn in dem ganzheitlichen Konzept der Don Bosco Pädagogik steht neben der Vermittlung fachlicher Fähigkeiten vor allem die Persönlichkeitsentwicklung auf dem Stundenplan. „Die Mädchen lernen, zielstrebig zu sein und sich in der Gesellschaft durchzusetzen. Außerschulische Aktivitäten, wie Sportwettkämpfe, dienen dabei der Stärkung des Selbstbewusstseins, dem Umgang mit Konkurrenzsituationen und schulen den Teamgeist“, erklärt Bruder Njunguna.

Die Zahl der Stipendiatinnen steigt stetig an. Mit den ersten Fördermitteln konnten 64 Frauen und Mädchen zwischen 16 und 24 Jahren ausgebildet werden.

Nafaika kann dank Don Bosco selbstbewusst in die Zukunft schauen.

Immer mehr Mädchen lernen hier auch die "männertypischen" Berufen wie Schweißer oder Metallbauer.

Wer mit einer Ausbildung sein Leben neu starten kann, hat Spaß am Lernen!

Ihre Spenden machen die Mädchen von Kamuli stark

Ein Vollstipendium umfasst die theoretische und praktische Ausbildung mit Büchern, Geräten und Arbeitsmaterialien. Die Salesianer Don Boscos tragen zudem Sorge für Lehrpersonal und Räume, hinzu kommen die Kosten für Verpflegung und falls nötig die Unterbringung der jungen Frauen im Wohnheim.

Finanzielle Zuwendungen sind für die Mädchenförderung in Kamuli unentbehrlich. Die jüngste Spende der Niels Due Jensen Stiftung sichert seit März 2016 das Engagement einer Fachkraft, die die Einrichtung drei Jahre lang tatkräftig unterstützt und berät. Mit diesem Beitrag kann das Angebot des Zentrums zur Förderung der Mädchen und jungen Frauen sowohl quantitativ als auch qualitativ maßgeblich aufrechterhalten werden.

Gerne geben wir Ihnen weitere Informationen zu Fördermöglichkeiten und Projekten!

Andrea Schorn und Christin Suhr


Telefon: 0228-5396545
E-Mail: info[at]don-bosco-mondo.de

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