Kakuma: Hoffnung im Nirgendwo

Berufsbildung im Flüchtlingscamp

Kakuma heißt übersetzt „Nirgendwo“ und so unwirklich erscheint das Flüchtlingslager im Norden Kenias. Hier, in einer Wüstenregion nahe der Grenzen zum Südsudan und Uganda, ist auf 15 Quadratkilometern seit 1991 ein riesiges Flüchtlingslager entstanden, in dem (so Schätzungen) etwa 200.000 Menschen Zuflucht suchen. 

Die Türen stehen für alle offen: Berufliche Bildung ist in Kakuma keine Geschlechterfrage.

Bei den Salesianer Don Boscos stehen Berufe mit Zukunft im Fokus.

Ganzheitliche Ausbildung bei Don Bosco fängt mit der Schulbank an.

Obdach in der Wüste

Vor allem aus dem Südsudan, aber auch Sudan, Eritrea, Kongo, Ruanda und Somalia sind seit den 1990er die Menschen hierher geflohen. Inzwischen gibt es viele Campbewohner der zweiten Generation, die also bereits in Kakuma geboren wurden. Das Camp ist mit der Masse der Geflüchteten gewachsen, vieles entstand provisorisch. Die kleinen Hütten sind aus Backstein oder Lehmziegeln mit einem Blechdach, andere komplett aus Metall gebaut. Auf den Dächern liegen große Blätter, die vor der sengenden Hitze schützen sollen. Kaum Schutz gibt es gegen den ständigen pfeifenden Wind, der sich in alle Ritzen hinein drängt.

Ganzheitliche Perspektive in der Trostlosigkeit

Im Kakuma sind die die Salesianer Don Boscos bereits seit 1993 aktiv und seit 2003 organisieren sie Angebote für die Berufliche Bildung. Wichtig, damit die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Trostlosigkeit der Camps eine Perspektive sehen, sinnvolle Beschäftigung erfahren und wichtige Qualifikationen erlernen. Sie werden Metallbauer, Elektriker, Kfz-Mechaniker, Schneider, Schreiner oder Klempner. Sie lernen Rechtschreibung, Mathematik, Englisch und Informatik. Die einjährigen Kurse sollen die derzeit etwa 4.000 Auszubildenden fit für Berufe machen, mit denen sie eine Chance haben, Arbeit zu finden. Berufe, die es ihnen ermöglichen, in die Heimat zurückzukehren und für ihre Familien zu sorgen. Neben den technischen Fähigkeiten werden auch die „soft skills“ wie Teamfähigkeit, unternehmerisches Handeln oder Verantwortungsbewusstsein trainiert. Don Bosco begleitet die Jugendlichen langfristig, unterstützt sie beim Einstieg in den Beruf, trainiert Bewerbungsgespräche oder hilft bei Bewerbungsschreiben. Wichtig sind auch die psychosozialen Angebote, denn viele der Geflüchteten haben Schreckliches erlebt. Dieser ganzheitliche Ansatz der Don Bosco-Pädagogik ist gerade für die traumatisierten Jugendlichen ein wichtiger Bestandteil, das Erlebte in kunsttherapeutischen oder bewegungsorientierten Angeboten zu verarbeiten.

Zuflucht ohne Zukunft

Obwohl im Camp viele Nationalitäten friedlich nebeneinander existieren, ist die Spannung mit den Händen zu greifen. Wasser und Nahrungsmittel bekommen die Geflüchteten gestellt – darum bleibt wenig zu tun. Für die Menschen gibt es kaum Arbeit und wenig Hoffnung auf eine Zukunft. Das Camp ist Gefängnis und Exil zugleich. Viele Bewohner haben zudem Furchtbares erlebt. Kinder und Jugendliche haben ihre Eltern verloren oder wurden selbst Opfer von Gewalt. Umso wichtiger ist es, gerade den jungen Menschen ohne Heimat eine Zukunft zu geben.

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Dieser ausführliche Film über die Arbeit von Don Bosco im Flüchtlingscamp Kakuma gibt einen besonderen Eindruck von der Lebenswirklichkeit in der Flüchtlingsstadt. Zwischen Minute 12:50 bis 16:45 wird das Berufsbildungszentrum porträtiert.

Ihr Ansprechpartner für weitere Projektinformationen und Hinweise zu Fördermöglichkeiten

Andrea Schorn und Christin Suhr


Telefon: 0228-5396545
E-Mail: info[at]don-bosco-mondo.de

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