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Zurück aus Haiti - Claudia Moll im Interview

Interview: 3 Monate später- Hoffnungen und Herausforderungen

Drei Monate sind seit dem verheerende Erdbeben auf der Karibikinsel Haiti vergangen. Über 300.000 Menschen haben dabei ihr Leben verloren, mehr als 250.000 Menschen wurden verletzt und rund  1,2 Millionen Menschen sind nach der Katastrophe obdachlos geworden. Claudia Moll, unsere Mitarbeiterin aus Bonn, hat Mitte April an der Wiederaufbaukonferenz der Internationalen Don Bosco Familie in Haiti teilgenommen. Sie berichtet aus erster Hand von ihren Eindrücken und über die nächsten Planungsschritte, um den betroffenen Menschen so schnell wie möglich helfen zu können. Claudia Moll ist Projektreferentin und für die Projekte in Lateinamerika und Haiti verantwortlich.

Du kommst ja gerade aus Haiti, was war dein Eindruck, nun drei Monate nach dem Beben?

Mein Eindruck war, dass sich dort bisher kaum etwas wirklich bewegt hat. Die betroffenen Städte sehen immer noch so aus, als wäre das Erdbeben erst drei Tage und nicht drei Monate her. In Port-au-Prince ist fast jedes zweite Haus eingestürzt und die Trümmerberge sind noch nicht ansatzweise weggeräumt. Während meines Aufenthaltes habe ich nur einen einzigen Bagger gesichtet. Schwere Räumungsgeräte sind gar nicht zu sehen. Eindrucksvoll fand ich hingegen die Zuversicht, die von den Haitianern ausgeht. Alles liegt nach wie vor in Schutt und Asche, aber die Menschen strahlen einen unheimlichen Optimismus aus, dass alles irgendwie besser wird. Ich bin überall sehr freundlich empfangen worden. Keiner schien von den vielen Ausländern genervt, die ständig fotografieren oder die Menschen befragen. Auch in den Flüchtlingslagern herrscht  insgesamt eine recht friedliche Stimmung, ich habe dort keinerlei Aggressionen gespürt.

Wie sehen die konkreten Fortschritte der Salesianer Don Bosco aus. Was konnte schon erreicht werden?

Fast alle Don Bosco Einrichtungen haben immense Schäden erlitten. Als einen ersten Schritt haben unsere Mitarbeiter Architektenteams losgeschickt, um die Kosten und Maßnahmen abzuschätzen. Die Wiederaufbaukosten werden mit bis zu 100 Millionen US Dollar und mehr angegeben. Obwohl Haiti ein armes Land ist, ist es ein extrem teures Land. Das liegt natürlich auch an seiner Insellage. Material und Maschinen müssen importiert werden. Deutlich bewusst geworden ist mir das hohe Preisniveau im Gespräch mit einer Mitarbeiterin. Die Wohnungsmiete z. B.  für eine Zwei-Zimmer-Wohnung in einem etwas besseren Viertel, liegt in Port-au-Prince momentan bei etwa 2,000 US Dollar pro Monat. Kein Wunder, dass alle unsere Mitbrüder noch in Zelten schlafen! Aber auch auf dem Markt kostet eine Flasche Wasser 0,50 Cent.Das macht sich natürlich auch bei den Baukosten und den Nothilfekosten bemerkbar. Ein deutlicher Fortschritt ist der wieder angelaufene Schulunterricht  in den meisten Don Bosco Einrichtungen, wenn auch größtenteils erst mal unter freiem Himmel. Weniger gut sieht die Lage immer noch für die Flüchtlinge aus. Die Salesianer versorgen ca. 15.000 Flüchtlinge mit Zelten, warmer Mahlzeit und Wasser. Die Wasserversorgung ist immer noch sehr knapp, täglich müssen sich 15.000 Menschen 16.000 Liter Wasser teilen.

Konntest du mit den Menschen in den Flüchtlingslager sprechen?

Ja, ich habe mich unter anderem mit einer Familie in einem der Lager länger unterhalten. Der Familienvater war vor den Erdbeben als Lehrer in einer Schule tätig. Die zurzeit hochschwangere Mutter kümmerte sich um den Haushalt. Sie haben drei gemeinsame Kinder. Die staatliche Schule, in der er arbeitete und ihr Zuhause sind eingestürzt, so dass sie jetzt obdach- und arbeitslos sind. Das einzige was sie noch besitzen, sind zwei Plastikschüsseln und die Kleidung die sie am Leib tragen. Diese Familie muss sich jetzt in ein improvisiertes neun Quadratmeter Zelt auf der nackten Erde quetschen. Ihnen ergeht es wie vielen Tausenden momentan in Haiti.

Wie sieht die Lage der Straßenkinder in Haiti aus?

Ihr Leben in den Trümmern ist schwieriger geworden. Außerdem sind viele Kinder durch das Beben zu Waisen geworden, die nun Gefahr laufen, dauerhaft als Straßenkind zu enden. Sie werden wie schon vor dem Beben in den Einrichtungen der Salesianer betreut und aufgenommen. Der Leiter der Straßenkindereinrichtung Lakou-Lakay, Pater Lephène  schätzt, dass die Zahl der Straßenkinder zwar gestiegen ist, allerdings nicht so drastisch wie man erwartet hatte, da einige auch bei Verwandten unterkommen konnten.

Die Regenzeit hat angefangen. Was bedeutet das für die Menschen in Haiti?

Durch die Hanglage in Port-au-Prince gibt es in der Stadt häufiger kleinere Überflutungen. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn nicht überall Müll und Schutt liegen würde der so in die Stadt getragen wird. Außerdem sind auf jeder freien Fläche in der Stadt riesige Zeltlager entstanden. Besonders die notdürftig selbstgebastelten Zelte ohne Boden, werden durch die starken Regenfälle einfach weggespült. Die Regierung plant die Flüchtlingslager aufzulösen. Das Problem daran ist, dass die Menschen oftmals kein Geld haben oder verdienen können, weil ihr Arbeitsplatz einfach nicht mehr existiert. Wohin sollen diese Menschen gehen, wie sollen sie Mietkosten bezahlen können?

Wie sehen die nächsten Schritte in Bonn aus, um den Menschen in Haiti zu helfen?

Unsere Erfahrung auch nach dem Tsunami im indischen Ozean hat gezeigt, dass der Aufbau eines guten Planungsbüros extrem wichtig ist. Man braucht einfach eine Koordinierungstruppe, um den Wiederaufbau voran zu bringen. Desweiteren wollen wir uns darum kümmern, dass die  berufliche Ausbildung möglichst schnell wieder weitergeht. Wir haben zum Beispiel die einzige Krankenpflegerschule im Land. Es gibt bereits konkrete Pläne zum Wiederaufbau unserer Schulen in Gressier. Dazu gehört auch ein Internat, in dem über 50 Jungs (viele davon ehemalige Straßenkinder) wohnen. Gressier liegt direkt im Epizentrum des Bebens. Wir sind sehr dankbar, dass unser Team in Haiti nun Verstärkung bekommen hat von Pater Mario Perez aus dem Kongo. Er wird ein paar Jahre in Haiti bleiben. Im Ostkongo/Goma hat er bereits Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit gesammelt und wird hier die psychosoziale Betreuung der Flüchtlinge in Thorland in die Hand nehmen. Wir wollen auch dafür sorgen, dass weitere Schulzelte vor Ort eintreffen, damit noch mehr Kinder unterrichtet werden können und so etwas Alltag in ihr Leben kehrt. Das alles wäre ohne unsere zahlreichen Spender nicht möglich.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Hochschwanger, arbeitslos, obdachlos - die Zukunft für diese Flüchtlingsfamilie ist ungewiss

Weitere Bilder von Claudia Molls Besuch in Haiti finden Sie hier.

 

 

 

 

 

Haiti am 10. März 2010: Stand der Dinge - Zwei Monate nach dem Erdbeben

Die Salesianer versorgen inzwischen an die 20.000 Erdbebenopfer: 12.000 in Carefour-Thorland und 7.300 in Petionville. Genaue Zahlenangaben können nicht gemacht werden, da die Fluktuation der versorgten Menschen sehr groß ist.  

Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser und anderen Hilfsgütern 

Es wurde eine Landbrücke von der Dominkanischen Republik nach Haiti eingerichtet. Alle Hilfsgüter werden von Barahona und La Vega aus mittels Laster nach Jimani (Grenzortschaft  Dominikanischen Republik - Haiti) gebracht. Zu diesem Zweck wurden zwei Laster gekauft. Weitere Fahrzeuge werden je nach Bedarf angemietet. Ein mit Lebensmitteln und Wasser bepackter Laster kostet 8.400 €, ein nur mit Wasser beladener Laster 4.500 €. In diesen Summen sind Miete und Benzinkosten mit einberechnet.  

Im Grenzort Jimani wurde ein Lager eingerichtet. Seit Anfang März haben die Salesianer ihre Lagerkapazitäten nochmal deutlich erhöht. Hier werden die Hilfsgüter aus dem Containerlagerplatz der Salesianer im Hafen von Santo Domingo/Dom. Rep. angeliefert, zwischengelagert  und in familiengerechte Pakete umgepackt. Dies erleichtert die Verteilung vor Ort. Der Hafen von Port au Prince kann nun zwar benutzt werden, allerdings ist eine Entladung nur mit schwerem Gerät möglich, wie es die UN besitzt. Eine so genannte „food ration“ enthält Lebensmittel (Reis, Bohnen, getrockneter Fisch) für eine dreitägige Versorgung einer Familie. 

Seit Anfang März ist der Grenzverkehr sehr schwierig geworden. Es kommt immer wieder zu langen Wartezeiten an der Grenze. 

Zelte und Notunterkünfte 

Inzwischen wurden viele Notlager in der ganzen Stadt eingerichtet. Auch die Salesianer helfen knapp 20.000 Menschen ohne Obdach. Doch Ende März, Anfang April beginnt die Regenzeit in Haiti, ab Juni dann die Hurrikane Saison. Es drohen Krankheiten, wie Durchfall, Hauterkrankungen, etc. Immer noch ist zu wenig medizinisches Personal in den Lagern. Auch bei den Salesianern und den Don Bosco Schwestern. Nach einer ersten Unterstützung von Ärzten aus Zypern, müssen nun neue Lösungen gefunden  werden, um die medizinische Versorgung in den Don Bosco Lagern zu gewährleisten.  

Dringend benötigt werden Schulzelte, die mit Hilfe von Spenden finanziert werden. Es fehlen noch Gelder für 30 Großzelte für je 40 Schüler und 236 Zelte für je 24 Schüler.  

In naher Zukunft werden die ersten „School in the Box-Pakete“ in Haiti erwartet. Eine Box enthält Unterrichtsmaterialien für einen Lehrer und 40 Schüler (Hefte, Blöcke, Stifte, Kreide etc.- keine didaktischen Materialien). Somit können in einer ersten Phase 36.000 Schüler erreicht werden. Dies ist eine wichtige Übergangsmaßnahme, weil die Sets flexibel in so genannten "Bordsteinschulen" eingesetzt werden können. Gleichzeitig ermöglicht die Wiederaufnahme des Unterrichts, eine Art Traumaverarbeitung mit den Kindern und Jugendlichen aufzunehmen. Ein Set kostet 56 € (ohne Versand), mit Versand ca. 65 €. Ab dem 22. März können die Sets geliefert werden.  

Weiterhin werden Generatoren benötigt, die in den Don Bosco Einrichtungen in Thorland, Petionville und Gressier zum Einsatz kommen sollten.  

Die Wasseraufbereitungsanlagen aus Deutschland sind in Betrieb und versorgen die Menschen in Thorland und Fleuriot mit frischem Wasser.  

Wiederaufnahme der Arbeit der SDB 

Trotz der weiterhin schwierigen Situation, haben die Salesianer wieder mit ihrer eigentlichen Aufgabe begonnen: Die Fürsorge und Betreuung junger Menschen.

Im Straßenkinderzentrum Lakou ist das Jugendzentrum und der Spielplatz wieder geöffnet. In nächster Zeit sollen für alle Einrichtungen Fußbälle und Basketbälle eintreffen. Kinder und Jugendliche brauchen Schutzräume, in denen sie Elend, Gewalt und Leid verarbeiten können. Nichts eignet sich dafür so gut wie der Sport.  

Im Lakay, der 2. Stufe des Rehabilitierungsprogramms für Straßenkinder, gibt es wieder Schulunterricht und berufsbildende Kurse. Außerdem erhalten die Kinder dort 3mal täglich eine  Mahlzeit.  

Auch im Straßenkinderzentrum Timkatec in Petionville fängt die Arbeit wieder an. Die Kinder von Timkatec zelten auf dem Gelände. 

Die Don Bosco Bäckerei läuft wieder und versorgt Heimatlose in den salesianischen Einrichtungen sowie in der Cité Soleil mit Brot.  

Priorität hat der Aufbau von Sicherheitsmauern um die Gelände. Ihr Einsturz hat Plünderer angelockt, die besonders Mobiliar und Hilfsgüter der kleinen Schulen und der Berufsschule geraubt haben. Teilweise fuhren bewaffnete Banden mit LKWs auf das Gelände, um dort zu plündern.

Auf dem Gelände von ENAM und den kleinen Schulen hilft die italienische Marine  beim Aufbau der Mauern. Die Marine stellt die Arbeiter, die Salesianer sorgen für das Material.  

Wiederaufbau 

Am 26. März wird es Koordinierungstreffen der europäischen Don Bosco Einrichtungen in Rom geben. Auch der Leiter der Bonner Einrichtungen, Bruder Jean Paul Muller, wird daran teilnehmen. 

Am 12 und 13. April wird es dann in der Dominikanischen Republik eine große Wiederaufbaukonferenz der Salesianer geben, bei der die Weichen für den Wiederaufbau in den nächsten Jahren gestellt werden. Auch hier wird ein Vertreter aus Bonn, Dr. Nelson Penedo, zugegen sein.

Haiti: Unterricht schafft Zukunftsperspektiven

Foto: Beatrice Giorgio

Bonn/Port-au-Prince, 25.02.2010

Die Stadt liegt noch in Trümmern. Und dennoch, das Leben in Port-au-Prince geht weiter. Nach und nach kehrt der Alltag für die Menschen wieder ein - ein Alltag unter schwierigen Bedingungen. 

Die Hilfe, die Salesianer Don Boscos vor Ort leisten, geht inzwischen über die erste Nothilfe hinaus. Weiterhin finden regelmäßige Hilfstransporte mit Nahrungsmitteln, Medikamenten etc. von der Dominikanischen Republik nach Port-au-Prince statt.

In Zelten haben die Menschen auf den Höfen der Don Bosco Einrichtungen Zuflucht gefunden. Allein in Thorland (Stadtteil von Port-au-Prince) leben auf den Grundstücken der Don Bosco Schwestern und Salesianern derzeit 12000 Menschen in Zelten.

In den Trümmern des Straßenkinderzentrums Lakay haben vereinzelte Ausbildungskurse provisorisch wieder gestartet. Kinder und Jugendliche erhalten dort außerdem dreimal täglich eine Mahlzeit. Im Straßenkinderzentrum Lakou ist der Sportplatz wieder geöffnet. Eine Bäckerei der Salesianer ist inzwischen wieder in Betrieb und versorgt die Menschen, besonders die Kinder, im Slum Cite de Soleil mit Brot. 

Wichtig ist nun, dass die Kinder und Jugendlichen wieder eine Schule besuchen können. Das gibt ihnen ein Stück Normalität zurück und neue Zukunftsperspektiven.

Als Übergangslösung werden 150 Zelte für je 40 Schüler und 270 Zelte für je 24 Schüler benötigt. Don Bosco Bonn hat bereits die Finanzierung von zehn großen Zelten und 20 Lehrergehältern für einen Zeitraum von zwei Jahren zugesagt. Zusätzlich werden 900 Sets "School in a box" nach Haiti geschickt. Sie beinhalten Schulmaterial wie Stifte und Blocks für je einen Lehrer und 40 SchülerInnen.

 Im April wird in Santo Domingo eine Konferenz stattfinden, bei der die Koordinatoren der weltweiten Hilfsmaßnahmen Pläne zum Wiederaufbau konkretisieren. Langfristig sollen Straßenkinderzentren, Schulen und Berufsbildungszentren wieder aufgebaut werden. 

Personelle Unterstützung

Die Salesianer Don Boscos haben selbst schwer unter dem Erdbeben gelitten. Sie haben nicht nur das Werk von über 60 Jahren Arbeit verloren, sondern auch viele ihnen nahestehende Menschen. Personell erhalten sie nun Hilfe von Fachkräften aus Europa und USA. Experte für Traumaarbeit, Baufachleute, Ärzte und weitere Fachkräfte haben ihre Arbeit in Port-au-Prince z. T. schon aufgenommen. 

Weltweite Hilfe 

In Deutschland und weltweit ist die Hilfsbereitschaft weiterhin groß. Während in Bonn Benefiz-Konzerte und Auktionen stattfinden, sammeln auf den Philippinen ehemalige Straßenkinder im “Tuloy sa Don Bosco Foundation” und Schüler des Don Bosco College in Mandaluyong Geld für die Erdbebenopfer.

Auch die Partnerschaft zwischen dem Bonner Kardinal-Frings-Gymnasium und Schulen in Armenien, erhielt durch die Hilfe für Haiti eine ganz neue Wendung: Während bisher die Bonner SchülerInnen ihre armenischen Partnerschulen unterstützten, haben die armenischen SchülerInnen nun Aktionen gestartet um gemeinsam mit ihren Schulpartnern den Kinder und Jugendlichen in Haiti zu helfen. 

Don Bosco JUGEND DRITTE WELT dankt allen Unterstützern für die großartige Hilfe, die vielerorts mit öffentlichkeitswirksamen und kreativen Aktionen mobilisiert wird!

Haiti: Hilfe aus ganz Deutschland

Bonn/Port-au-Prince, 04.02.10:

Drei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti leisten die Salesianer Don Boscos vielfältige Hilfen für die Menschen in Not. Regelmäßige Hilfsgütertransporte zwischen La Vega/Dominikanischen Republik und Port-au-Prince wurden eingerichtet. Die Menschen, die ihre Familien, ihre Häuser und ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben, sind dringend auf die Hilfsgüter (wie Nahrungsmittel, Wasser, Medikamente) angewiesen. Inzwischen werden die Lieferungen der Salesianer auch in der Cité Soleil, dem größten Slum der Hauptstadt, verteilt.

3500 Menschen haben auf dem Don Bosco Gelände in Thorland nahe Port-au-Prince in Zelten Unterschlupf gefunden. Weitere Zelte werden in den nächsten Tagen geliefert, um noch mehr Menschen Schutz zu bieten. Hier erschweren Lieferengpässe die Beschaffung.

Auch der Unterricht hat in den Trümmern provisorisch wieder begonnen. Den Kindern und Jugendlichen wird damit ein Stück Alltag zurückgegeben. Da alle Schulmaterialien zerstört oder geplündert wurden, sendet Don Bosco Bonn 900 „Schools in a box“ –Schulmaterialien wie Stifte Blöcke etc. für je einen Lehrer und 40 Schüler nach Haiti. Eine solche Box kostet rund 55 Euro und ermöglicht einen Basis Schulunterricht. Dieser ist besonders wichtig, um den traumatisierten Kindern wieder einen strukturierten Alltag zu geben. 

Anfang der Woche ist ein italienisches Marineschiff in Port-au-Prince angekommen. Neben einer Krankenstation sind 200 Experten für Bau und Infrastruktur an Bord, die den Salesianern helfen den Schutt der zerstörten Einrichtungen zu entfernen, die Sicherheitslage der noch existierenden Gebäude einzuschätzen, die beschädigten Einrichtungen zu sichern und Heimatlose zu versorgen.

Sobald sich die Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser normalisiert hat, soll der Übergang von der Direkthilfe zum Wiederaufbau erfolgen.

Copyright Beatrice Giorgio

Die Solidarität der Menschen in Deutschland mit den Opfern der Erdbebenkatastrophe ist weiterhin ungebrochen. Zahlreiche Vereine, Schulklassen, Stiftungen und Privatpersonen unterstützen mit vielfältigen und kreativen Aktionen die finanzielle Hilfe.

Grobe Schätzungen der Salesianer gehen von Kosten in Höhe von mindestens 50 Millionen Euro aus, sollten die Don Bosco Strukturen wieder genauso aufgebaut werden.  Jeder Euro zählt! 

Hier finden Sie einige Beispiele der geleisteten Unterstützung

·         Ein Friseursalon in Essen hat an zwei Montagen (normalerweise Ruhetag) das Ladenlokal geöffnet und den Erlös für die Opfer in Haiti gespendet.

·         Die Ordensgemeinschaft der Amigoianer hat in drei Kölner Pfarreien 21.000 Euro gesammelt.

·         Künstler aus Hamm haben in einer Benefiz-Kunst-Auktion 13.345 Euro ersteigert. Die Kunstaktion wurde von Herrn Kassen initiiert und mit dem Westfälischen Anzeiger gemeinsam durchgeführt.

·         Zahlreiche Schulen haben Kuchenverkäufe organisiert und Gelder gesammelt. Besonders erwähnen möchten wir hier die Christopherusschule in Bonn Tannenbusch. Die Förderschule für körperliche und motorisch eingeschränkte Kinder war eine der ersten Schulen, die ihre Unterstützung zusagten.

·         Im Werner von Siemens Gymnasium Weissenburg gibt es in der Mensa eine Woche lang kreolische Küche. Außerdem kann man bei einem Haiti-Quiz auf der Homepage der Schule mitmachen.

·         Die Mitarbeiter der Stadt Bonn veranstalten einen Hobbymarkt mit selbstgemachtem Spielzeug, Kunsthandwerk, etc., deren Erlös sie für die Salesianer in Haiti spenden werden.

·         Die Mambofactory aus Augsburg hat eine Tanzmatinee veranstaltet und Sammelbüchsen in der Stadt aufgestellt.

·         Eine Bonner Skatrunde hat ihre Skatkasse zugunsten der Menschen in Haiti aufgelöst.

All diese Aktivitäten und Solidaritätsaktionen sind nicht nur eine wichtige finanzielle Hilfe für den Wiederaufbau, sondern sie geben den Menschen in Port-au-Prince auch neue Kraft. Ganz herzlichen Dank allen Unterstützern!

Haiti: „Wir müssen Staat und Gesellschaft verändern, wenn wir das Chaos überwinden wollen“

Bonn/Port-au-Prince, 27.01.2010:

Immer noch ist nicht klar, wie viele Todesopfer in den Don Bosco Einrichtungen zu beklagen sind. Die genaue Zahl wird sich wohl nie ermitteln lassen. Man gehe weiter von 500 Opfern, zum Großteil Kinder zwischen fünf und siebzehn Jahren, aus. Viele von ihnen sind Straßenkinder, die sich zum Zeitpunkt des Bebens im Zentrum aufgehalten haben. Da die Arbeit mit Straßenkindern nach dem Prinzip der „offenen Tür“ funktioniere, ist deren Anzahl nicht genau zu bestimmen. „Straßenkinder haben keine Angehörigen, die sich nach ihnen erkundigen oder sie vermissen,“ so Jean Paul Muller, geschäftsführender Vorstand von Don Bosco JUGEND DRITTE WELT. „Wir rechnen mit einem enormen Anstieg der Straßenkinderzahlen. Es wird dringend notwendig sein, ihnen so schnell wie möglich wieder einen Schlafplatz, Bildung, menschliche Zuwendung und eine Zukunftsperspektive bieten zu können.“ so Muller. Vor dem Beben hatten sich die Patres in den Einrichtungen „Lakay“ und „Lakou“ vornehmlich um diese Zielgruppe gekümmert.   

Neunzehn Don Bosco Mitarbeiter und Angestellte der „kleinen Schulen“ wurden bei dem Beben getötet. Die kleinen Schulen waren eine erfolgreiche Alphabetisierungsaktion in den Slums der Hauptstadt. An 54 Standorten wurde mit Hilfe von Müttern und Anwohnern dezentraler Schulunterricht abgehalten. Oftmals gab es noch nicht einmal ein Klassenzimmer, der Unterricht fand auf dem Bürgersteig statt. Jedes Kind wurde darüber hinaus mit einem Mittagessen versorgt.

Man wolle an diesem Prinzip festhalten und die kleinen Schulen möglichst schnell wieder aufbauen. Seit wenigen Tagen steht darüber hinaus fest, dass auch die Kirche und das Pfarrzentrum der Salesianer zusammengebrochen sind.  

In den Einrichtungen der Salesianer, besonders in Thorland und Carrefour, werden zur Zeit 3500 Flüchtlinge versorgt. Aus Angst vor herabstürzenden Trümmern schlafen selbst die Menschen, deren Häuser zum Teil noch stehen, auf der Straße und in PKWs.  

Weitere LKWs mit Hilfsgütern wurden in Begleitung des Dominikanischen Militärs in beiden Zentren entladen. Die LKWs hatten Reis, Bohnen, Trockenfisch, Kleidung und Trinkwasser in der Dominikanischen Republik im Nothilfe- und Logistikzentrum der Salesianer in Baharona eingeladen und in die 130 km entfernten Notstandsgebiete gebracht. Alle diese Aktivitäten werden mit der Caritas, dem Roten Kreuz und den Vereinten Nationen koordiniert.  

Währenddessen bemühen sich die Salesianer mitten im Chaos um die Wiederherstellung der Normalität- durch Schulunterricht. Ein Problem sei jedoch, dass viele Lehrer durch das Beben getötet oder verletzt worden seien, oder die Stadt verlassen hätten. Man brauche dringend Geld für die Gehälter der Lehrer, um den Schulunterricht anhalten zu können.   

Aus Deutschland sind neben Chlortabletten, einer Trinkwasserbereitstellungsanlage und Spendengeldern nun auch erste Experten eingetroffen, unter anderem von der BEGECA aus Aachen.  

Salesianerpater Zucchi, zeichnete trotz der weltweiten Solidarität und den Bemühungen vor Ort ein pessimistisches Bild der Lage. Wenn es nicht gelänge, den organisierten Verbrecherbanden den Boden zu entziehen, bliebe das Land in seiner Armut gefangen. Nur wenn sich die Gesellschaft und vor allem die politischen Eliten ändern, habe Haiti die Chance auf eine bessere Zukunft.

Die Salesianer versuchen dies, vor allem mit ihrer an christlichen und humanitären Werten ausgerichteten Erziehung, zu erreichen.

Hilfe kommt an - Sicherheitslage katastrophal

Port-au-Prince, Bonn 21.01.2010

Mehrere Nachbeben haben die haitianische Bevölkerung in Port-au-Prince in Angst und Schrecken versetzt. Ungeachtet dessen, zeigen die Hilfsbemühungen der internationalen Gemeinschaft erste Erfolge. Die Sicherheitslage sei aber weiterhin katastrophal und erschwere die Maßnahmen. Während einer Besprechung der Salesianer Don Boscos, die sich mit 100 Freiwilligen und Jugendlichen über nächste Aufräumarbeiten unterhielten, stürmte eine Gruppe Bewaffneter den Hof und entwendete alle verfügbaren Lebensmittel. Die Versammelten hatten keine Chance die Güter zu verteidigen. Weiter berichteten die Salesianer, dass organisierte bewaffnete Truppen in den Slums Jagd auf Wellblech machten. "Wir müssen sie gewähren lassen. Eine Verteidigung ist angesichts der Brutalität der Plünderer aussichtslos.", so Salesianerpater Zucchi und fügt hinzu: "Die Menschen hier sind nicht mehr ansprechbar, sie laufen durch die Straßen wie Roboter." Wellblech dient den Menschen in ihren einfachen Behausungen als Dach.

Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen verbringen die Salesianer, die Tage und Nächte unter freiem Himmel. "Neben den Überlebenden aus unseren Einrichtungen, tragen wir nun die Verantwortung für weitere 650 neue Straßenkinder, die täglich zu uns kommen. Hier sind noch keine Hilfslieferungen angekommen. Wir versuchen jeden Tag Lebensmittel einzukaufen oder zu erbetteln.." so Pater Lephene, Leiter der Don Bosco Straßenkinderzentren in Port-au Prince. In den Höfen zweier weiterer Don Bosco Zentren in Petion-Ville und Fleuriot haben inzwischen 3500 Menschen in Zelten Zuflucht gefunden. Hier ist auch der Hilfskonvoi der Salesianer Don Bosco, bestehend aus 11 Fahrzeugen, angekommen. Bei der Verteilung der Güter: Wasser, Lebensmittel, Medikamente, kam es zu keinen kriminellen Vorfällen. Die Verteilung war aus Sicherheitsgründen dort erfolgt.

Trotz der katastrophalen Lage hat der Unterricht wieder begonnen. Jeden Nachmittag unterrichten die Salesianer und ihre Mitarbeiter in den Trümmern des Straßenkinderzentrums Lakou. "Es ist wichtig, dass es weitergeht. Wir müssen den jungen Leuten Mut geben. Das gibt ihnen wieder eine Perspektive." so Ordensbruder Jean Paul Muller, Leiter von Don Bosco JUGEND DRITTE WELT in Bonn. Viele Leichen der ca. 500 verschütteten Kinder und Mitarbeiter konnten inzwischen geborgen und begraben werden.

"Angst und Verzweiflung hat uns in den letzten Tagen fest im Griff gehabt, aber wir haben unser Lächeln nicht verlernt. Auch das wollen wir den Leuten mitgeben.", so Pater Lephene.

Bilderserie: Verteilung der Hilfsgüter

Ein Klick aufs Bildstartet die Bilderserie

 

Kostenloser Download, Copyright: Don Bosco Archiv

 

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Wir haben unser Lächeln nicht verloren!

Pater Lephene

Port-au-Prince, Bonn 20.01.2010

Vergangenen Samstag ist der erste Hilfstransport der Salesianer Don Bosco in Port-au-Prince angekommen. Abgesichert wurde der Konvoi von Sicherheitskräften des Dominikanischen Militärs. Der Konvoi, bestehend aus 11 Fahrzeugen, war in  La Vega/Dominikanische Republik gestartet.

Einige Schüler, die unter den Trümmern der Don Bosco Zentren verschüttet wurden, konnten inzwischen geborgen und in einem Grab nahe des Schulgeländes bestattet werden. Salesianerbruder Hubert Sanon, der mit den Kindern starb, wurde bei seinen Schützlingen beigesetzt. Auf dem großen Geländer der nun zerstörten Berufsschule herrscht immer noch unbeschreibliches Chaos. Stifte, Papier, Computer- alles was in den Trümmern noch zu finden war, ist inzwischen geplündert worden. Einen eindringlichen Lagebericht gab Pater Attilio Stra, einer italienischen Don Bosco Mitarbeiterin in der Dominikanischen Republik. Seine Verletzungen sind zwar ernsthaft, aber wohl nicht, wie anfangs befürchtet, lebensgefährlich. Das Interview kann in italienischer Sprache HIER gehört werden.  Nach Port-au-Prince besteht inzwischen regelmäßiger Kontakt zwischen dem Don Bosco Nothilfe Komitee und den Mitbrüdern in der haitianischen Hauptstadt. Pater Lephene berichtete von der ersten Hilfsgüterverteilung. „Angst und Verzweiflung hat uns in den letzten Tagen fest im Griff gehabt, aber wir haben unser Lächeln nicht verlernt. Auch das wollen wir den Leuten mitgeben.“

Die Pläne zum Wiederaufbau der Einrichtungen nehmen langsam Gestalt an. Für Freitag werden erste Entscheidungen erwartet. Derweil ist nun eine erste Bestandsaufnahme erfolgt.

 

·        Berufsschule ENAM und Straßenkinderzentrum Lakay: völlig zerstört

·        Die kleinen Schulen von Pater Bohnen (Bordsteinschulen): völlig zerstört

·        Bildungszentrum Thorland: zusammengefallen, aber noch einige Wände intakt

·        Landwirtsschaftschule Gressier: teilweise zerstört

·        Jugendzentrum Fleuriot: ernsthafte Schäden

·        Straßenkinderzentrum Petion Ville: ernsthafte Schäden.

 

In beiden letzteren Einrichtungen befinden sich zurzeit 3500 Menschen, die dort in Zelten Zuflucht gefunden haben.

Ihre Spende hilft beim Wiederaufbau und verschafft Kindern und Jugendlichen auf Haiti ein neues Zuhause!  

 

Haiti: Keine Hoffnung mehr für Verschüttete

Haiti:

Port-au-Prince/Bonn: 18. Januar 2010

Nachdem sich die Kommunikation mit den Salesianern Don Boscos in Port-au-Prince verbessert hat, gibt es für die Don Bosco Partner in Bonn traurige Gewissheit. Knapp 500 Schüler sind in der eingestürzten Schule der Patres ums Leben gekommen. Anfangs ging man noch von 200 verschütteten Schülern aus. Hoffnung auf Überlebende gibt es seit heute nicht mehr. Das dreistöckige Gebäude stürzte um 16.53 Ortszeit ein, als ausgerechnet der Nachmittagsunterricht zu Ende war und sich fast alle im Erdgeschoss befanden. Unter den Opfern sind knapp 200 Grundschüler, sowie 200 junge Frauen, die im Don Bosco Zentrum an einer pädagogischen Lehrerfortbildung teilnahmen.

Die Gebäude, die zum Zentrum gehören, darunter die technische Berufsschule, eine Grundschule, der Kindergarten und das Straßenkinderzentrum sind völlig zerstört.  

Hilflos müssen die Salesianer mit ansehen, wie bewaffnete Plünderer brauchbaren Geräte und Gegenstände aus dem Schutt entwenden. Pater Zucchi, der mehr als 50 kleine Schulen in Nachbarschaftsvereinen betreut hatte, dazu: „Es steht nichts mehr von unseren Häusern. Wir haben alles verloren. Die Studenten, die gestorben sind, müssen begraben werden, außerdem kümmern wir uns um die verletzten Schüler. Die meisten brauchen einen chirurgischen Eingriff, aber die wenigen Krankenhäuser, die noch arbeiten, sind total überfüllt. Plünderer haben alle Computer und Laptops aus unseren kaputten Büros entwendet. Sogar unsere Aktenordner wurden geraubt. Wir müssen wieder ganz von vorne anfangen und planen unsere Nothilfe nun mit Stift und Papier.“

Mehrere deutsche Stiftungen und Hilfsorganisationen haben ihre Unterstützung für die Notversorgung und den Wiederaufbau zugesagt. Die Bonner Don Bosco Zentrale ist seit langem eng und persönlich mit Haiti verbunden. „Unsere einheimischen Mitbrüder teilen die Armut und die Not der Menschen auf Haiti seit über sechzig Jahren. Wir waren vor der Katastrophe in Haiti, sind es währenddessen und werden auch nachher dort sein um Kindern und Jugendlichen ein Zuhause und eine Ausbildung zu geben.“ Heute stellte die Zentrale 150.000 Euro für die Finanzierung eines Transporters und Trinkwasser zur Verfügung.

Port-au-Prince im Ausnahmezustand

Haiti 17.01.2010

Die Kommunikation mit den Salesianern auf Haiti ist nun sechs Tage nach dem verheerenden Erdbeben einigermaßen stabil. Aus der Dominikanischen Republik konnten Br. Alberto Rodriguez und Franklin Ortgea mit einem Hubschrauber nach Port-au-Prince reisen, um sich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen.  

Sie besuchten auch die völlig zerstörte Don Bosco Berufsschule ENAM. „Stille, Trauer und unermessliches Leiden liegt über dem zerstörten Gelände.“ so Br. Alberto. Immer noch sind die Leichen der knapp 500 Kinder, die unter dem Schutt begraben liegen, nicht geborgen. Als sich das Beben um 16.53 Ortszeit ereignete, befanden sich die Grundschüler, darunter auch Straßenkinder, im Erdgeschoss, als das dreistöckige Gebäude über ihnen zusammenbrach. Inzwischen haben Plünderer fast alles aus den Trümmern geraubt. Die Salesianer müssen hilflos zusehen wie Schulbänke, Computer und technischen Geräte ihrer zerstörten Schule entwendet werden.

Fieberhaft wird in vielen Don Bosco Einrichtungen auf der Welt an einer Verbesserung der Lage für die Menschen in Haiti gearbeitet. Auch die UN, sowie andere große Hilfsorganisationen, sind über die Aktivitäten informiert und arbeiten eng mit den Salesianern zusammen. Deren Einrichtungen könnten zu wichtigen Sammel- und Verteilungsstellen umfunktioniert werden. In einer Telefonkonferenz mit der amerikanischen FEMA (Federal Emergency Management Agency) der US-Regierung wurden weiter Schritte gemeinsam geplant.

 

Zwei italienische Kommunikationsexperten warten derweil in Santo Domingo auf ihre Ausreise. Weiterhin wird medizinisches Personal benötigt. Die Don Bosco Organsation VIS aus Italien koordiniert den Einsatz weiterer Fachkräfte. Menschen aus aller Welt zeigten sich betroffen vom Leiden der Menschen in der Karibik. In Westafrika sammelten die Don Bosco Einrichtungen über 30.000 US$- die meisten der Spender leben selber nur knapp oberhalb der Armutsgrenze.

Vor Ort ist die Situation weiterhin schier unerträglich. Mehrere kleine Nachbeben haben die traumatisierte Bevölkerung weiter verunsichert. „Wir schlafen draußen auf der Straße inmitten von Schutt und dem Gestank der verwesenden Leichen“, so Pater Lephene. „Möge Gott uns weiter Kraft geben, diesen Alptraum zu überstehen.“

Haiti: Salesianer danken für die weltweite Solidarität – Katastrophale Zustände auf den Straßen

P. Stra (oben) und P. Lephene (unten, Copyright Achim Pohl)

Bonn, 16.01.2010 P. Pierre Lephene, Leiter des zerstörten Straßenkinderzentrums Lakay und P. Attilio Stra, langjähriger Projektpartner von Don Bosco JUGEND DRITTE WELT, berichten heute in einer Mail aus Port-au-Prince über die katastrophalen Zustände und bedanken sich für die weltweite Solidarität: 

Liebe Freunde,

wir beide sind noch glimpflich aus den Trümmern herausgekommen. Ein Salesianer aus unserer Gemeinschaft ist gestorben, viele weitere verletzt. Zwei weitere aus einem anderen Don Bosco Haus sind gestorben. Pater Stra wird morgen nach Santo Domingo aufbrechen, denn er ist an der Wirbelsäule schwer verletzt.

Unser Haus ist zusammengebrochen als wir gerade ein Meeting hatten Wir haben alles verloren. Wir sind jetzt genauso auf der Straße, wie alle anderen Menschen hier. Die Werkstätten unserer Berufsschule sind komplett zerstört, die Schulen liegen in Trümmern. Bis jetzt zählen wir 250 tote Kinder und Jugendliche unserer Einrichtungen. Ihre Leichen verwesen schon, aber es ist nicht möglich sie aus den Trümmern zu bergen. Tausende Menschen sind auf den Straßen und die Hilfe bei weitem nicht ausreichend.

Im Straßenkinderzentrum Lakay sind alle Mauern zusammengebrochen, wir sind wirklich alle auf der Straße. Die Menschen hier sind in ständiger Suche nach Wasser und Lebensmitteln. In Sicherheit sind wir hier noch lange nicht, denn die Menschen versuchen in den Trümmern unserer Einrichtungen, uns das wenige, was wir noch haben, wegzunehmen. Wir wissen nicht, wie wir hier weiter machen sollen. Wir müssen komplett von vorne anfangen, denn es ist wirklich alles kaputt.

Wir stehen unter höchster psychischer Anspannung, denn wir fürchten Nachbeben. Alle Menschen schlafen deswegen in den Straßen und auf den Bürgersteigen, wo tausende von Toten verwesen und einen furchtbaren Gestank abgeben. Die überlebenden Kinder und Jugendlichen des Straßenkinderzentrums Lakay suchen in den Trümmern unserer Einrichtungen Schutz und ein wenig Wärme in der Nacht. Aber wielange geht das noch so weiter, ohne Strom, ohne Wasser? Es war schon sehr schwer, und jetzt ist es noch schwieriger geworden. Soviele Menschen sind immer noch unter den Trümmern vergraben…

Wir danken euch für eure Solidarität, eure Anteilnahme und eure Freundschaft.

Pater Pierre Lephene und Pater Attilio Stra

Haiti: 250 verschüttete Kinder in Don Bosco Schule tot

Pater Lephene hat sich per Email gemeldet

Bonn, 15.01.2010 Für die mehr als 250 Kinder, die in der Don Bosco Schule in Port-au-Prince verschüttet wurden, gibt es keine Rettung mehr. Dies meldeten den Bonner Don Bosco Hilfswerken heute P. Victor Richardo und zwei weitere Salesianer aus der Dominikanischen Republik, denen es vor wenigen Stunden gelang, Port-au-Prince zu erreichen und sich ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung zu machen. Per Telefon informierten sie die Bonner Don Bosco Hilfswerke über das Ausmaß der Zerstörung: Sämtliche Gebäude sind zusammengebrochen, zahlreiche Schüler und Salesianer gelten weiterhin als vermisst. „Was wir jetzt brauchen sind finanzielle Hilfen, um Hilfsgüter von der Dominikanischen Republik aus nach Port-au Prince bringen zu können.“, so P. Victor. „Dringend benötigt wird neben Lebensmitteln, Trinkwasser und Medikamenten vor allem Benzin, um Fahrzeuge und Stromgeneratoren anzutreiben.“ 

Bereits morgen startet der erste Hilfskonvoy mit zehn Fahrzeugen und ersten Hilfsgütern aus dem Nachbarland. Derzeit ist eine Beschaffung in der Dominikanischen Republik problemlos möglich. Allerding sind die Salesianer besorgt, was die Sicherheitslage in Haiti angeht und befürchten Übergriffe. Deshalb wird die Verteilung der Hilfsgüter von wenigen zentralen Stellen aus in der Stadt erfolgen.

Auch soll eine Luftbrücke zwischen Port-au Prince und Santo Domingo aufgebaut werden, um Verletzte auszufliegen. Die Krankenhäuser in Port-au-Prince sind weiterhin hoffnungslos überlastet. 

Während die Hilfsmaßnahmen vor Ort anlaufen, ist die Solidarität in Deutschland und Europa groß. Spenden werden jedoch nicht nur für die Erstversorgung gebraucht, sondern vor allem später für den Wiederaufbau. „So wichtig die erste Versorgung der Menschen mit Nahrung und Medikamenten nun ist, es müssen auch Schulen, Krankenhäuser und Straßen wiederaufgebaut werden,“ so Jean Paul Muller, Leiter von Don Bosco Jugend Dritte Welt. Die Salesianer und mit ihnen zahlreiche Straßenkinder und Jugendliche aus den Slums, haben ihr Zuhause und ihre Schule verloren. „Unsere Berufsschule war eine der wenigen Einrichtungen in Port-au-Prince, in denen junge Leute für eine bezahlte Arbeit qualifiziert wurden. Wir wollen auch in Zukunft in die Jugend des Landes investieren, um Haiti zu helfen.“

15.01.2010 Kommunikation mit den Salesianern in Haiti weiterhin schwierig

Das dringendste Problem ist derzeit, eine zuverlässige Kommunikation mit Haiti aufzubauen – um Informationen zu bekommen und abschätzen zu können, was benötigt wird. In der Zwischenzeit wird die Logistik aufgebaut, die Spendenwerbung für die Hilfspakete ist bereits im vollen Gange und die Rekrutierung von medizinischem Personal und anderen Freiwilligen läuft an.  

Nachrichten gibt es von Bruder Calixte Iguintz aus Gonaives. Ihm und seiner Familie geht es gut. Er wird heute nach Port-Au-Prince reisen, um dort nach unseren Ordensbrüdern und –schwestern zu sehen.  

Aus den Antillen kommen Bruder Alberto Rodriguez und Herr Franklin Ortega nach Haiti, um bei der Einschätzung der Situation zu helfen und um Informationen über unsere Mitbrüder und unsere Einrichtungen zu sammeln. Der eigentliche Plan war, diesen Morgen mit dem Helikopter des Präsidenten der Dominikanischen Republik nach Haiti einzureisen. Der Ausweichplan sah vor, um 2 Uhr heute Nachmittag mit einem kommerziellen Helikopter zu starten. Doch der Präsident der Dominikanischen Republik entschied, selbst nach Haiti zu reisen um die Situation zu bewerten, wodurch sein Helikopter nicht mehr zur Verfügung stand. Auch der mit Hilfe der Mission in Bonn reservierte Helikopter für den Ausweichplan konnte nicht starten, weil der haitianische Luftraum für kommerzielle Flüge gesperrt ist. Wenn der Helikopter des Präsidenten rechtzeitig zurück ist, wird unsere Gruppe heute Abend abreisen. Falls nicht, werden sie einen Geländewagen mieten und morgen früh von Barahona aus mit dem haitianischen Generalkonsul abfahren, durch dessen Empfehlung sie nach Haiti einreisen dürfen.  

Es wurden drei Satellitentelefone mit Solarzellen für Haiti erworben, die mit dem nächsten verfügbaren Flug von Miami  nach Santo Domingo gebracht werden sollen. Soeben wurden jedoch die Flugpläne zwischen Santo Domingo und den USA geändert. Es wird nicht möglich sein, die Telefone vor Dienstag, dem 19. Februar, in die Dominikanische Republik zu liefern. Wir beten dafür, dass die Telefone schnellst möglich in Haiti ankommen, um eine Kommunikation aufzubauen, um mit unseren Mitbrüdern Kontakt aufnehmen zu können und eine Einschätzung der Bedürfnisse zu erhalten.  

Die Hauptzentrale der Hilfsorganisationen, das Zentrum aller Operationen, wurde bei Convoy of Hope/Fondation de Lespoir, 777 National Road Nr. 1, in Titanyen, Haiti, eingerichtet. Die Hauptzentrale ist eine Kirche knapp außerhalb von Port-Au-Prince mit einem Hektar Land. Wir stehen in Kontakt mit der Zentrale, jedoch gibt es auch dort keine Neuigkeiten über die Salesianer. Die Zentrale hat nur ein Satellitentelefon, das aber auch von den Salesianern benutzt werden kann.  

Die kanadischen Truppen, die nach Haiti entsendet wurden, haben die Namen und Adressen aller Einrichtungen der Salesianer und  der Schwestern und werden nach den ihnen sehen.  

Feed My Children und das internationale Rote Kreuz versuchen ebenfalls, unsere Gemeinschaften zu erreichen und uns Informationen über sie zu übermitteln, ebenso die Organisation Samaritan’s Purse. Trotz all dieser guten Menschen, die versuchen uns Informationen zu bringen, haben wir bisher noch keine neuen Nachrichten erhalten.  

Herodianne Thelot, Mitarbeiterin an der ENAM-Schule in Port-Au-Prince, ist unter den Vermissten. Falls jemand von ihr hören sollte, wird darum gebeten dies über facebook zu melden.  http://www.facebook.com/#/pages/Find-Your-Mission-Salesian-Missions/77790954801?ref=ts 

14.01.2010 Haiti: Lage weiterhin katastrophal – Hilfsmaßnahmen laufen an

Pater Attilo Stra ist wohl schwer verletzt

Die Kommunikation mit den Menschen vor Ort in Haiti ist weiterhin schwierig. Die Don Bosco Hilfswerke erhielten per Mail Nachricht, dass ein weiterer Salesianer, Pater Attilio Stra  schwer verletzt sei und in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Stra (auf dem Bild im Garten von Don Bosco Bonn)war in den vergangenen Jahren, aufgrund der engen Zusammenarbeit mit den Hilfswerken, immer wieder in Bonn zu Gast gewesen.

Gemeinsam mit dem internationale Netzwerk der Salesianer hat Don Bosco Mission inzwischen erste Hilfsmaßnahmen gestartet: Zwei LKWs mit Hilfsgütern sind auf dem Weg von der Dominikanischen Republik nach Haiti um die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. Ein Hubschrauber wird in Kürze starten um u.a. Satellitentelefone ins Land zu bringen. Diese seien wichtig, um endlich ein genaues Bild der Lage zu bekommen und die Hilfsmaßnahmen dementsprechend anzupassen.   

Gestern bereits hatten die Salesianer aus Haiti gemeldet, dass mindestens drei Don Bosco Einrichtungen in Port-Au-Prince und Umgebung fast völlig zerstört seien. 200 Kinder seien unter Trümmern verschüttet und zwei Salesianer vermisst. Von ihnen gibt es keine weiteren Informationen.  

Eine gute Nachricht gibt es: Eine deutsche Ärztin, die seit vielen Jahren eng mit den Salesianern zusammenarbeitet, scheint am Leben zu sein. Sie meldete sich per Handy bei ihrem Sohn in Deutschland, bevor das Netz nach 5 Sekunden zusammenbrach. Die Kölnerin arbeitet pro Jahr mehrere Monate auf der Karibikinsel. Man bemühe sich um einen telefonischen Kontakt zu ihr, teilte eine Sprecherin aus Bonn mit.  

Nicht überlebt hat nach Aussagen eines weiteren Ordensbruders aus Haiti der Erzbischof der Diözese. Der 61 Jahre alte Haitianer Joseph Serge-Miot wurde tot in den Trümmern geborgen.  

Der Leiter der Don Bosco Einrichtungen in Bonn, Br. Jean Paul Muller, zeigte sich tief besorgt über die katastrophale und chaotische Lage in der Stadt: „Der Hunger und vor allem der  Durst der Menschen nimmt zu, Plünderungen werden häufiger. Jetzt rächt sich die Politik der letzen Jahre, in der massenweise Waffen zum angeblichen Schutz des Präsidenten in den Armenvierteln verteilt wurden. Heute werden sie benutzt um das Recht des Stärkeren durchzusetzen.“ 

Das Bonner Hilfswerk ruft zu Spenden für die Opfer der Katastrophe auf:

Don Bosco Jugend Dritte Welt e.V.

Konto 30 40 50 60 70 - Pax-Bank BLZ 370 601 93 - Stichwort: Haiti 

 

Erste Nachrichten aus Port-au-Prince treffen ein

Haiti: Mehr als 200 Kinder in Don Bosco Schule verschüttet 

 

Bonn/Port-au-Prince: 13.01.2010

Trotz der desolaten Kommunikationsmöglichkeiten sickern langsam Informationen über das Ausmaß der Zerstörung in Port-au-Prince nach dem schweren Erdbeben von heute Morgen ein. Die Bonner Don Bosco Hilfswerke haben inzwischen eine erste Nachricht von ihren Partnern vor Ort erhalten. Wie ein Pater aus Petion Ville (10km südlich von Port-au-Prince) dem Bonner Hilfswerk JUGEND DRITTE WELT mitteilte, seien drei Einrichtungen der Patres in der Hauptstadt nahezu komplett zerstört. In den Trümmern der technischen Schule und des Straßenkinderzentrums Lakay seien mehr als 200 Kinder und Jugendliche, sowie ein Salesianer, verschüttet. Man wisse noch nichts Genaueres. Zwei junge Salesianer gelten als vermisst. Sie waren auf dem Weg von der Universität nach Hause, als sich das Beben ereignete. Auch die Don Bosco Einrichtungen in Carrefour, Petion Ville und Gressier seien beschädigt. Verletzt sei jedoch niemand. 

 

Inzwischen arbeitet das weltweite kirchliche Netzwerk des Ordens auf Hochtouren. Aus Österreich, der Schweiz, den USA, Italien, Frankreich, Spanien und vielen weiteren Ländern seien bereits Hilfszusagen eingetroffen, so Ordensbruder Jean Paul Muller SDB. Der Leiter der Bonner Don Bosco Einrichtungen hat Haiti in den vergangenen Jahren mehrfach besucht. „Die Armut der Menschen auf Haiti ist für uns in Deutschland unvorstellbar. Ich sah Menschen Dreck und Lehm essen und Kinder, die zu dünn zum Leben schienen.“ Mit Sorge erfüllt Muller die unmittelbare Versorgung der Bevölkerung. „Schon jetzt hatten wir 26.000 Kinder, die in unseren Schulen ihre einzige Mahlzeit am Tag erhielten. Es gibt keinen funktionierenden Katastrophenschutz. Wir müssen mit dem schlimmsten rechnen.“

13.01.2009 Tag eins nach dem Beben

Copyright: Achim Pohl

13. Januar 2010: Vergangene Nacht erschütterte ein schweres Erdbeben Haiti. Das Epizentrum lag in Port-au-Prince, der Hauptstadt des Landes. Die Zerstörungen sind verheerend. 

Nach ersten Einschätzungen wird mit tausenden Toten und Verschütteten gerechnet. Wie wir erfahren haben, werden auch zwei Mitbrüder der Salesianergemeinschaft unter den Trümmern vermisst. Noch fehlt jedes Lebenszeichen. Wir wissen noch nicht, ob auch Kinder und Jugendliche in unseren Einrichtungen unter den Opfern sind, da alle Telefonverbindungen unterbrochen sind. Erste Informationen trafen über den Bischofssitz in Port-au-Prince ein. Auch von den Don Bosco Schwestern gibt er bisher nur die Meldung, dass eine junge Schwester verletzt sei.

Unzählige Gebäude sind schwer beschädigt, ein Kinderkrankenhaus völlig zusammengestürzt. Die Zahl der Obdachlosen ist noch nicht abzuschätzen, aber wir rechnen mit dem Schlimmsten.

Haiti ist das ärmste Land Lateinamerikas. Seit 60 Jahren sind die Salesianer in Haiti tätig. In Port-au-Prince kümmern sie sich in den Elendsvierteln um die ärmsten Kinder und Jugendlichen: mit Grundschulen, Lehrwerkstätten, kostenlosen Suppenküchen und Straßenkinderzentren. Erste Hilfskonvois der Salesianer aus der benachbarten Dominikanischen Republik sind bereits auf dem Weg, um sich vor Ort ein Bild des Schreckens machen zu können und notwenige Hilfsmaßnahmen zu unterstützen.   

Schon 2008 nach Wirbelsturm und Überflutung konnte, mit Hilfe der Spenden aus Deutschland, bald wieder im vollen Umfang die Arbeit weitergeführt werden. Jetzt heißt es auf Haiti erneut anpacken. Schon vor dem Erdbeben waren in Port-au-Prince knapp 10.000 Kinder auf ein kostenloses Mittagessen in den Don Bosco Einrichtungen angewiesen. Es ist zu befürchten, dass die Nahrungsmittelversorgung nun komplett zusammengebrochen ist.  

Bitte, helfen Sie! Mit Ihrer Spende werden nicht nur Gebäude wieder aufgebaut. Genauso wichtig ist, dass Sie damit Hoffnung geben, Menschen wieder aufrichten, die Angehörige und ihr weniges Hab und Gut verloren haben.

Diese Menschen und unsere Kinder und Jugendlichen haben es verdient, dass wir ihnen Mut zum Handeln, Mut zum Leben machen. Ihre Spende macht dies möglich!